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Richtig vorbereiten

Tornadowarnung! Haus und Garten richtig gegen Schäden absichern 

Kontrolle ist besser: Droht ein Unwetter, sollte man vorab Haus und Garten auf Schwachstellen überprüfenFoto: Getty Images

Nicht nur in den Herbstmonaten können Unwetter durch Deutschland ziehen. Sturm, Gewitter, Regen, Hagel und sogar Tornados können auch im Sommer für Verwüstung sorgen. Wichtig ist es, sich selbst und seine Mitmenschen zu schützen. Um das zu gewährleisten, sollte man Haus, Garten und Balkon auf ein Unwetter vorbereiten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt heute, dem 20. Mai 2022, vor einem starken Unwetter mit Sturm- und Orkanböen. Auch Tornados können vereinzelt auftreten. Zieht ein Sturm auf, gibt es an Haus und im Garten vieles zu tun. Potenzielle Gefahrenquellen sollten so zum Beispiel entfernt oder gesichert werden. Tut man dies nicht, kann es sein, dass man für erstandene Sturmschäden haften muss. myHOMEBOOK zeigt im Überblick, woran Hausbesitzer und auch Mieter denken sollten, bevor Regen, Sturm und Gewitter eintreffen.

Wie kann man Sturmschäden an Haus und Garten vorbeugen?

Alles, was herumfliegen kann, sollte gesichert oder weggeräumt werden. Antennen, Satellitenanlagen oder Solarkollektoren müssen sicher befestigt sein. Und auch das Dach sollte man besser regelmäßig kontrollieren. Denn bei einem Sturm müssen Eigentümer im Zweifel nachweisen können, dass Schäden nicht auf den mangelhaften Unterhalt des Hauses zurückgehen, befand das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart (Az.: 4 U 97/16). Folgendes sollten Hausbesitzer und Mieter kontrollieren und bei einem Sturm gegebenenfalls sichern:

  • Alle Fenster und Außentüren schließen (Dachfenster nicht vergessen)
  • Fensterläden und Rollläden schließen
  • Gartenmöbel, Blumenkästen und andere lose Gartengeräte und Gegenstände sichern oder ins Haus holen
  • Markise einfahren
  • Auto sicher unterstellen (entfernt von Bäumen und im besten Fall in einer Garage)

Abschließend durch einen Kontrollgang prüfen, ob alles gesichert ist. Hier erfahren Sie zudem, wie Sie Ihr Haus vor Starkregen schützen.

Auch interessant: Wartungsarbeiten für Hausbesitzer im Überblick

Was ist bei Bäumen im Garten wichtig?

Ebenfalls wichtig: Bäume im Garten müssen regelmäßig kontrolliert werden. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes reicht eine Sichtkontrolle zweimal im Jahr (Az.: III ZR 225/2003), erklärt die Stiftung Warentest. Stürzt ein Baum bei einem Sturm trotzdem aufs Haus des Nachbarn, ist der Schaden in der Regel versichert.

Auch wenn Bäume nicht vom Sturm entwurzeln und umgeworfen wurden, können sie doch so stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass sie beim nächsten Sturm oder schon in einigen Monaten nachgeben und umkippen. Werden dabei Menschen verletzt und Häuser beschädigt, wird es schwer, den Schaden bei der Versicherung geltend zu machen. Denn der Hausbesitzer muss dann beweisen können, dass der Schaden durch den vergangenen Sturm erfolgt ist. Gleiches gilt hier für Gartenzäune und Mauern.

Passend dazu: Was der Garten nach Starkregen braucht

Welche Versicherung zahlt, wenn ein Baum umstürzt?

Waren bereits Anzeichen für fehlende Standfestigkeit sichtbar, zahlt die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers. War keine Vorschädigung sichtbar, ist für den Schaden am Haus die Gebäudeversicherung des Nachbarn zuständig.

Dachrinnen von Laub befreien

Außerdem sollte man einen Blick in die Regenabflüsse werfen: Haben sich hier im Sturm Blätter und Äste angesammelt und verstopfen die Abflüsse, kann das ebenfalls schlimme Folgen haben. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man die Dachrinne reinigen kann und welches Hilfsmittel sich dafür eignet.

