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Hinweis der Wertstoffhöfe

Corona-Lockdown nicht zum Entrümpeln nutzen

Entrümpeln während Corona
Auch wenn die Gelegenheit zum Entrümpeln der Wohnung verlockend klingt, sollte man überlegen, ob es aktuell wirklich nötig ist. Die Wertstoffhöfe verzeichnen teilweise wieder ein erhöhtes Aufkommen.Foto: Getty Images

Der „Lockdown Light“ ist da – und ähnlich wie bei der Corona-Situation im März nutzen auch jetzt viele Menschen die Zeit zum Entrümpeln. Gleichzeitig befürchten die Recyclinghöfe eine Flut an altem Gerümpel und warnen vor unnötigen Aufräumaktionen. myHOMEBOOK hat nachgefragt, wie sich Verbraucher am besten verhalten sollten.

Wenn Keller oder Dachboden aus allen Nähten platzen, ist die Gelegenheit gekommen, die Wohnung zu entrümpeln. Gerade in der aktuellen Lockdown-Situation – ähnlich wie im Frühjahr – kommen viele auf die Idee, sich von altem Gerümpel zu trennen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnt allerdings auf Anfrage von myHOMEBOOK vor einer Überlastung der Wertstoffhöfe.

Wie ist die aktuelle Situation auf den Wertstoff- und Recyclinghöfen?

„Aktuell ist die Situation auf den kommunalen Wertstoff- und Recyclinghöfen bei der Kundenzahl von Ort zu Ort verschieden“, meint eine Sprecherin des VKU auf myHOMEBOOK-Anfrage. Während mancherorts Normalbetrieb herrscht, gibt es andernorts großen Andrang. Einige Abfallwirtschaftsbetriebe berichten, dass die Kundenzahl spürbar anzieht.

Der VKU hat bei einem exemplarisch ausgewählten Recyclinghof nachgefragt: Er verzeichnet aktuell zwischen 400 und 500 Anlieferungen pro Tag. Unter „normalen“ Umständen seien es üblicherweise 250, während des Lockdowns im März waren es noch 1.100 Anlieferungen täglich.

Was hat sich bei den Öffnungszeiten geändert?

Bei den Öffnungszeiten ergibt sich laut VKU ein einheitlicheres Bild: „Die kommunalen Wertstoffhöfe sind meist wie gewohnt geöffnet – wenngleich natürlich Abstands- und Hygieneregeln gelten“, sagt eine Sprecherin. Man wolle die Wertstoffhöfe offen halten und dabei die Gesundheit von Bürgern und Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe schützen. Deshalb wurden verschiedene Maßnahmen eingeführt, darunter:

  • begrenzte Kundenanzahl pro Hof
  • verlängerte Öffnungszeiten
  • Anlieferungen per Terminvereinbarung
  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung

Hinweis: Für die entsprechenden Öffnungszeiten und Hygiene-Maßnahmen informieren Sie sich bitte direkt bei Ihrem kommunalen Entsorgungsunternehmen – auch um längere Wartezeiten zu vermeiden.

Entsorger bitten um Geduld beim Entrümpeln

„So nachvollziehbar es ist, die Zeit des Lockdowns für das Entrümpeln zu nutzen und so vielleicht auch symbolisch ein für uns alle schwieriges Corona-Jahr abzuschließen, so bitten wir wie schon im Frühjahr darum zu überprüfen, ob ein ‘großes Entrümpeln‘ zum jetzigen Zeitpunkt sein muss oder ob die Möglichkeit besteht, es auf einen späteren Zeitpunkt zu verlagern – insbesondere dann, wenn ihr kommunaler Abfallwirtschaftsbetrieb vor Ort angesichts großen Zulaufs auf seinen Wertstoffhöfen darum bittet.“

Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

Zudem dürfen Abfälle auf keinen Fall vor Recyclinghöfen oder, wie in diesem Beispiel vom Frühjahr, im öffentlichen Straßenraum abgelagert werden:

Entrümpelung in Berlin: Sperrmüll in der Behmstraße in Wedding
So nicht: Vielerorts stellen Bürger weiter ihren Sperrmüll auf die Straße, wie hier im Berliner Bezirk WeddingFoto: myHOMEBOOK

Auch interessant: Was gehört zum Sperrmüll und wie wird er entsorgt?

Wohin mit dem Müll, wenn man trotzdem entrümpelt?

Wen diese Bitte zu spät erreicht – oder wer einfach nicht innehalten kann und die Wohnung unbedingt entrümpeln möchte – xsollte auf die richtige Entsorgung achten. Der Müll darf nicht im öffentlichen Straßenraum abgelegt werden. Das bedeutet auch, ihn nicht vor verschlossenen Recyclinghöfen abzulegen. Entweder sucht man sich einen geöffneten Hof oder man muss den Unrat so lange lagern, bis die Abgabe wieder möglich ist. Zudem betont der VKU in diesem Zusammenhang noch die allgemein geltenden Regeln der Entsorgung, die aktuell wieder besonders wichtig sind:

  • Müll trennen ist und bleibt die wichtigste Voraussetzung für effizientes Recycling. 
  • Abfallvolumen verringern: zum Beispiel Tetra Paks, Verpackungen und Kartons vor dem Wegwerfen zusammenfalten. 
  • Bei Verpackungen: Speisereste aus Verpackungen entfernen. 
  • Abfälle, auch unterwegs, immer in Mülltonne oder Papierkorb werfen: All das, was auf der Straße landet, muss von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtreinigung eingesammelt werden. Diese personellen Ressourcen fehlen an anderen Stellen. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, dazu beizutragen, dass Gehwege, Parks und Plätze nicht verschmutzt werden.