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Was passiert, wenn man den Kühlschrank zu voll stopft?

Ein überfüllter Kühlschrank bringt mehr Nachteile als man denkt
Ein überfüllter Kühlschrank bringt mehr Nachteile als man denkt Foto: Getty Images
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12. Mai 2026, 7:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Laut dem Statistischen Bundesamt besitzt nahezu jeder Haushalt in Deutschland einen Kühlschrank. Doch das Wissen darüber, wie das Gerät am besten arbeitet und gleichzeitig möglichst wenig Energie verbraucht, ist deutlich geringer. Deswegen hat myHOMEBOOK nachgefragt, wie ein Kühlschrank die eingelagerten Lebensmittel effizient und frisch aufbewahrt.

Grundsätzlich interessieren sich Menschen für den Energieverbrauch ihres Kühlschranks nur bei einem Neukauf. Danach findet dieses Thema so gut wie keine Beachtung mehr. Hauptsache, das Gerät kühlt. Dabei basiert der durchschnittliche Energieverbrauch, der auf dem Energielabel steht, auf bestimmten Annahmen. Wer diese nicht kennt oder sich nicht danach richtet, bezahlt dieses Unwissen oder Verhalten am Jahresende über eine höhere Stromrechnung.

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Füllmenge beeinflusst den Energieverbrauch

Vielfach glauben Menschen, einmal angeschlossen bleibe der Energieverbrauch des Kühlschranks auf einem stabilen Niveau, ohne größere Ausschläge nach unten oder nach oben. Tatsächlich schwankt der Energieverbrauch jedoch, etwa durch das Öffnen der Tür oder durch unterschiedliche Füllmengen. Diese spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle: Zwar kühlt der Kühlschrank zunächst die Luft im Innenraum, doch die darin befindlichen Lebensmittel speichern Kälte und stabilisieren die Temperatur. Ein gut gefüllter Kühlschrank muss daher nach dem Öffnen weniger nachkühlen als ein leerer.

Um das zu verstehen, erklärt Claudia Oberascher von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. (HEA) gegenüber myHOMEBOOK den Kühlprozess. „Kühlgeräte arbeiten entweder mit statischer oder einer moderneren dynamischen Kühlung.“ Das bedeutet: „Bei der statischen Kühlung sorgt ein Verdampfer an der Innenraum-Rückwand für die Kühlung. Kalte Luft sinkt aufgrund der größeren Dichte nach unten. Dort befindliche wärmere Luft steigt zum Verdampfer und wird dort abgekühlt. Auf diese Weise entsteht eine natürliche Luftzirkulation. Gleichzeitig bilden sich unterschiedliche Temperaturbereiche im Gerät.“

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Lebensmittel als natürlicher Kühlakku

Wird die Tür des Geräts nun häufig geöffnet, gelangt immer wieder wärmere Luft in den Innenraum. Dadurch hat der Verdampfer mehr zu tun, um die Luft im Innenraum abzukühlen. Wenn der Kühlschrank dann nur halb voll oder nahezu leer ist, erhöht sich auch die Menge der abzukühlenden Luft.

Ist der Kühlschrank hingegen gut gefüllt, wirken die eingelagerten Produkte wie eine Art natürlicher Kühlakku. Sie speichern die Kälte. Dadurch hat der Verdampfer bei der statischen Kühlung weniger zu tun. Bei der dynamischen Kühlung ist das etwas anders.

Der Kühlakku-Effekt wirkt allerdings nur bis zu einer bestimmten Füllmenge. „Um die Kälteverteilung und die natürliche Luftzirkulation im Gerät nicht zu verhindern, sollte der Innenraum nicht komplett vollgestopft sein“, betont Oberascher.

Auch interessant: So übersteht der Kühlschrank den Umzug ohne Schaden

Tipps, damit Lebensmittel lange frisch bleiben

Viele modernere Kühlschränke verfügen über spezielle Kühlfunktionen, die helfen, Strom zu sparen. Beispielsweise verfügen einige Geräte über die Möglichkeit, den Innenraum für eine Weile sehr schnell herunterzukühlen. Das ergibt Sinn, wenn nach dem Wocheneinkauf größere Mengen zum Kühlen eingelagert werden. „Die Temperatur wird im Kühlraum auf bis zu zwei Grad plus abgesenkt. Eine Rückschaltung auf Normalbetrieb erfolgt je nach Hersteller durch Tastendruck oder automatisch nach wenigen Stunden“, erläutert Claudia Oberascher diese nützliche Funktionsweise.

Damit die eingelagerten Waren möglichst lange frisch und genießbar bleiben, sollte der Kühlschrank strukturiert befüllt werden, empfiehlt die Energieexpertin vom HEA. „Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleischwaren und frische Milchprodukte gehören in die kälteste Zone, also auf die unterste Ablage, aber in das Fach über der Gemüseschale. Alle anderen Waren wie beispielsweise Käse, Kuchen, geräucherte Fleischwaren und gegarte Lebensmittel vertragen eine etwas höhere Temperatur und können weiter oben stehen. Butter, die streichfähig bleiben soll, sowie Getränke, die nur leicht gekühlt werden, lagern am besten in den vorgesehenen seitlichen Türfächern.“

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Moderne Geräte kühlen dynamisch

Bei dynamischer Kühlung gelten die obigen Regeln nur eingeschränkt bis gar nicht. Die Kühlung moderner Geräte funktioniert anders: „Hier sorgt ein Ventilator im Innenraum im gesamten Kühlraum für eine gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Daher brauchen Besitzer eines solchen Geräts keine speziellen Regeln zur Lagerung beachten und können die Lebensmittel an jeder beliebigen Stelle einstellen“, erläutert die Expertin.

Meistens verfügen diese Geräte zusätzlich über bestimmte Kühlzonen, wie Null-Grad-Fächer. „In diesen Kaltlagerfächern liegt die Temperatur knapp über null Grad. Dadurch bleiben die Lebensmittel länger frisch.“ Zur genauen Funktion solcher Sonderfächer unbedingt die Bedienungsanleitung des Herstellers aufmerksam durchlesen.

Übrigens: Ob statische oder dynamische Kühlung, ist keine Frage von gut oder schlecht. Es handelt sich dabei nur um eine andere Art, die Luft im Innenraum abzukühlen.

Geänderte Rahmenbedingungen sparen Strom

Unabhängig vom Energieverbrauch des Kühlschranks selbst können auch veränderte Rahmenbedingungen die Stromkosten des Geräts senken.

  • Wer sowieso überlegt, einen neuen Kühlschrank zu kaufen, sollte sich auch über die Größe Gedanken machen. Ein kleineres Gerät ist schneller voll. Dadurch kommt der weiter oben erwähnte Kühlakku-Effekt schneller zum Tragen.
  • Gekochte Speisen sollten erst in den Kühlschrank gestellt werden, wenn das Essen abgekühlt ist.
  • Das gilt zumindest für die Umgebungstemperatur. Wer seine Küche ständig sommerlich beheizt, sollte sich nicht wundern, wenn auch der Kühlschrank vor lauter Nachkühlen ins Schwitzen kommt.

Grundsätzlich sollten Kühlschränke, die schon 20 Jahre oder älter ihren Dienst tun, durch ein neueres Gerät ersetzt werden. Bei Altgeräten nützen irgendwann die besten Energiespar-Tipps nichts mehr. Dann lohnt es sich, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um in ein moderneres Gerät zu investieren.

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