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Abgabefrist für Grundsteuerklärung um 3 Monate verlängert

Bis Ende Januar 2023

Abgabefrist für Grundsteuerklärung um 3 Monate verlängert

Grundsteuerreform 2022
Mit der Grundsteuerreform 2022 kommt auf Eigentümer etwas Bürokratie zuFoto: Getty Images

Jeder Eigentümer in Deutschland muss eine Grundsteuererklärung abgeben. Ob das Grundstück bebaut oder unbebaut ist, ist dabei egal. Die Finanzminister der Länder haben die Abgabefrist nun noch einmal verlängert.

Viele Eigentümer haben in diesem Jahr Post von ihrem zuständigen Finanzamt bekommen. Alle Grundbesitzer müssen nach Aufforderung eine Grundsteuererklärung abgeben. Dabei kam es zu Beginn zu einigen Problemen, da die Steuer-Plattform Elster unter den vielen Anfragen teilweise nicht erreichbar war. Auch aus diesem Grund haben die Finanzminister der Länder jetzt entschieden: Die Frist für die Abgabe wird einmalig um drei Monate verlängert. Heißt, Eigentümer haben bis Ende Januar 2023 Zeit – statt nur bis Ende Oktober 2022. Alle wichtigen Informationen zur Grundsteuererklärung 2022 haben wir hier zusammengefasst.

Die Grundsteuer: Das Wichtigste in Kürze

Die Grundsteuer in Deutschland ist eine Abgabe, die alle Grundstückseigentümer einmal im Jahr an ihr zuständiges Finanzamt abführen müssen. Dabei ist es egal, ob die Grundfläche bebaut oder unbebaut ist. Anders als die meisten anderen Steuerarten hierzulande richtet sich die Grundsteuer nicht nach der Höhe der erzielten Einkünfte des Eigentümers. Vielmehr orientiert sie sich am Wert des Grundstücks und an der Art und Größe der Bebauung.

Vor allem relevant für die Grundsteuer sind Grundstücke, auf denen Wohnhäuser oder gewerblich genutzte Gebäude stehen. Aber auch land- oder forstwirtschaftliche Flächen sind davon betroffen. Die Grundsteuer ist eine der ältesten Steuerarten in Deutschland und erfährt darum ab 2022 eine grundlegende Reform.

Sobald die entsprechende Aufforderung vom Finanzamt im Briefkasten landet, müssen grundsteuerpflichtige Eigentümer eine „Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte“ abgeben. Steuerpflichtig ist in diesem Fall der rechtmäßig eingetragene Besitzer des Grundstückes und nicht der Mieter einer Wohnung. Daher ist auch die Grundsteuererklärung Sache des Eigentümers.

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Frist für Grundsteuererklärung verlängert

Eigentlich sollte die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung Ende Oktober 2022 enden – doch jetzt haben die Finanzminister der Länder verkündet, dass Eigentümer mehr Zeit bekommen. Die Abgabefrist wurde einmalig bis Ende Januar 2023 verlängert.

Die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen, die aktuelle Vorsitzende der Finanzministerkonferenz, erklärte, dass man mit der Verlängerung darauf reagiere, dass die Bürgerinnen und Bürger noch mehr Zeit brauchten.

Grund für die dreimonatige Verlängerung dürfte auch sein, dass bisher nur wenige Erklärungen eingegangen sind. Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte zuletzt erklärt, dass erst ein Viertel bis ein Drittel der Grundeigentümer die neue Grundsteuerklärung abgegeben hatten. Bereits zuvor hatte Lindner eine Verlängerung für möglich gehalten und Gespräche mit den Ministern der Länder angekündigt.

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Was passiert, wenn man keine Grundsteuererklärung abgibt?

Konkret geht der Zeitraum für die Erstellung der Grundsteuer von 1. Juli bis zum 31. Januar 2023. Mittlerweile haben sich die Probleme der Erreichbarkeit des Elster-Portals weitestgehend eingestellt. Zudem gibt es auch eine andere Möglichkeit, die Grundsteuer 2022 zu erstellen (siehe unten).

Aber welche Konsequenzen drohen, wenn man die Grundsteuererklärung 2022 trotz Verlängerung nicht pünktlich einreicht? In diesem Fall wird das entsprechend zuständige Finanzamt zunächst eine Aufforderung schicken, in der gegebenenfalls bereits mit einem Bußgeld gedroht wird. Spätestens dann sollten Eigentümer handeln – das Bußgeld kann bis zu 25.000 Euro betragen!

Zudem hat das Finanzamt auch die Möglichkeit, die Besteuerungsgrundlage zu schätzen, falls keine Erklärung eingereicht wurde. In diesem Fall sollten Eigentümer nicht davon ausgehen, dass die Schätzungen zu ihren Gunsten ausfallen, wenn es etwa um die Größe der Wohnfläche geht.

