14. August 2026, 15:27 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Die Kängurupfote (Anigozanthos) stammt aus dem Südwesten Australiens und fällt durch ihre auffälligen, samtig behaarten Blüten auf, die an die Vorderpfoten eines Kängurus erinnern. Die Pflanze bildet grasartige Blattrosetten und blüht je nach Art und Kulturbedingungen vor allem vom Frühjahr bis in den Sommer. Als Kübel- oder Zimmerpflanze benötigt sie einen hellen bis sonnigen Standort, durchlässiges Substrat und eine vorsichtige Bewässerung. Staunässe gilt als die häufigste Ursache für Probleme.
Die Kängurupfote, auch Känguru-Blume oder Kangaroo Paw genannt, gehört zur Gattung Anigozanthos aus der Familie der Haemodoraceae. Alle Arten kommen ursprünglich im südwestlichen Teil Australiens vor, insbesondere in Western Australia. Dort wachsen sie überwiegend an sonnigen Standorten auf gut durchlässigen Böden. Ihren deutschen Namen verdankt die Pflanze den röhrenförmigen, behaarten Blüten, die an Kängurupfoten erinnern. In Europa wird sie vor allem als Zimmer-, Kübel- oder Wintergartenpflanze kultiviert, da sie nur eingeschränkt kälteverträglich ist.
Kängurupfote
Boden
Durchlässig und locker
Pflanzzeit
Ganzjährig
Standort
Vollsonnig
Gießen
Regelmäßig
Blütezeit
Frühjahr bis Sommer
Giftig
Nein
Düngen
Alle ein bis zwei Wochen
Nein
Kängurupfote pflanzen
Die Kängurupfote wird meist in Töpfen oder Kübeln kultiviert. Für die Pflanzung eignet sich ein lockeres, gut durchlässiges Substrat. Verwendet werden können sandige Erden, Kübelpflanzenerde mit Sand oder Blähton sowie spezielle, luftige Pflanzsubstrate. Wichtig ist ein Gefäß mit zuverlässigem Wasserabzug, da überschüssige Nässe zu Schäden an den Wurzeln führen kann. Zu große Töpfe sind weniger geeignet. Stattdessen sollte die Pflanze bei Bedarf schrittweise in etwas größere Gefäße umgesetzt werden. Nach dem Einpflanzen wird das Substrat leicht angefeuchtet, ohne dass sich Wasser im Topf staut.
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Standort und Boden
Die Pflanze bevorzugt einen hellen bis vollsonnigen Standort. Je mehr Licht die Pflanze erhält, desto intensiver fällt in der Regel die Blütenbildung aus. Im Sommer kann sie auf Balkon, Terrasse oder in den Garten gestellt werden. Auch ein sonniger Platz im Wintergarten oder an einem Südfenster ist geeignet. Der Boden sollte locker, durchlässig und möglichst sandig sein. Schwere, verdichtete oder dauerhaft feuchte Substrate werden schlecht vertragen. Eine gute Luftzirkulation wirkt sich positiv auf die Pflanzengesundheit aus und kann das Risiko für Pilzkrankheiten reduzieren.
Aussehen und Wuchs
Die Kängurupfote bildet schmale, grasartige Blätter, die rosettenförmig aus den Rhizomen wachsen und meist etwa 40 bis 60 Zentimeter lang werden. Darüber erheben sich die Blütenstände deutlich sichtbar über das Laub. Je nach Art, Sorte und Kulturbedingungen können sie sehr unterschiedlich hoch werden. Während kompakte Topf- und Zimmerpflanzen deutlich kleiner bleiben, erreichen besonders wüchsige Arten und ältere Exemplare Höhen von über einem Meter. Charakteristisch sind die samtig behaarten, röhrenförmigen Blüten in Gelb, Orange, Rot, Rosa oder Grün, deren Form an die Pfote eines Kängurus erinnert.
Sorten
- Große Känguru-Pfote (Anigozanthos flavidus)
- Eine der bekanntesten und robustesten Arten. Sie wächst kräftig, bildet hohe Blütenstände und gilt als vergleichsweise widerstandsfähig.
- Rot-grüne Känguru-Pfote (Anigozanthos manglesii)
- Auffällige Art mit rot-grünen Blüten. Sie ist das florale Wahrzeichen des australischen Bundesstaates Western Australia.
- Zwerg-Känguru-Pfote (Anigozanthos humilis)
- Bleibt meist kompakter als viele andere Arten und eignet sich daher besonders für die Kultur im Topf oder Kübel.
- Grüne Känguru-Pfote (Anigozanthos viridis)
- Charakteristisch sind die überwiegend grün gefärbten Blüten. Die Art stammt ebenfalls aus Südwestaustralien.