Feuchtigkeit im Dachstuhl überprüfen

Sturmschäden können auch am Dachstuhl auftreten. Ein Beispiel sind Feuchtigkeitsschäden – auch an Dächern, die an sich gar nicht undicht sind. Aber: Starker Regen und heftige Windböen können hier Wasser hineingetrieben haben. Normalerweise laufe auf dem ordentlich gedeckten Dach das Regenwasser auf der lückenlos geschlossenen Oberseite ab, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Auch große Wassermassen können so problemlos abfließen. Bei starkem und böigem Wind aber wird das eigentlich herabfallende Regenwasser nach oben und unter die geschlossene Ziegeldecke gedrückt.

Die Feuchtigkeit setzt sich im Inneren vorzugsweise an Ecken, Gauben und rings um Dachflächenfenster ab, so der VPB. Hier durchnässt sie unter anderem die im Dach liegende Wärmedämmung, die dadurch ihre Wärmewirkung verliert.

Ist die Dämmung nass?

Eine nasse Dämmung verhindert außerdem das Trocknen der anliegenden Holzteile, die in der Folge faulen oder schimmeln können. Die gleichen Schäden sind übrigens möglich, wenn sich Starkregen an Fensterbrüstungen oder direkt an den Fenstern und Türen ins Haus pressen konnte.

Außerdem rät der VPB zu prüfen, ob am Dach noch alle Ziegel fest und bündig in der Falz sitzen. Sind die Sturmklammern noch da? Auch die Schneefanggitter, die Solaranlagen sowie die Leitungen der Blitzschutzanlage auf dem Dach sollte man auf ihren Sitz kontrollieren.

Fassade auf Sturmschäden untersuchen

Sind die Rinnen und Fallrohre nicht frei, sucht sich das Regenwasser nun andere Wege, etwa entlang der Fassade. Das Wasser kann dann etwa durch Risse und abgeplatzte Stellen im Putz ins Gemäuer eindringen und auch die Wärmedämmung durchfeuchten. Das führt wiederum zu Schimmel.

Und sollte es in diesem Winter noch mal richtig kalt werden: Stehendes und überlaufendes Wasser kann zur Bildung von Eiszapfen an Regenrinnen führen – und beim Herabfallen Passanten und Hausbewohnern gefährlich verletzen. Gefrorenes Wasser im Fallrohr kann dieses außerdem zum Platzen bringen.

Auch interessant: Welche Versicherung bei einem überfluteten Keller greift

Welche Versicherung bei Sturmschäden greift

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung greift bei Schäden an Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen im eigenen Zuhause. Bei einem Unwetter können die Schäden aus folgenden Einflüssen entstehen:

  • Sturm
  • Hagel
  • Feuer
  • Blitzschlag
  • Explosion
  • Überspannung durch Blitz

Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung greift bei Schäden am Gebäude, dem Gebäudezubehör und Einbaumöbeln. Im Falle eines Unwetters können folgende Einwirkungen zu den Schäden führen:

  • Feuer
  • Sturm
  • Leitungswasser
  • Hagel

Wichtig: Für Schäden, die durch Starkregen verursacht wurden, reicht der Versicherungsschutz oft nicht. Dafür ist in der Regel eine Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Naturgefahren nötig.

Was deckt die Elementarschadenversicherung ab?

Die sogenannte Elementarschadenversicherung wird als Ergänzung zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Zusätzlich deckt sie auch Schäden ab, die aus folgenden Ursachen entstehen:

  • Überschwemmung
  • Witterungsniederschläge
  • Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdsenkung
  • Erdrutsch
  • Schneedruck
  • Lawinen
  • Vulkanausbruch

Der Elementarschadenschutz ist in der Regel nur im Paket als Komplettlösung abschließbar. Bei einigen Verträgen ist eine Wartezeit vereinbart. Man sollte sich daher rechtzeitig um einen Einschluss kümmern. Allerdings bekommt nicht jeder, der eine Elementarschadenversicherung braucht, den Schutz auch ohne weiteres. Viele Versicherer bieten diesen Schutz laut BdV in gefährdeten Gebieten nur gegen hohe Prämien oder hohe Selbstbeteiligungen an. Eine Elementarschadenversicherung lohnt sich vor allem dann, wenn das Gebäude in einem entsprechend gefährdeten Gebiet liegt.

mit Material der dpa

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