17. März 2026, 6:33 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Zwiebeln zu säen, statt sie zu stecken, ist zwar etwas aufwendiger, klappt aber mit der richtigen Vorbereitung problemlos. Wie die Anzucht im Haus gelingt und worauf es bei der Direktsaat ankommt, erklärt myHOMEBOOK-Autorin und Gartenexpertin Katharina Petzholdt.
Kleine Zwiebeln rein, große Zwiebeln raus. So läuft der Anbau von Zwiebeln in den meisten Hobbygärten. Die sogenannten Steckzwiebeln sind eine Abkürzung im Beet, die eine schnelle Ernte ermöglichen. Zwiebeln können aber auch aus Samen gezogen werden, wobei sie entweder im Haus vorgezogen oder direkt ins Beet gesät werden.
Zwiebeln säen statt stecken: Vor- und Nachteile
Wer Zwiebeln sät, hat eine deutlich größere Auswahlmöglichkeit bei den Sorten. Viele Lagerzwiebeln und Varianten mit besonderen Farben oder Formen sind eher als Saatgut zu finden, denn als Steckware. Ein weiterer Vorteil liegt in der meist besseren Lagerfähigkeit der aus Samen gezogenen Zwiebeln. Auch für den Geldbeutel ist Saatgut eine attraktive Option, ganz besonders, wenn mehr als ein paar Reihen Zwiebeln geplant sind. Der Nachteil einer Aussaat liegt vor allem darin, dass es bis zur Ernte ein paar Wochen länger dauert.
Mehr dazu: Pflanz- und Pflegetipps für Zwiebeln im Garten
Die richtige Zeit für die Aussaat
Von der Aussaat bis zur Ernte liegen rund vier Monate. Der Startschuss für die Anzucht im Haus fällt im Februar oder März. Die Direktsaat startet etwas später, je nach Sorte und Wetterlage meist zwischen Mitte März und April.
Die richtige Temperatur für die Keimung
Zwiebeln keimen ab 5 Grad. Am besten funktioniert die Keimung aber bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad. Je nach Temperatur dauert es zwei bis vier Wochen, bis das erste Grün durch die Erde stößt.
Anzucht im Haus in Töpfen oder Aussaatschalen
Zwiebeln können im Haus auf zwei unterschiedliche Weisen vorgezogen werden.
- Aussaat in Einzeltöpfen: Gut geeignet für die Zwiebelanzucht sind Anzuchtplatten, in denen viele Einzeltöpfchen miteinander verbunden sind. Bewährt haben sich Topfgrößen mit einem Durchmesser von mindestens vier Zentimetern. Pro Topf wird entweder ein Samen gesät oder mehrere.
- Gemeinsame Aussaatschale: Manche Gärtner bevorzugen die Aussaat in einer Aussaatschale, in der die Samen mit etwas Abstand gemeinsam ausgesät werden.
Ob in Einzeltöpfen oder in der Aussaatschale: Anzuchterde einfüllen, leicht andrücken und, wenn sie nachsackt, noch etwas Erde nachlegen. Dann anfeuchten, damit sich die Erde setzt und die feinen Samen später beim Gießen nicht weggeschwemmt werden.
Gesät wird ein bis zwei Zentimeter tief. In Töpfchen kann entweder ein einziges Samenkorn gesät werden oder mehrere – etwa drei bis fünf. Wer sich das Gefriemel mit dem Vorbohren einzelner Löcher in einer Aussaatschale ersparen möchte, verteilt die Samen einfach auf einer ersten, niedrig eingefüllten Erdschicht und füllt das Gefäß erst danach bis zur gewünschten Saattiefe auf.
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Die Pflege bis zur Pflanzung
Während der Keimphase muss die Erde immer ausreichend feucht bleiben, es darf jedoch keine Staunässe entstehen. Eine Abdeckung mit Klarsichtfolie oder ein Zimmergewächshaus sorgen dafür, dass die Erde nicht so schnell austrocknet. Einmal am Tag sollte gelüftet werden, damit sich kein Schimmel bildet.
Wenn die jungen Pflanzen durch die Erde brechen, sollten sie an einem eher kühlen, aber sehr hellen Platz weiterwachsen. Falls eine Abdeckung genutzt wurde, kann sie jetzt weg. Bis zum Auspflanzen brauchen die Jungpflanzen weiterhin ausreichend Wasser. Gut eine Woche vor dem Umzug ins Freie sollten die Jungpflanzen abgehärtet, also schrittweise an die Bedingungen im Freiland gewöhnt werden.
Direktsaat im Beet
Wer direkt ins Freiland sät, lockert am besten schon einige Wochen vor der Aussaat den Boden und arbeitet etwas gut verrotteten Kompost ein. Bei der Aussaat sollte der Boden feinkrümelig und frei von Unkraut sein. Der ideale Abstand zwischen den Reihen beträgt etwa 20 bis 30 Zentimeter, der Abstand innerhalb der Reihe richtet sich nach der zu erwartenden Endgröße der Zwiebeln und sollte zwischen 5 und 10 Zentimetern liegen.
Am einfachsten funktioniert die Aussaat in Reihen, wenn man eine zwei Zentimeter tiefe Saatrille in die feuchte Erde zieht, die Samen in gleichmäßigen Abständen hineinlegt, die Rille gut verschließt und danach noch einmal vorsichtig angießt.
Extra-Tipp
„Weil Zwiebeln im Freiland besonders im frühen Frühjahr recht lange zum Keimen brauchen, kann es sinnvoll sein, die Saatrillen zu markieren. Dafür nimmt man entweder Steine oder ein paar in die Erde gesteckte Stöckchen oder man sät eine essbare Markierung. Besonders geeignet sind dafür Radieschen, weil die innerhalb weniger Tage aus dem Boden schießen: Alle 20 bis 30 Zentimeter einen Samen mit in die Zwiebelsaatrille legen und die Markierung ist gesetzt. Sind die Zwiebeln so groß, dass sie den Platz für sich beanspruchen, sind die Radieschen schon lange geerntet.“