8. August 2025, 14:42 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Im Sommer kann das gemütliche Frühstück im Freien schnell durch Insekten gestört werden. Besonders störend wird es, wenn sich vermehrt Wespen im Garten oder auf dem Balkon aufhalten. Das kann ein Hinweis auf ein nahegelegenes Wespennest sein. In einem solchen Fall besteht die Möglichkeit, das Nest entweder von einem Experten beseitigen zu lassen oder selbst tätig zu werden. Dafür ist jedoch unbedingt eine behördliche Genehmigung erforderlich. Auf keinen Fall sollte man ein Wespennest in Eigenregie und ohne offizielle Erlaubnis entfernen – sonst droht Bußgeld.
Wichtig: Wespen darf man laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne triftigen Grund umsiedeln oder gar töten. Hornissen sind sogar noch stärker geschützt. Wer ein Wespennest ohne Einschätzung eines Fachmanns entfernt, riskiert laut Verbraucherschützern eine Geldbuße von bis zu 65.000 Euro bei besonders bedrohten Arten.
Übersicht
- Was man beim Entfernen eines Wespennests beachten muss
- Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Wespennest zu entfernen?
- Was sollte man tun, bis man das Wespennest entfernen kann?
- Wie geht man beim Entfernen vor?
- Wie funktioniert das Umsiedeln von Wespennestern?
- Wann sollte man einen Profi beauftragen?
- Wie findet man seriöse Experten?
- Was kostet es, ein Wespennest entfernen zu lassen?
- Wespennest als Mieter entdeckt – was tun?
- Was tun, wenn der Vermieter nicht reagiert?
- Wie erkennt man Abzocker?
- Wie kann man Wespennestern vorbeugen?
- Wie lange bleibt ein Wespennest aktiv?
- Wespen mit Hausmitteln vertreiben
Was man beim Entfernen eines Wespennests beachten muss
Sowohl die Beseitigung als auch die Umsiedlung eines Wespennests muss beantragt werden. Dafür muss man einen Antrag stellen, indem man eine Begründung für das Vorhaben angibt – sei es eine Allergie, oder eine Einschränkung durch die Wespen. Diesen Antrag kann man bei der jeweils zuständigen Naturschutzbehörde, dem Landratsamt oder der Stadtverwaltung einreichen.
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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Wespennest zu entfernen?
Der richtige Zeitpunkt, um ein Wespennest zu entfernen, ist im April oder im Herbst. Im April befindet sich das Nest noch in der „Bauphase“. Im Herbst ist es unbewohnt, da das Wespenvolk tot und die Königin zur Überwinterung umgezogen ist.
Was sollte man tun, bis man das Wespennest entfernen kann?
Durch einen Sichtschutz kann man die Insekten austricksen, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt. Die Wespen erkennen dann menschliche Bewegungen nicht mehr und fühlen sich nicht bedroht. Um einen derartigen Sichtschutz zu montieren, nehmen Sie etwa ein altes Bettlaken und hängen es mit einem Abstand von zehn Zentimetern zum Nest auf. Sie können alternativ auch ein Brett vor dem Nest anbringen.
Sollte es sich um ein Erdnest handeln, kann man mithilfe eines kleinen Tunnels aus Rohren den Ein- und Ausgang der Tiere verlegen. Wartet man bis zum Herbst mit derartigen Maßnahmen, sollte man dem Nest nicht zu nahe kommen – ein Mindestabstand von sechs Metern wird empfohlen.
Wichtig: Während dieser Montage-Arbeiten sollten Sie lange dicke Kleidung tragen, die Sie vor möglichen Stichen schützen kann. Außerdem achten Sie darauf, sich ruhig zu bewegen.
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Wie geht man beim Entfernen vor?
Beim Entfernen eines leeren Wespennests sollte man von Feuer oder Wasser durch Hochdruckstrahler absehen. Auch ein Zerschlagen oder Ausräuchern empfiehlt sich nicht. Kammerjäger setzen dabei speziellen Wespenschaum. Den bekommt man auch im Online-Handel und in Baumärkten.
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Wie funktioniert das Umsiedeln von Wespennestern?
Beim Umsiedeln werden die Wespen vorsichtig eingesaugt und an eine andere Stelle transportiert. Der neue Standort muss dabei mindestens vier Kilometer vom alten entfernt liegen, damit sich die Insekten dort ansiedeln und nicht wieder zurück zu ihrem alten Standort fliegen.
Wann sollte man einen Profi beauftragen?
Generell wird empfohlen, ein Wespennest von einem Profi entfernen zu lassen. Er kann eine endgültige Entfernung garantieren, weiß die Gefahren einzuschätzen und hat die nötige Kleidung, um sich vor Stichen zu schützen.
Wie findet man seriöse Experten?
Wer einen seriösen Fachmann in der Nähe sucht, erhält bei der Stadtverwaltung, bei Umweltämtern oder Berufsverbänden der Schädlingsbekämpfer Hilfe. Bei der Recherche auf eigene Faust im Internet sollten Betroffene unbedingt das Impressum auf Vollständigkeit prüfen und am besten vorab einen Festpreis vereinbaren sowie Anzahlung statt Sofortkasse absprechen.
Hinweis: Vielerorts gibt es auch spezielle, geschulte Wespenberater. Die Experten geben Informationen und Ratschläge zur Prävention von Wespenproblemen und helfen bei akuten Problemen mit Wespen. Ein Wespenberater kann beispielsweise bei der Identifizierung der Wespenart oder bei der Umsiedlung von Nestern helfen.
