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Pflanz- und Pflegetipps

Die Glockenrebe – blühfreudige Kletterpflanze als Sichtschutz

Glockenrebe
Die Glockenrebe besticht durch ihre blauviolette Blüte Foto: Getty Images / Sandra Alkado
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

14. Dezember 2025, 12:54 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

In ihrer mexikanischen Heimat wächst die Glockenrebe (Cobaea scandens), auch als Glockenwinde oder Krallenwinde bekannt, mehrjährig. Hierzulande wird die Kletterpflanze meist einjährig kultiviert. Ihre attraktiven Blüten und ihre enorme Wuchskraft machen sie zu einem beliebten Kandidaten für die schnelle Begrünung von Pergolen, Zäunen oder Mauern.

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Aussehen und Wuchs

Die Glockenrebe wächst als stark verzweigte Kletterpflanze, die mit ihren langen Ranken schnell an Höhe gewinnt. Im Freiland erreicht sie drei bis sechs Meter, im Kübel bleibt sie niedriger. Ihr dichtes Laub besteht aus gegenständigen, doppelt gefiederten Blättern in frischem Grün. An deren Enden sitzen fein verzweigte, rötliche Ranken, die mit Haken ausgestattet sind. Mit diesen Haken findet die Pflanze an rauen Oberflächen gut Halt, während sie an glatten Oberflächen auf Rankhilfen angewiesen ist. Ab Juli öffnen sich die großen, glockenförmigen Blüten. Diese sind anfangs grünlich-hell und gehen später in ein kräftiges Violett-Blau über. Die hellen Staubgefäße stehen deutlich hervor und geben den Blüten ihre typische Wirkung. Auch der Duft verändert sich während der Blüte und wird mit der Zeit süßer. In ihrer Heimat bilden sich daraus kleine grüne Kapselfrüchte mit geflügelten Samen, doch in unseren Breiten reifen diese wegen der späten Blüte meist nicht aus.

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Glockenreben säen und pflanzen

Ab Ende Februar oder im März kann die Anzucht starten. Pro Töpfchen werden zwei bis drei vorgequollene Samen etwa einen Zentimeter tief in die Anzuchterde gesteckt. Bei einer Keimtemperatur von 20 bis 24 Grad keimt das Saatgut in der Regel innerhalb von 10 bis 20 Tagen. Nach der Keimung sollten die Pflanzen ein wenig kühler weiterwachsen. Damit sie sich gut verzweigen und später dichter wirken, lohnt es sich, die Triebe rechtzeitig einzukürzen. Eine früh bereitgestellte Bambusstütze gibt den jungen Trieben sicheren Halt. Nach den Eisheiligen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, dürfen die Glockenreben ins Freie umziehen.

Standort und Boden

Glockenreben benötigen einen windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte nährstoffreich, humusreich und gut durchlässig sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Glockenreben können sowohl im Beet als auch in großvolumigen Kübeln wachsen.

Sorten

Mit ihren reinweißen Blüten ist Cobaea scandens ‚Alba‘ eine schöne Ergänzung zu der blauviolett blühenden Art.

Glockenreben pflegen

Glockenreben sind unkompliziert, haben jedoch einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Mit folgenden Tipps gedeihen die Pflanzen optimal:

Wie man die Glockenrebe bewässern sollte

Glockenreben sind sehr durstig und sollten vor allem im Sommer reichlich gegossen werden. Im Kübel wachsende Glockenreben brauchen mehr Wasser als im Freiland wachsende.

Düngung

Um ihr volles Potenzial zu entfalten, sollte die Glockenrebe regelmäßig gedüngt werden. Ein Langzeitdünger im Pflanzloch ermöglicht ihr einen guten Start. Danach wird regelmäßig mit einem Flüssigdünger nachgedüngt. Übertreiben sollte man es mit der Düngung aber nicht, denn zu viele Nährstoffe in der Blühphase führen zu einer geringeren Blütenbildung.

Muss man Glockenreben schneiden?

Es ist möglich, aber nicht unbedingt nötig, die Glockenrebe zu schneiden. Wer die Verzweigung fördern möchte, schneidet hin und wieder einzelne Triebspitzen ab. Auch lange Triebe können geschnitten werden, wenn die Pflanze auszuufern droht.

Winterhärte

Die Glockenrebe ist nicht winterhart. Daher wird sie hierzulande meist einjährig kultiviert. Theoretisch ist es aber möglich, die Pflanze frostfrei zu überwintern. Glockenreben, die im Kübel wachsen, können kräftig zurückgeschnitten und dann hell und kühl bei 12 bis 15 Grad überwintert werden. In ihrem Quartier sollte sie regelmäßig, aber sparsam gegossen werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Glockenrebe bleibt von Krankheiten und Schädlingen weitgehend verschont. Einzig Blattläuse und Schnecken fallen gelegentlich über die Pflanze her. Gegen Blattläuse hilft grundsätzlich ein artenreich gestalteter Garten, in dem sich die Fressfeinde der Blattläuse wohlfühlen. Als Sofortmaßnahmen eignen sich ein Wasserstrahl oder eine Spritzung mit einer Schmierseifelösung. Schnecken sind nur im Jungpflanzenstadium ein Problem. Hier helfen regelmäßiges Absammeln oder ein Schneckenkragen.

Alternativen

Wer auf der Suche nach einjährigen Alternativen zur Glockenrebe ist, kann Prunkwinden pflanzen. Diese giftigen, aber hübschen Kletterpflanzen können bis zu fünf Meter lange Triebe bilden. Im Vergleich zu anderen Prunkwinden liegt die Himmelblaue Prunkwinde in Sachen Insektenfreundlichkeit weiter vorne.

Eine ebenfalls attraktive einjährige Alternative ist die Große Kapuzinerkresse. Sie ist essbar, insektenfreundlich und bildet Triebe, die selten länger als zwei bis drei Meter werden.

Wer eine mehrjährige Alternative sucht, kann das Garten-Geißblatt pflanzen. Der Kletterer mit seinen weiß-gelb-rötlichen Blüten wächst drei bis sechs Meter hoch und ist bei vielen Insekten, vor allem bei Schmetterlingsraupen sehr beliebt.

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Verwendung im Garten

Die Glockenrebe legt ein erstaunliches Tempo vor. Innerhalb weniger Wochen wächst sie mehrere Meter und lässt kahle Bereiche unter ihren langen Ranken verschwinden. Sie eignet sich als temporärer Sichtschutz, schafft angenehme Schattenbereiche und fühlt sich sowohl im Garten als auch auf der Terrasse oder dem Balkon wohl. Pergolen, Zäune, Mauern, Fassaden und auch ältere, tragfähige Bäume lassen sich mit ihr für eine Saison unkompliziert und attraktiv begrünen.

Bienenfreundlichkeit

In ihrer Heimat übernehmen spezialisierte Fledermäuse die Bestäubung der Glockenrebe. Dieses Zusammenspiel fehlt hier. Verlässliche Aussagen zur Anziehungskraft auf heimische Insekten gibt es bislang nicht, gelegentlich wird jedoch berichtet, dass die Blüten besucht werden.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Mein Tipp

„Die Glockenrebe lässt sich gut als Schnittblume verwenden. Ihre auffälligen Blüten halten in der Vase bis zu sieben Tage und bringen eine elegante Note in kleine Arrangements.“

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