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Welche Alternativen zu Elster kann man nutzen?

Das Bundesfinanzministerium reagierte auf die anfängliche Überlastung des Elster-Portals und stellt eine Alternative bereit. Diese ist für „einfach gelagerte Sachverhalte“ nutzbar, was unbebaute Grundstücke, Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen umfasst. Allerdings kann man die alternative Plattform nicht in allen Bundesländern nutzen. Ausgenommen sind alle Länder, die nicht auf das allgemeine Bundesmodell zurückgreifen. Übrigens: Es geht dabei um den Ort, an dem die Immobilie steht, und nicht um den Wohnort des Eigentümers.

Auf der Seite www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de kann man sich informieren, was für das eigene Bundesland gilt. Auf dieser Seite kann man dann auch direkt die Grundsteuererklärung 2022 erstellen. Das Prozedere ist auf Standardfälle zugeschnitten und „dadurch deutlich vereinfacht im Vergleich zu Elster“, wie es auf der Seite heißt. Ziel sei, die Grundsteuererklärung „so stressfrei wie möglich“ zu erstellen. In diesen 11 Bundesländern kann man die Alternative zu Elster für die Grundsteuer nutzen:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Welche Angaben sind nötig?

Die Angaben benötigt das Finanzamt 2022 für die Ermittlung des Grundsteuerwerts von Wohngrundstücken. Die nötigen Informationen können sich allerdings je nach Bundesland auch unterscheiden.

  1. Die Grundstücksfläche, die sich z. B. aus dem Kaufvertrag eines Gebäudes ergibt
  2. Die Lage des Grundstücks
  3. Der Bodenrichtwert, der dem Finanzamt normalerweise bereits bekannt sein dürfte
  4. Die Art der Immobilie: Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus, etc.
  5. Das Alter des Gebäudes, das auch im Kaufvertrag ersichtlich ist
  6. Die nutzbare Wohnfläche, welche ebenfalls im Kaufvertrag der Immobilie steht
  7. Die monatliche Nettokaltmiete in EUR pro Quadratmeter

Praxis-Tipp: Bei allen Fragen und Besonderheiten rund um das Thema Grundsteuererklärung 2022 für Eigentümer hilft in der Regel auch das zuständige Finanzamt weiter.

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Kann man die Grundsteuererklärung auch in Papierform erstellen?

Laut dem Bundesfinanzministerium besteht eine Pflicht zur elektronischen Erklärung der Grundsteuer. Hintergrund: Für Immobilienbesitzer soll der Aufwand minimiert werden. Haben Steuerpflichtige nicht die Möglichkeit, die Erklärung elektronisch via Elster oder einer alternativen Plattform einzureichen, können nahe Angehörige dabei helfen. Das Finanzministerium teilt weiterhin mit: „Nur in ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen kann eine Erklärung in Papierform abgegeben werden.“

Können Vermieter die Grundsteuer umlegen?

Für die Kommunen ist die Grundsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen. Es ist eine jährliche Steuer auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden – doch ein Vermieter kann sie über die Nebenkostenabrechnung auch auf die Mieter umlegen. Bei den meisten Wohnungseigentümern geht es um einige Hundert Euro im Jahr, bei Eigentümern von Mietshäusern dagegen oft um vierstellige Beträge.

Wie viel Grundsteuer die einzelnen Eigentümer ab 2025 tatsächlich zahlen müssen, wird noch eine Weile offen bleiben. Denn das hängt entscheidend von den sogenannten Hebesätzen der Gemeinden ab.

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Die Grundsteuerreform im Überblick

Die Grundsteuerreform soll ab 2025 für eine unbürokratische, faire und verfassungskonforme Regelung für Grund- und Immobilieneigentümer sorgen. Durch die Reform verliert der bisher geltende Einheitswert als Berechnungsgrundlage seine Gültigkeit. Daher muss jetzt für jedes Grundstück ein neuer, aktueller Wert für die Bezahlung der Grundsteuer ermittelt werden.

Die Grundwerte setzen sich aus Faktoren wie Grundstücksfläche, Lage des Grundstücks und Größe der Wohnfläche zusammen. Alle Grundstückseigentümer müssen diese Angaben wahrheitsgemäß und in einer Feststellungserklärung an das für sie zuständige Finanzamt übermitteln.

Der Grundsteuerwert wird nun vom Finanzamt auf der Grundlage einer Feststellungserklärung errechnet. Dabei bleibt jedoch das bisherige Berechnungsverfahren für die Grundsteuer (das sich aus Grundsteuerwert, Steuermesszahl und Hebesatz zusammensetzt) erhalten.

mit Material der dpa

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