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Was kostet es, ein Wespennest entfernen zu lassen?
Die Kosten für die Entfernung oder Umsiedlung eines Wespennests sind abhängig vom Ort und der Erreichbarkeit des Nests. Generell ergibt sich der Preis aus dem Anfahrtsweg und dem Aufwand. Sie sollten vor der Auftragsvergabe die Preise der lokalen Kammerjäger checken.
Wespennest als Mieter entdeckt – was tun?
„Melden Sie ein Hornissen- oder Wespennest umgehend ihrem Vermieter oder Ihrer Hausverwaltung. Um darüber einen Nachweis zu haben, sollte diese Meldung schriftlich erfolgen und Sie sollten eine angemessene Frist von zwei bis sieben Tagen setzen – je nachdem, ob eine Person im Haushalt allergisch auf Stiche reagiert und wie akut die Bedrohung durch die Tiere ist“, sagt Monika Schmid-Balzert, stellvertretende Geschäftsführerin des DMB Mieterverein München auf myHOMEBOOK-Nachfrage.
Da beide Tierarten unter Naturschutz stehen, dürfen Nester auf keinen Fall selbst entfernt werden. „Es ist nicht nur verboten, die Nester selbst zu entfernen oder gar zu zerstören, die Tiere könnten Sie auch angreifen“, warnt Schmid-Balzert. Der Vermieter muss dann Fachleute engagieren, die die Nester umsiedeln oder entfernen. „Der Vermieter ist dafür zuständig, dass von seiner Immobilie keine Gefahren für die Mieter ausgehen. Dazu gehört auch die Beseitigung von Wespennestern oder Hornissennestern, wenn diese eine Gefahr darstellen.“
Die Entscheidung, ob ein Nest umgesiedelt oder entfernt werden muss, wird in der Regel von der Naturschutzbehörde getroffen. „Die Kosten dafür trägt der Vermieter, er darf sie nicht dem Mieter in Rechnung stellen“, sagt Schmid-Balzert.
Was tun, wenn der Vermieter nicht reagiert?
Wenn der Vermieter nicht aktiv wird, besteht ein Mietmangel, da der Mieter die Wohnung nicht wie gewohnt nutzen kann. „Wenn das Nest nach der schriftlichen Aufforderung nicht entfernt wird, informieren Sie den Vermieter, dass Sie die Miete nur noch unter Vorbehalt zahlen. Bitte setzen Sie eine Mietminderung nicht ohne Rücksprache mit einem Rechtsberater des Mietervereins durch, da das im schlimmsten Fall zur Kündigung der Wohnung führen kann, wenn zu viel gemindert wird“, warnt Schmid-Balzert.
So weit kommt es aber in den meisten Fällen nicht. Manchmal aber kommen die Tiere im folgenden Jahr wieder. „Um zukünftige Probleme zu vermeiden, können Sie mit Ihrem Vermieter über Maßnahmen zur Vorbeugung von Insektenbefall sprechen, zum Beispiel Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen“, sagt Schmid-Balzert.
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Wie erkennt man Abzocker?
Statt seriöser Profis gibt es immer häufiger Abzocker bei der Wespennest-Entfernung. Davor warnt auch die Verbraucherzentrale NRW. Unseriöse Anbieter nutzen oft die Notlage der Betroffenen aus: Sie stellen Kunden teils hohe Kosten für lange Anfahrten sowie für schnelles Handeln in Rechnung.
Demnach sind es häufig 0800-Nummern oder Handynummern, die vermeintliche Fachleute vermitteln, deren weite Anfahrt den Anrufer dann viel kostet. Der Verbraucherzentrale sind Fälle bekannt, in denen bis zu 700 Euro für einen halbstündigen und laienhaften Einsatz berechnet worden seien. Reine Abzocke, die mit der Wespennest-Entfernung einhergeht.
Wie kann man Wespennestern vorbeugen?
Wespenköniginnen suchen ab etwa Mitte April nach einem geeigneten Nistplatz – dann beginnen sie auch mit dem Bau eines Nests. In Gärten bevorzugen Sie dafür verlassene Erdbauten von Mäusen und Maulwürfen sowie dunkle Schuppen. Bei Häusern findet man sie in der Regel in dunklen und windgeschützten Hohlräumen, Rollladenkästen und Dachböden. Daher empfiehlt es sich, derartige Stellen und Schlupfwinkel zu verschließen oder zu entfernen.
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Wie lange bleibt ein Wespennest aktiv?
Ein typisches Wespennest kann mehrere Monate aktiv sein, oft von Frühjahr bis Herbst. Nach dem Sommer stirbt jedes im Frühjahr gegründete Wespennest komplett ab. Einige Wespennester können bereits im Juli absterben, während andere Wespenarten bis September überleben. Nur wenige Arten überleben bis Anfang November. Ein verlassenes Nest wird in der Regel nicht neu besiedelt.
Wespen mit Hausmitteln vertreiben
Es gibt auch einige Hausmittel, mit denen man Wespennestern vorbeugen oder die Insekten vertreiben kann. Meistens handelt es sich um Pflanzen mit starker Geruchsentwicklung, auf die Wespen empfindlich reagieren. Zu den Hausmitteln zählen:

