Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Bohren Easy DIY Video Alle Themen
„Easy DIY“

Wann man Holz vorbohren muss und wie es richtig geht

Artikel teilen
Felix Mildner
Redaktionsleiter

28. Januar 2026, 13:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kaum dreht sich die Schraube ins Holz, kann sich bereits ein feiner Riss bilden – ärgerlich, denn mit einem vorgebohrten Loch ließe sich das vermeiden. Vorbohren ist zwar ein zusätzlicher Arbeitsschritt, aber es kann sich lohnen. Wann Vorbohren sinnvoll ist und wie man richtig vorgeht, erklärt myHOMEBOOK-Redaktionsleiter Felix Mildner bei „Easy DIY“.

Was bringt es, wenn man Löcher vorbohrt?

Bohrt man ein Loch vor, ist weniger Kraftaufwand notwendig, um die Schraube ins Holz zu treiben. Der Widerstand ist dabei geringer und die Schraube dringt leichter in die Holzfasern ein. Zudem vermeidet man durch das Vorbohren, dass das Holz an der entsprechenden Stelle aufgrund der Krafteinwirkung splittert oder reißt. Ist es erst einmal so weit gekommen, lässt es sich nicht mehr rückgängig machen. Zudem sorgen die Risse auch dafür, dass die Verbindung nicht mehr so stabil wie vorgesehen ist.

Generell gilt: Vorbohren ist niemals verkehrt. Mit dem zusätzlichen Arbeitsschritt stellt man sicher, dass das Werkstück am Ende sauber aussieht und die Verbindung belastbar ist. Ist man sich nicht sicher, kann es auch nicht schaden, vorab eine Probebohrung durchzuführen.

Passend dazu: Was man vor dem Bohren unbedingt beachten sollte

Wann sollte man Holz vorbohren?

Im Grunde hängt es von zwei Faktoren ab, ob es nötig ist, ein Loch im Holz vorzubohren, bevor man die Schraube eindreht. Einerseits geht es um den Aufbau der Schraube, andererseits um das Holz und seine entsprechende Härte. Zudem kommt es noch darauf an, an welcher Stelle die Schraube eingedreht werden soll. Befindet sich die Verschraubung am Rand des Holzbretts, läuft man eher Gefahr, dass das Holz reißt.

Aufbau der Schraube

Bei Holzschrauben gibt es verschiedene Arten, die sich in der Spitze und beim Gewinde unterscheiden.

  • Normale Holzschrauben: Hierbei handelt es sich um Schrauben, die zwar am Ende spitz zulaufen, aber keine weiteren Vorkehrungen haben. Hier sollte man das Holz vorbohren, damit man die Schrauben leichter in das Holz bekommt.
  • Selbstbohrende Schrauben: Diese Holzschrauben – auch Bohrschrauben genannt – verfügen über eine sogenannte Bohrspitze. Der Hersteller hat dabei im Grunde den Bohrer bereits an der Schraube angebracht. Das hat den Hintergrund, dass das Vorbohren damit überflüssig wird. Allerdings kann es bei Hartholz dennoch sinnvoll sein.
  • Selbstschneidende Schrauben: Bei diesen Schrauben ist das Gewinde am Ende eingeschnitten, sodass es sich in das Holz schneidet und damit ein eigenes Gewinde formt. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass man im Gegensatz zu selbstbohrenden Schrauben auf das Vorbohren verzichten sollte.

Härte des Holzes

Nicht nur auf die Art der Schrauben, sondern auch auf die Härte des Holzes kommt es an. Generell unterscheidet man zwischen Hart- und Weichholz. Laubhölzer wie Buche, Eiche oder Robinie sind in der Regel härter als Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche. Zudem gibt es bestimmte Tropenhölzer, die so hart sind, dass sie auch „Eisenhölzer“ genannt werden. Generell gilt: In Hartholz sollte man stets vorbohren, bei Weichholz ist es nicht unbedingt nötig.

Auch interessant: Zu großes Loch ins Holz gebohrt? Einfacher Trick löst das Problem

Mehr zum Thema

Mit welchem Durchmesser vorbohren?

Die Größen der Bohrlöcher unterscheiden sich auch bei Hart- und Weichhölzern. Da die Schrauben leichter in weiches Nadelholz eindringen, sind hier die Durchmesser der Bohrlöcher kleiner. Wichtig: Die Bohrlöcher sollten stets kleiner als der Außendurchmesser des Schraubengewindes sein, damit diese genug Halt findet. In der Tabelle sehen Sie, wie groß das Bohrloch für die jeweilige Gewindegröße sein sollte:

Gewinde-Außendurchmesser der SchraubeLochgröße beim Vorbohren in Weichholz (Nadelholz)Lochgröße beim Vorbohren in Hartholz (Laubholz)
3 mm2 mm2 mm
3,5 mm2 mm2 mm
4 mm2,5 mm3 mm
4,5 mm3 mm3 mm
5 mm3 mm3,5 mm
6 mm4 mm4 mm
7 mm4,5 mm5 mm

Auch interessant: 7 Fehler, die man bei Dübeln vermeiden sollte

Wie tief sollte das Bohrloch sein?

Nicht nur der Durchmesser, sondern auch die Länge des Bohrlochs sollte kleiner als die Schraube sein, damit diese gut greift. Bei Weichholz reicht bereits die Hälfte der Schraubenlänge aus – falls man überhaupt vorbohrt, was bei Nadelholz meistens nicht nötig ist. Bei Hartholz darf das Loch rund zwei Drittel der Schraubenlänge bemessen.

Tipp: Wie findet man heraus, wie tief man bohren darf? Einfach ein Stück Klebeband am Holzbohrer befestigen und bis zu diesem Anschlag bohren.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.