27. Mai 2026, 13:12 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Im Mai gibt es für Gärtner viel zu tun. Während in Beeten und an Sträuchern noch alles blüht und die Blütenpracht bei Sonnenschein genossen werden kann, stehen auch wichtige Arbeiten an. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um bestimmte Gehölze zu schneiden. myHOMEBOOK verrät, welche sechs Gehölze im Mai dran sind – und worauf man achten sollte, damit sie kräftig weiterwachsen.
Wichtig: Von März bis September gilt eine gesetzliche Schonzeit im Garten, dann darf nichts radikal zurückgeschnitten werden. Dennoch sind schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt.
1. Buchsbaum
Buchsbäume finden sich in jeglichen Formen im Garten wieder: als Hecke, als Beetbegrenzung oder in kunstvoll geschnittenen Figuren. Damit der Buchsbaum optimal wächst, sollte man ihn zweimal im Jahr schneiden. Dabei gibt es zwei Schnittphasen. Einmal den Feinschnitt und einmal den Grobschnitt.
Im Mai ist der Feinschnitt an der Reihe, der bis in den September geht. Dabei geht es vor allem darum, dass der Buchsbaum seine Form behält. Hierbei wird nur der Neuzuwachs abgeschnitten.
2. Weigelie
Wenn die meisten Frühblüher schon verblüht sind, dann zeigt sich die Weigelie von ihrer schönsten Seite. Sie hat hübsche, meist rosa bis pinkfarbene Blüten und gilt als eine Art Lückenbüßer bis dann die Rosen blühen. Damit die Weigelie aber auch Jahr für Jahr ihre volle Blütenpracht zeigt, muss man sie schneiden – der beste Zeitpunkt für das Gehölz ist dabei im Mai.
Sobald die Weigelie verblüht ist, schneidet man sie. Allerdings muss man den Strauch nur alle zwei bis drei Jahre auslichten. Dabei werden dann die ältesten Zweige möglichst bodennah abgeschnitten.
3. Flieder
Der Mai ist der Monat, in dem es überall herrlich nach Flieder duftet. Dieser zeigt sich jetzt in seiner schönsten Pracht. Doch im Mai wird auch zur Gartenschere gegriffen. Denn sobald der Flieder verblüht ist, muss man ihn schneiden. Je nachdem, wie früh oder spät die Blüte begonnen hat, kann sich das natürlich auch noch nach hinten verschieben.
Ist es aber dann so weit, dann kann geschnitten werden. Verwelkte Blütenrispen kann man direkt entfernen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass man die jungen Triebe, die sich direkt unter den Blüten befinden, nicht verletzt. Sie tragen schon die Blütenknospen für das kommende Jahr. Außerdem wird empfohlen, nach der Blüte einige Triebe stärker zurückzuschneiden, damit der Strauch nicht mit der Zeit von innen verkahlt.
Bei der Magnolie scheiden sich die Geister
„Man kann fünf Gärtner fragen, wann oder ob man eine Magnolie schneiden sollte, und alle geben eine andere Antwort, hat mir mal Gottfried Röll von der Bayerischen Gartenakademie erzählt. Und genau so ist es auch. Magnolien wachsen so langsam, dass man sie eigentlich gar nicht schneiden muss. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie einem über den Kopf wachsen. Wenn man sie also wirklich etwas stutzen muss, dann direkt nach der Blüte, so vermeidet man größeren Schaden. Allerdings sollte man die Eisheiligen abwarten. Würde man die Magnolie erst im Spätsommer schneiden, würde man auch bereits angelegte Knospen für die nächste Saison abschneiden.“
4. Pflaumenbaum
Damit ein Pflaumenbaum gesund wächst und regelmäßig viele Früchte trägt, sollte er in jungen Jahren regelmäßig geschnitten werden. Im Mai eignet sich dafür besonders der sogenannte Erziehungsschnitt. Dabei wird die Krone so aufgebaut, dass Licht und Luft gut ins Innere gelangen.
Damit die Pflaume eine stabile und lichtdurchlässige Krone entwickelt, werden ungeeignete Triebe entfernt
Vor allem nach innen oder steil nach oben wachsende Triebe werden herausgeschnitten. Auch konkurrierende Äste, die die Form der Krone stören, sollten entfernt werden. Ziel ist eine lockere Krone, damit die Früchte ausreichend Sonne bekommen und nach Regen schneller abtrocknen. Das hilft zugleich, Krankheiten vorzubeugen.
Gehölze, die man im Herbst nicht schneiden sollte
Wie und wann man Flieder richtig schneidet
5. Rosmarin
Rosmarin ist ein schmackhaftes Küchenkraut, das viele im kleinen Kräutertopf anpflanzen. Doch die Pflanze macht sich auch gut, wenn man sie direkt in den Garten pflanzt. Neben dem typischen Duft überzeugt Rosmarin auch mit seinen hübsch anzusehenden Blüten. Sind die verblüht, ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt gekommen. Das ist meist im Mai oder Juni der Fall. Verzichtet man auf diesen kräftigeren Rückschnitt, verholzt die Pflanze nach und nach.
6. Rhododendron
Nach seiner üppigen Blüte im Frühjahr braucht der Rhododendron meist nur einen leichten Pflegeschnitt. Der beste Zeitpunkt dafür ist direkt nach der Blüte – je nach Sorte häufig im Mai oder Juni.
Damit der Rhododendron kräftig bleibt und neue Blüten bildet, sollten verblühte Blütenstände entfernt werden
Dabei werden die verwelkten Blüten vorsichtig herausgebrochen oder abgeschnitten, ohne die jungen Triebe darunter zu beschädigen. Zusätzlich können abgestorbene oder störende Zweige entfernt werden. Ein starker Rückschnitt ist bei Rhododendren meist nicht nötig, da die Pflanzen von Natur aus kompakt wachsen.

