27. Juni 2026, 12:47 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn die Temperaturen über Tage hinweg hoch bleiben und natürliche Wasserquellen austrocknen, geraten viele heimische Wildtiere unter Druck. Während Haustiere meist jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben, wird die Versorgung für Vögel, Insekten oder Igel in heißen Sommerphasen oft schwieriger. Mit einfachen Maßnahmen im Garten oder auf dem Balkon lässt sich vielen Wildtieren im Sommer helfen – doch dabei gibt es einige wichtige Unterschiede zu beachten.
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Warum Wasser für Wildtiere im Sommer so wichtig ist
Wasser ist für alle Lebewesen unverzichtbar. Es spielt eine zentrale Rolle für Kreislauf, Atmung, Energiegewinnung, Stofftransport und die Ausscheidung von Schadstoffen. Fehlt über längere Zeit ausreichend Flüssigkeit, kann dies die Gesundheit beeinträchtigen und im Extremfall tödlich enden.
Besonders während längerer Hitzeperioden trocknen Pfützen, kleine Bäche und Teiche aus oder die Wasserqualität verschlechtert sich. Einige Tierarten decken ihren Flüssigkeitsbedarf zwar teilweise über Pflanzen und andere Nahrung, viele sind jedoch auf zugängliche Wasserstellen angewiesen.
Diese Tiere leiden besonders unter der Trockenheit
Trocknen Gewässer aus, sind zunächst Amphibien betroffen. Kaulquappen von Fröschen, Kröten und Unken können in austrocknenden Gewässern verenden. Vor allem künstlich angelegte Teiche sind gefährdet. Leben dort Fische oder Salamander, sollten die Wasserstände regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls aufgefüllt werden. In manchen Fällen kann auch zusätzlicher Sauerstoff notwendig sein.
Auch Eichhörnchen, Igel, Mäuse, Vögel und zahlreiche Insekten finden bei großer Hitze oft weniger Wasserquellen und profitieren von bereitgestellten Tränken.
Anders sieht es bei größeren Wildtieren wie Rehen, Wildschweinen oder Füchsen aus. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung kennen diese Tiere in der Regel ausreichend Wasserstellen. Außerdem verlagern sie ihre Aktivitäten in kühlere Tageszeiten oder reduzieren sie insgesamt. Eine zusätzliche Wasserversorgung im Wald ist daher nicht erforderlich.
Größere Tiere haben zudem Vorteile beim Wasserhaushalt. Ihre Körperoberfläche ist im Verhältnis zum Körpervolumen kleiner, wodurch sie sich weniger stark aufheizen. Gleichzeitig läuft ihr Stoffwechsel langsamer ab.
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Geeignete Wassertränken für Vögel
An heißen Tagen sitzen Amseln und Rabenkrähen häufig mit geöffnetem Schnabel da und atmen rasch ein und aus. Dieses sogenannte Kehlsackhecheln dient der Abkühlung.
Wer Vögeln Wasser anbieten möchte, sollte die Tränke im Garten erhöht aufstellen oder aufhängen. So sind die Tiere beim Trinken besser vor Fressfeinden geschützt. Wichtig sind flach abfallende Ränder und eine geringe Wassertiefe von etwa zwei bis sechs Zentimetern. Spezielle Vogeltränken eignen sich ebenso wie umfunktionierte Blumenuntersetzer.
Die Tränke sollte stabil befestigt sein, damit die Tiere sicher landen, trinken, baden und wieder starten können. Empfehlenswerte Materialien sind Terrakotta, Naturstein, Ton oder Beton. Weniger geeignet sind Glas, Porzellan und Edelstahl, da die Oberflächen zu rutschig sind.
Ein Platz im Halbschatten bietet günstige Bedingungen. Nicht nur Vögel, sondern auch Eichhörnchen nutzen solche Wasserstellen häufig.
Wasserstellen für Insekten anlegen
Für Bienen und Schmetterlinge lassen sich mit wenigen Materialien geeignete Tränken herstellen. Benötigt werden:
- eine flache Schale oder ein Blumentopfuntersetzer
- Steine, Murmeln, Holzstücke oder Äste
- Moos
Die Steine sollten teilweise aus dem Wasser herausragen, damit die Insekten sicher landen können. Moos wird zwischen den Steinen und am Rand verteilt. Es speichert Feuchtigkeit und ermöglicht den Tieren einen gefahrlosen Zugang zum Wasser.
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Wasser täglich wechseln und Tränken reinigen
Bei hohen Temperaturen sollte das Wasser täglich erneuert werden. Dadurch wird verhindert, dass sich Keime und Krankheitserreger vermehren.
Vor dem Neubefüllen empfiehlt sich eine gründliche Reinigung mit heißem Wasser und einer Bürste. Auf Reinigungsmittel sollte verzichtet werden.
Vorsicht bei Regentonnen und Gartenteichen
Regentonnen und Teiche können für Wildtiere nicht nur im Sommer zur Gefahr werden. Fallen Vögel, Eichhörnchen oder andere Tiere hinein, schaffen sie es an glatten Wänden oft nicht mehr heraus.
Eine einfache Ausstiegshilfe in Form eines Astes oder Brettes kann verhindern, dass Tiere ertrinken, und ihnen den Weg zurück ins Freie ermöglichen.