Kängurupfote pflegen
Die Pflanze gilt als vergleichsweise pflegeleicht. Entscheidend sind ein sonniger Standort, durchlässiges Substrat und eine zurückhaltende Bewässerung ohne Staunässe.
So sollte man die Pflanze wässern
Die Kängurupfote benötigt regelmäßige, aber maßvolle Wassergaben. Während der Wachstums- und Blütezeit sollte das Substrat leicht feucht bleiben. Eine vollständige Austrocknung kann zum Verlust von Knospen führen. Staunässe muss jedoch unbedingt vermieden werden, da sie schnell zu Wurzelproblemen führt. Kalkarmes Wasser wird bevorzugt. Im Winter wird deutlich weniger gegossen. Dann reicht es aus, den Wurzelballen vor dem vollständigen Austrocknen zu schützen.
Das ist beim Düngen zu beachten
Während der Wachstumsphase freut sich die Kängurupfote über regelmäßige Nährstoffgaben. Ein kalkarmer Dünger oder ein spezieller Kübelpflanzendünger kann etwa alle ein bis zwei Wochen in geringer Dosierung verabreicht werden. Das unterstützt sowohl das Wachstum der Blätter als auch die Bildung neuer Blüten. Wichtig ist jedoch, nicht zu stark zu düngen. Während der Winterruhe benötigt die Pflanze keine zusätzlichen Nährstoffe. Erst wenn sie im Frühjahr wieder austreibt, kann erneut mit dem Düngen begonnen werden.
Benötigt die Kängurupfote einen Schnitt?
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Die Pflanze wächst von Natur aus in einer kompakten Form und benötigt keine formgebenden Maßnahmen. Verblühte Blütenstände können entfernt werden, um die Pflanze gepflegt erscheinen zu lassen. Wer Samen gewinnen möchte, lässt die Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Braune oder abgestorbene Blätter sollte man vollständig an ihrer Basis entfernen. Ein Einkürzen einzelner Blattspitzen ist nicht empfehlenswert.
Winterhärte
Die Kängurupfote ist nicht winterhart und verträgt keinen länger anhaltenden Frost. Für die Überwinterung ist ein heller Standort mit Temperaturen zwischen etwa zehn und 15 Grad empfehlenswert. Während der Winterruhe sollte man nur sparsam gießen und auf eine Düngung vollständig verzichten.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung der Rhizome. Die Aussaat sollte man vorzugsweise im Januar vornehmen. Da die Samen Lichtkeimer sind, darf man sie nicht mit Erde bedecken. Für die Keimung sollten Temperaturen am Tag von etwa 20 Grad nicht überschritten werden. Unter günstigen Bedingungen keimen die Samen nach etwa 21 bis 30 Tagen. Ältere Pflanzen kann man zudem durch Teilung vermehren. Die Rhizome sollte man vorsichtig trennen und anschließend neu eintopfen. Die Bewurzelung erfolgt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen.
Krankheiten und Schädlinge
- Wurzelfäule
- Beschreibung: Verfaulen von Wurzeln und Pflanzenteilen.
- Ursache: Staunässe und dauerhaft nasse Substrate.
- Gegenmaßnahmen: Durchlässige Erde verwenden, Wasserabzug sicherstellen und sparsamer gießen.
- Blattfleckenkrankheiten
- Beschreibung: Fleckenbildung auf den Blättern.
- Ursache: Nasse Blätter und ungünstige Kulturbedingungen.
- Gegenmaßnahmen: Blätter möglichst trocken halten und auf gute Luftzirkulation achten.
- Ink Spot Disease (Alternaria alternata)
- Spinnmilben, Blattläuse und Schmierläuse
- Beschreibung: Saugen Pflanzensaft und schwächen die Pflanze.
- Ursache: Ungünstige Kulturbedingungen, besonders während der Überwinterung.
- Gegenmaßnahmen: Standortbedingungen verbessern und befallene Pflanzenteile kontrollieren.
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Giftigkeit
Die Kängurupfote (Anigozanthos) ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht als giftige Pflanze bekannt. Dennoch sollten Kinder und Haustiere grundsätzlich keine größeren Mengen von Zierpflanzen verzehren.
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Alternativen
Wer die außergewöhnliche Optik der Kängurupfote schätzt, findet auch bei anderen exotischen Zimmer- und Kübelpflanzen interessante Alternativen. Zwei Punkte machen die Anthurie (Anthurium) besonders attraktiv für Pflanzenliebhaber: ihre auffälligen Hochblätter und die lange Blütezeit. Die Alokasie hingegen (Alocasia) fällt durch ihre markanten, dekorativen Blätter auf. Aglaonema (Aglaonema) wird vor allem wegen ihres attraktiven Laubs geschätzt. Auch diese Pflanzen verleihen Wohnräumen, Wintergärten oder geschützten Terrassenbereichen eine exotische Note und setzen dekorative Akzente.