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Können der Gesundheit schaden

Lebensmittelmotten effektiv bekämpfen

Lebensmittelmotten effektiv bekämpfen
Lebensmittelmotten sind relativ klein und bräunlich gefärbtFoto: dpa picture alliance

Sind die Motten erst einmal in der Wohnung, ist der Ärger groß. Oft handelt es sich dabei um Lebensmittelmotten, die man sich unwissend in Mehl, Müsli oder Trockenfrüchten nach Hause holt. Auch wenn die kleinen Falter keinen bedrohlichen Eindruck machen, sollten sie umgehend entfernt werden. Denn tatsächlich kann die Gesundheit unter ihnen leiden. Wie geht man vor?

Lebensmittelmotten kauft man häufig mit den Nahrungsmitteln ein. Sie sitzen zum Beispiel in Mehl, Müsli, Reis, Gewürze, Tee, Nüsse, Schokolade, Trocken- und Dörrobst. Auch Tierfutter kann betroffen sein. Ihre Gespinste und ihr Kot verunreinigen die befallenen Lebensmittel. In der Folge siedeln sich dort Pilze und Milben an. Der Verzehr dieser befallener Produkte kann zu Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen führen. Daher sollten Betroffene Lebensmittelmotten sofort bekämpfen.

Welche Lebensmittelmotten gibt es in Deutschland?

Lebensmittelmotten gibt es auf der ganzen Welt – und zwar in einer Vielzahl verschiedener Arten. In Deutschland sind allerdings nur fünf Arten der Vorratsschädlinge verbreitet, wie das Umweltbundesamt informiert. Dazu zählen:

  • Dörrobstmotte (Plodia interpunctella): Diese Motten erkennt man an den kupferroten Flügeln und an der Dreiecksform im Ruhezustand. Sie vermehrt sich in beheizten Räumen.
  • Mehlzünsler (Pyralis farinalis): Diese Art ist tatsächlich etwas hübscher anzusehen als seine Artgenossen. Seine Flügel sind etwas weiter abgespreizt und haben eine braun-violette Färbung mit geschwungenen Linien.
  • Mehlmotte (Ephestia kuehniella): Hierbei handelt es sich um einen recht kleinen Falter mit silbergrauer Färbung mit Fransen an den Seiten. Sind die Flügel gefaltet, hat die Mehlmotte eine längliche Form.
  • Samenmotte (Hofmannophila pseudospretella): Die Flügel der Samenmotte sind bronzefarben und sind mit Punkten versehen. Ihre Larven wachsen in Gespinstsäcken heran. Die Motten mögen gerne eine hohe Luftfeuchtigkeit und befallen neben Vorratskammern auch Vogelnester
  • Kornmotte (Nemapogon granellus): Wie der Name bereits sagt, trifft man diese Motte häufig in Getreidelagern an. Man erkennt sie an den graubraunen Flügeln mit dunklen Flecken. Die Flügel sind mit Fransen gesäumt.

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Kann man Lebensmittelmotten mit Klebefallen bekämpfen?

Klebefallen allein reichen zur Beseitigung von Lebensmittelmotten in der Wohnung nicht aus. Damit werden nur die paarungsbereiten Männchen eingefangen, was einzig die Fortpflanzung einschränkt. Daher rät das Umweltbundesamt, zusätzlich alle Schränke gründlich mit Essigwasser zu reinigen. Schlecht zugängliche Stellen und Ritzen sollten Sie am besten mit dem Föhn erhitzen. Das tötet dort abgelegte Eier und Larven ab.

Wie gut sind Mittel gegen Motten im Test?

Die Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 5/2021) hat Mittel gegen Lebensmittelmotten getestet – darunter Sprays und Klebefallen. Die Klebefallen sind dafür da, um einen Befall anzuzeigen. Sie locken in der Regel mit Pheromonen männliche Motten an. Ein Produkt im Test setzte auf gelbe Farbe.

