22. September 2026, 6:42 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Sommer kann es in der eigenen Wohnung große Temperaturunterschiede geben. Während ein Raum angenehm kühl bleibt, verwandelt sich der nächste schon am Nachmittag in eine regelrechte Hitzefalle. Viele vermuten dahinter vor allem die Sonneneinstrahlung, doch tatsächlich beeinflussen zahlreiche Faktoren, wie stark sich ein Zimmer aufheizt. Welche Rolle Fenster, Außenwände, Böden, Raumhöhe und die Ausrichtung des Hauses spielen, verrät myHOMEBOOK.
Wie es zum Hitzestau in Räumen kommt
Man kennt die Situation im Sommer, dass man im Schlafzimmer noch gut durchatmen kann, während im Wohnzimmer nebenan die Luft steht. Oft schieben wir das auf die Sonne. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wie stark sich ein Raum im Sommer aufheizt und wie lange er die Hitze speichert, hängt nicht nur von der Ausrichtung und Größe des Zimmers ab. Bauphysikalische Faktoren wie die Masse der Außenwände, die Art der Verglasung und sogar die Höhe der Decken können hierbei eine entscheidende Rolle spielen.
Die Ausrichtung des Hauses spielt eine entscheidende Rolle
Die Himmelsrichtung ist dabei oft ausschlaggebend und trägt wesentlich dazu bei, wie viel Sonnenenergie ein Raum aufnehmen kann. Die Sonne wandert während des Tages von Osten über den Süden nach Westen. Während Räume, die nach Süden ausgerichtet sind, die intensivste Sonnenstrahlung aufnehmen, sind nach Westen ausgerichtete Räume besonders anfällig für einen extremen Wärmestau. Die Nachmittagssonne trifft auf eine ohnehin aufgewärmte Außenluft. Diese Energie geht auf Möbel und Wände über und wird als stehende Hitze bis weit in die Nacht hinein wahrgenommen. Dagegen sind Räume, die an der Nord- und Ostseite liegen, kühler, auch wenn sie die gleiche Größe haben.
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Sind Fensterflächen mitverantwortlich für das Aufheizen der Räume?
Fenster können auf Räume oft wie Treibhäuser wirken, denn sie lassen kurzwellige Sonnenstrahlung ungehindert herein. Daraus entsteht eine langwellige Wärmeenergie, die durch das Fenster nicht mehr so leicht entweichen kann. Im Sommer kann das schnell zur Überhitzung führen, vor allem bei Räumen ohne außenliegende Verschattung. Zusätzlich verstärkt wird dieser Effekt, wenn normales Fensterglas verwendet wird.
Welche Fenster erzeugen mehr Hitze im Raum?
Nicht nur die Verschattung, sondern auch die richtige Ausstattung des Fensters hilft, das Aufheizen der Räume im Sommer wirksam zu verhindern. Fenster mit Sonnenschutzglas, sprich mit einem niedrigen g-Wert, können wie ein Schutzschild wirken. Fenster mit einem hohen g-Wert von über 60 Prozent lassen die Sonnenstrahlung hingegen ungehindert in den Raum. Insbesondere alte Fenster mit Einfachverglasung und alte Zweifach-Isolierfenster ohne Wärmeschutzbeschichtung sind besonders anfällig.
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Heizen sich Räume an Außenwänden schneller auf?
Außenwände können über die Sonneneinstrahlung und die Luft Wärme aufnehmen, die zeitverzögert an den Innenraum abgegeben wird. Oft passiert das am Abend oder in der Nacht. Zusätzlich können eine dunkle Fassadenfarbe, eine südwestliche Ausrichtung und große Fenster ohne außenliegende Rollos den Effekt verstärken. Auch eine schlechte Dämmung der Außenwände kann dazu führen, dass Wärme schneller ins Hausinnere gelangt. Wenn man es im Sommer kühler haben möchte, sollte man diese Dinge auf jeden Fall berücksichtigen.
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Haben Böden und Raumhöhe einen Einfluss darauf, wie sich Räume im Sommer erwärmen?
Raumhöhen spielen eine gewisse Rolle, wenn es um die Erwärmung im Sommer geht. Das hat mit dem vorhandenen Luftvolumen zu tun. Je mehr Volumen vorhanden ist, desto länger braucht es, bis es sich erwärmt. Zudem steigt warme Luft nach oben, somit bleibt es im unteren Wohnbereich kühler. Jedoch gibt es keine „beste“ Raumhöhe, die die Erwärmung komplett verhindern könnte.
Böden hingegen können ebenfalls einen Einfluss auf die Temperatur im Raum haben. Fliesen, Estrich und Beton speichern zwar Wärme, geben sie jedoch, wie im Beispiel mit den Außenwänden, zeitverzögert ab. Bei Holz- und Teppichböden ist es anders, da diese Bodenbeläge die Wärme weniger speichern und schneller auf Temperaturschwankungen reagieren. Ergo heizt sich der Raum schneller auf, kühlt aber genauso schnell wieder ab.
Die Zimmergröße allein ist also nicht ausschlaggebend dafür, wie stark sich ein Raum erwärmen kann. Selbst bei gleicher Größe spielen Bodenbelag, Fenstergröße und Fensterausrichtung, Verschattung und weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.