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Welche Dichtungen kann man zu Hause selbst austauschen?

Welche Dichtungen kann man selbst austauschen?
Dichtungsringe, auch O-Ringe genannt, gibt es in vielen verschiedenen Größen. Es gibt auch noch weitere Dichtungen im Haus, beispielsweise an Fenster und Türen.Foto: iStock / LM3311

Wenn es irgendwo in der Wohnung leckt oder zieht, liegt es wahrscheinlich an einer undichten Dichtung. Tatsächlich sind Dichtungen recht häufig in verschiedenen Haushaltsgegenständen und Geräten verbaut. In vielen Fällen kann man sie bei Bedarf selbst austauschen – bei manchen sollte man jedoch die Finger von lassen.

Im Grunde ist es die Aufgabe von Dichtungen, den Gas- oder Flüssigkeits-Austausch zwischen zwei Räumen oder Hohlkörpern zu begrenzen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Dichtungen auch intakt sind und gut abschließen. Mit der Zeit – oder auch bei falscher Handhabung – kann es passieren, dass sie spröde und durchlässig werden. myHOMEBOOK hat bei Ulrich Opitz, Handwerksmeister und Sachverständiger für Bauschäden, nachgefragt, welche Dichtungen man in solchen Fällen selbst austauschen kann und bei welchen man einen Profi kontaktieren sollte.

Wo gibt es überall Dichtungen in der Wohnung?

Nicht nur in Fenstern und Türen gibt es Dichtungen, sondern auch in Haushaltsgeräten wie dem Backofen, Kühlschrank oder der Waschmaschine. Dazu kommen noch die Dichtungsringe an sämtlichen Leitungen oder in Armaturen. In der Regel bestehen Dichtungen aus langen Bändern, die man entsprechend kürzen kann oder aus Dichtungsringen (O-Ring) mit verschiedenen Durchmessern. Im Baumarkt oder Fachhandel gibt es Ersatz für alte Dichtungen. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien, beispielsweise Kautschuk, Teflon oder Kunststoff.

Tipp: Opitz empfiehlt, am besten die alte Dichtung zum Vergleich mit zum Baumarkt zu nehmen. Dann findet man leichter das entsprechende Produkt.

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Welche Dichtungen sollte man nicht selbst austauschen?

„Jede Dichtung kann man theoretisch austauschen“, meint Opitz im Gespräch mit myHOMEBOOK. Aber nicht in allen Fällen sollte man die Systeme auch tatsächlich selbst austauschen. „Grundsätzlich gilt: Von allen Gasleitungen lässt man die Finger“, warnt Opitz. „Wenn etwas aus einer Gasleitung austritt, kann es zu einer Explosion kommen.“ Deshalb sollten Arbeiten dieser Art nur von Experten durchgeführt werden. Nach dem Wechsel muss dieser die Dichtigkeit überprüfen.

Welche Dichtungen man selbst austauschen kann

„Alle Abwasserdichtungen, die sichtbar sind, kann man wechseln“, erklärt Opitz. Beim Waschtisch ist das beispielsweise die Lamellendichtung, darin sitzt das HT-Rohr (Hochtemperaturrohr), wo der Sifon anschließt. Eine weitere Dichtung neben dem Abfluss, die man selbst austauschen kann, sitzt am Ventilkopf im Waschbecken.

Allerdings ist es wichtig, dass die Fläche, auf der die Dichtung sitzt, nicht mit Schmutz, Rost oder Kalk belegt ist. „Dann kann sie sich verschieben und wird wieder undicht“, weiß der Handwerksmeister. Zudem sollte man beim Montieren darauf achten, Chrom-Teile mit der Wasserrohrzange nicht zu verkratzen oder gar zu beschädigen. Dazu kann man beispielsweise einen Lappen unterlegen.

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Auch außerhalb des Sanitärbereichs gibt es eine Vielzahl an Dichtungen – beispielsweise am Fenster, an der Tür, am Backofen oder auch am Kühlschrank. Diese bestehen aus einem Dichtband, beispielsweise aus Silikon, und sind in manchen Fällen fest mit dem Gerät verbaut. Ein Austausch ist somit nicht immer möglich. Dichtungen für Geräte gibt es laut Opitz oft nur direkt beim Hersteller: „Wenn ein Fenster nicht mehr gebaut wird, kann es sein, dass man die Dichtung nicht mehr bekommt.“ Allerdings gibt es auch Firmen, die alte Dichtungen nachbauen.

Was gibt es beim Mietverhältnis zu beachten?

„Wenn ich in einer Mietwohnung leben, sollte ich das Austauschen von Fenster- und Tür-Dichtungen dem Vermieter überlassen“, rät Opitz. Denn diese gehören zur Mietsache dazu. „Immer wieder kommt es zu Schäden, wenn man Dichtungen im Baumarkt kauft, die aber nicht passen.“ Im schlimmsten Fall werden Fenster und Türen sogar noch undichter, wenn beispielsweise die Beschläge nicht mehr sauber sitzen.

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Welche Versicherung greift im Schadensfall?

„Dichtungen sind immer mit Vorsicht zu genießen“, weiß Opitz, der auch Sachverständiger für Bauschäden ist. „Jeder kann dabei Fehler machen.“ Eine Haftpflichtversicherung greift im Schadensfall nur bei Ansprüchen gegenüber Dritten. Deshalb rät Opitz dazu, immer auch eine Hausratsversicherung abzuschließen. Die Gebäudeversicherung greift hingegen nur bei Dingen, die Teil des Gebäudes sind.

„Der Versicherungsnehmer ist dazu verpflichtet, den Schadensfall zu minimieren“, erklärt der Experte. Erreicht man den Vermieter nicht, kann man im Schadensfall auch einen Fachbetrieb kontaktieren.

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