29. August 2026, 16:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Jeder kennt die Begriffe „Minimalismus“ und „Maximalismus“. Zwei Einrichtungsstile, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ein neuer Wohntrend zeigt jedoch, dass es sehr wohl einen Mittelweg gibt. Der „Midimalismus“ vereint die besten Eigenschaften beider Ansätze und zeigt, wie sich die beiden Trends miteinander kombinieren lassen.
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Was bedeuten Minimalismus und Maximalismus eigentlich?
Um den Midimalismus einordnen zu können, muss man sich erst einmal ins Gedächtnis rufen, was genau eigentlich hinter dem Minimalismus und Maximalismus steckt.
Der Minimalismus richtet sich ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Die Einrichtung reduziert man dabei auf die wirklich notwendigen Gegenstände. Es wird weniger Wert auf luxuriöse Möbel und pompöse Einrichtungstrends gelegt. Stattdessen liegt der Fokus auf Möbeln, die das Wohnen tatsächlich bereichern und einen praktischen Mehrwert bieten.
Charakteristisch für den Minimalismus sind beispielsweise schlichte und glatte Oberflächen. Geschlossene und aufgeräumte Schränke sowie nur wenige Möbel sind typisch für den Einrichtungsstil. Neben neutralen Farben verzichtet der minimalistische Trend auf auffällige Muster und grelle Farbtöne.
Der Maximalismus beschreibt das komplette Gegenteil. Hier steht ganz klar das Motto „Mehr ist mehr” im Vordergrund. Anstatt sich wie beim Minimalismus ausschließlich auf das Nötigste zu beschränken, setzt der Maximalismus auf bunte Vielfalt und die bewusste Kombination unterschiedlichster Einrichtungsstile.
Typisch sind kräftige Farben und viele verschiedene Muster, die man miteinander kombiniert. Außerdem kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz und Möbel aus verschiedenen Stoffen finden ihren Platz im Wohnraum. Was für Minimalisten schnell zu viel des Guten sein könnte, macht für Anhänger des Maximalismus gerade den Reiz aus. Die Räume wirken lebendig, individuell und stecken voller Persönlichkeit.
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Das steckt hinter dem Midimalismus
Der Trend des Midimalismus soll die Balance zwischen den beiden Einrichtungstrends Minimalismus und Maximalismus herstellen. Entstanden ist er vor allem aus dem Wunsch vieler Menschen nach Wohnräumen, die zwar aufgeräumt und ruhig wirken, gleichzeitig aber nicht kühl oder unpersönlich erscheinen sollen. Während der Minimalismus oft auf das Nötigste reduziert und der Maximalismus bewusst viele Farben, Muster und Dekoelemente miteinander kombiniert, versucht der Midimalismus, die positiven Seiten beider Stile miteinander zu verbinden.
Dabei wählt man zum einen weniger Möbelstücke aus und legt den Fokus auf Qualität statt Quantität. Zum anderen dürfen persönliche Gegenstände, kräftige Farbakzente oder besondere Dekorationen bewusst in den Wohnraum integriert werden. Alles hat seinen Zweck, muss aber dennoch nicht unauffällig sein. Statt leer und steril soll der Raum einladend, individuell und bewohnt wirken.
3 Arten, wie sich der Midimalismus umsetzen lässt
Bei einem midimalistischen Wohnzimmer sollte man sich nicht einfach ein schlichtes Wohnzimmer vorstellen, in dem nur ein paar zusätzliche Deko-Elemente stehen. Vielmehr geht es darum, die Ruhe des Minimalismus mit mehr Persönlichkeit und ausgewählten Akzenten zu verbinden. So entsteht ein Wohnraum, der vielfältig wirkt, ohne unruhig oder überladen zu sein.
1. Gegenstände reduzieren
Das A und O beim Midimalismus ist das Auswählen und Ausmisten. Das bedeutet natürlich nicht, alles wegzuwerfen, was einem in den Weg fällt. Gemeint ist, dass man gekonnt die Gegenstände und Möbel für die Inneneinrichtung auswählt, die einen praktischen Nutzen haben, aber auch von persönlicher Bedeutung geprägt sind. Vasen, Gemälde und sonstige Dekorationen, die eine Geschichte tragen, kann man also gekonnt mit der restlichen Einrichtung zu einem stimmigen Gesamtbild kombinieren.
Möbel oder Dinge, die man nie benutzt und mit denen man nicht emotional verbunden ist, können dennoch ausgemistet werden. Statt vieler kleiner Dekoartikel fokussiert sich der Midimalismus eher auf wenige ausgewählte Stücke, die man gezielt in Szene setzt. Ein großes gerahmtes Foto, eine besondere Keramikvase oder Mitbringsel von Reisen können beispielsweise mehr Wirkung erzielen als zahlreiche verstreute Accessoires.
2. Muster und Materialien bewusst auswählen
Ziel des Midimalismus ist es, natürliche und bewusst gewählte Materialien zu verwenden. Möbel können dabei aus Materialien wie Naturstein, Massivholz, Wolle, Keramik und Leder bestehen.
Auch bei Mustern gilt das Motto: weniger, aber gezielter. Statt viele unterschiedliche Designs miteinander zu kombinieren, setzt man einige wenige Akzente. So kann etwa ein gemusterter Teppich zum Blickfang werden, während Sofa und Vorhänge eher schlicht gehalten sind. Besonders harmonisch wirkt der Stil, wenn verschiedene Materialien kombiniert werden, etwa ein Holztisch mit Keramikdeko oder ein Leinen-Sofa mit Kissen aus Wolle. Dadurch entsteht Tiefe und Gemütlichkeit, ohne dass der Raum überladen wirkt.
3. 60-30-10-Farbregel
Die sogenannte 60-30-10-Regel gilt als einfacher Leitfaden für eine harmonische Farbgestaltung in Wohnräumen. Dabei entfallen 60 Prozent des Raums auf eine dominierende Hauptfarbe, etwa für Wände oder große Möbelstücke. Weitere 30 Prozent werden mit einer ergänzenden Sekundärfarbe gestaltet, beispielsweise bei Teppichen, Vorhängen oder kleineren Möbeln. Die verbleibenden 10 Prozent sind für Akzentfarben vorgesehen, die über Kissen, Vasen oder andere Deko-Elemente gezielt Farbtupfer setzen. So entsteht ein ausgewogenes Gesamtbild, ohne dass der Raum überladen wirkt.
Besonders gut passt die Regel zum Midimalismus. Eine ruhige Basis in Beige, Creme oder Grau sorgt für die gewünschte Ordnung und Klarheit. Ergänzend können wärmere Farbtöne wie Terrakotta, Olivgrün oder Dunkelblau eingesetzt werden, um dem Raum mehr Persönlichkeit zu verleihen. Einzelne Akzente in Senfgelb, Bordeauxrot oder Messing setzen schließlich gezielte Highlights, ohne die entspannte Atmosphäre zu stören. Auf diese Weise wirkt der Raum weder zu schlicht noch überladen und findet genau die Balance, die den Midimalismus auszeichnet.