Bei den Klebefallen bekamen 7 von 25 getesteten Fallen die Bewertung „sehr gut“. Darunter waren Produkte von Aeroxon, Evergreen Garden Care, Updike eCom und Dm. Die Note „mangelhaft“ und „ausreichend“ vergaben die Öko-Tester jeweils einem Anbieter. Alle anderen 16 getesteten Produkte schnitten mit der Note „befriedigend“ ab.

Von dem Einsatz von Sprays rät „Öko-Test“ eher ab, gründliches Putzen reiche. Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass aus Öko-Test-Sicht keines der sieben getesteten Produkte etwas besser als die Note „befriedigend“ bekam. Besonders kritisch bewerteten die Experten den Einsatz giftiger Insektizide. Zwei Produkte erhielten die Note „mangelhaft“ und vier „ungenügend“.

Die genauen Bezeichnungen der Testsieger von Öko-Test lauten:

  • Aeroxon Lebensmittel Mottenfalle
  • Nexa Lotte Schrankfalle für Lebensmittelmotten und Nexa Lotte Lebensmittelmotten Falle und Substral Celaflor Pheromonfalle für Nahrungsmittelmotten von Evergreen Garden Care
  • Pic Lebensmittel Mottenfalle von Updike eCom
  • Profissimo Nature Lebensmittelmotten-Monitor sowie Profissimo Lebensmittelmotten-Falle von Dm

Wie effektiv sind Schlupfwespenlarven?

Die Experten raten auch zur biologischen Bekämpfung mithilfe von Schlupfwespenlarven. Die Larven kann man online erwerben. Sie fressen die Motteneier und sterben nach kürzester Zeit ab. Daher werden Sie in der Regel in mehreren Zyklen geliefert. Sie müssen die Kärtchen einfach nur für eine bestimmte Dauer in dem befallenen Schrank oder Regal auslegen. Danach tauschen Sie die Kärtchen mit dem nächsten Larven-Zyklus aus. Nach rund neun Wochen sind die Motten beseitigt. Um die Schlupfwespen müssen Sie sich nicht kümmern – sie sterben von allein ab.

Mit welchen Gerüchen kann man Lebensmittelmotten bekämpfen?

Empfohlen werden außerdem sogenannte Repellenzien. Das sind Mittel auf Basis von Geruchsstoffen und ätherischen Ölen wie Lavendel, Zedernholz, Nelken, Pfefferminze, Patschuli und Thuja. Sie sollen Lebensmittelmotten abschrecken oder vertreiben. Das Gleiche gilt für Lorbeerblätter. Legen Sie die Blätter dafür großzügig in Schränken und auf Regalen aus.

Was hat es mit dem Mottenkönig auf sich?

Beim Mottenkönig, auch Harfenstrauch genannt, handelt es sich um eine Zimmerpflanze, die man effektiv zur Mottenbekämpfung einsetzen kann. Ursprünglich stammt der Mottenkönig aus Südafrika. Bei Berührung verströmt er einen speziellen Duft, der die Insekten fern hält. Stellen Sie die Pflanze am besten auf das Fensterbrett, dann kommen Insekten auf diesem Weg nicht in die Wohnung.

Sind chemische Mittel sinnvoll?

Auf chemische Maßnahmen wie den Einsatz von Insektiziden sollte man hingegen verzichten. In der Regel sei eine Kombination von vorbeugenden und nicht-chemischen Maßnahmen ausreichend, so das Umweltbundesamt.

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Wie kann man Lebensmittelmotten vorbeugen?

Befallene Lebensmittel und ihre Verpackung sollten Sie sofort entsorgen. Außerdem sollte man vorbeugend alle anfälligen Nahrungsmittel in fest verschließbaren Glas-, Kunststoff- oder Keramik-Gefäßen lagern.

Quellen:
eigene Recherche
Öko-Test
Umweltbundesamt

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