29. Januar 2026, 17:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Holzpflege mit natürlichen Ölen klingt zunächst nach einer gesunden Alternative zu Lacken. Doch eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift „Ökotest“ offenbart erhebliche Mängel: Zahlreiche Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die nicht nur Allergien auslösen können, sondern sogar als krebserregend gelten.
Viele Holzöle laut „Ökotest“ mit Schadstoffen belastet
Wer Holzmöbel pflegen, die Oberfläche auffrischen oder kleinere Kratzer ausbessern möchte, greift häufig zu speziellen Holzölen. Doch ausgerechnet bei diesen Pflegeprodukten zeigt der Test in der Februar-Ausgabe 2026 von „Öko-Test“: Die Inhaltsstoffe vieler Produkte sind alles andere als unbedenklich.
So enthält fast jedes dritte der insgesamt 19 getesteten Holzöle Phthalsäureanhydrid. Laut den Testern kann diese Substanz die Augen und Atemwege reizen und allergische Hautreaktionen hervorrufen.
Außerdem weisen mehr als die Hälfte der getesteten Produkte einen erhöhten Anteil an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) auf. Diese Stoffe können die Raumluft erheblich belasten – und sogar das sogenannte „Sick-Building-Syndrom“ auslösen. Dieses äußert sich unter anderem durch Kopfschmerzen und Müdigkeit.
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Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt
Neben VOCs und Phthalsäureanhydrid fiel auch Kobalt in zwei Produkten negativ auf – in erhöhtem Maß. Ein weiteres Öl setzt auf künstlichen Moschusduft, konkret auf die Verbindung Galaxolid. Laut „Ökotest“ reichert sich dieser Stoff in der Umwelt an und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen.
Auch ein Produkt mit Teebaumöl steht in der Kritik. Zwar sei das ätherische Öl für seine antibakterielle Wirkung bekannt, jedoch, so die Tester, sei es schon länger dafür bekannt, häufig allergische Reaktionen auszulösen. Zudem werde es wegen seines „reproduktionstoxischen Risikos“ negativ bewertet.
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Das beste Holzöl laut „Ökotest“
Nur ein einziges Produkt erhält das Urteil „sehr gut“: das farblose Arbeitsplattenöl Vincent von Hellweg. Laut Hersteller eignet es sich für Möbel, Spielzeug sowie alle Hart- und Weichholzarten.
Während nur eines von 19 Holzölen „sehr gut“ ist, fällt das Urteil der Tester insgesamt ernüchternd aus. Die restlichen Ergebnisse im Überblick:
- Zwei der getesteten Öle schneiden mit „ungenügend“ ab
- Zwei weitere Produkte erhalten die Note „mangelhaft“
- Fünf Öle werden als „ausreichend“ bewertet
- Drei Produkte bekommen die Note „befriedigend“
- Zwei Arbeitsplattenöle sind „gut“
- Vier Holzöle erreichen die Bewertung „gut“
Richtig ölen – so geht’s
Um ein sauberes Ergebnis zu erzielen, empfehlen die Öko-Tester vor dem Auftragen eines Holzöls, die Oberfläche gründlich anzuschleifen – zuerst mit gröberem, dann mit feinerem Schleifpapier.
Von improvisierten Pflegelösungen mit Küchenölen wie Oliven- oder Sonnenblumenöl raten sie ab. Einzige Ausnahme: Leinöl. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenölen macht es die Holzoberfläche nicht dauerhaft schmierig.
Mit Material der dpa