Trüffel gelten als besondere Delikatesse und werden häufig mit Ländern wie Frankreich oder Italien in Verbindung gebracht. Doch auch in Deutschland kommen verschiedene Arten vor. Wer selbst einmal nach den unterirdisch wachsenden Pilzen suchen möchte, benötigt dafür nicht zwingend einen ausgebildeten Trüffelhund. Allerdings gibt es bei der Suche eine entscheidende Einschränkung. Gerhard Schuster von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat myHOMEBOOK erklärt, wo die Chancen auf einen Fund besonders gut stehen und was Trüffelsucher unbedingt beachten müssen.
Kann man auch ohne Hund nach Trüffeln suchen?
Trüffelhunde sind für die Suche bekannt, zwingend notwendig sind sie laut Schuster allerdings nicht. Auch Laien können sich demnach auf die Suche begeben. Wer dabei fündig wird, kann in Deutschland auf unterschiedliche Trüffelarten stoßen. „Es sind über zehn Arten der Gattung Tuber in Deutschland nachgewiesen“, erklärt Schuster. Kulinarisch hätten davon allerdings nur Sommer- beziehungsweise Burgundertrüffel und Wintertrüffel einen Wert.
Dass in Deutschland zahlreiche Pilzarten erfasst werden, zeigt auch das von der DGfM betreute Portal „Pilze Deutschlands“. Dort werden auf Grundlage der bundesweiten Pilzkartierung Fundmeldungen gesammelt und Verbreitungskarten erstellt.
Wo kann man in Deutschland Trüffel finden?
Einfach irgendwo im Wald zu suchen, dürfte wenig erfolgversprechend sein. Entscheidend sind nach Angaben von Schuster unter anderem die Region, der Untergrund und die dort wachsenden Bäume.
„Südniedersachsen und Nordhessen sind traditionell gute Trüffelregionen“, erklärt er. Besonders interessant seien Standorte mit Muschelkalk im Untergrund. Auch bestimmte Baumarten können auf geeignete Bedingungen hindeuten: „Eichen, Hainbuchen und Haselnuss versprechen Erfolg bei der Suche nach Trüffeln.“
Genau hier liegt der Haken für Hobby-Sucher. Einen wild wachsenden Trüffel zu entdecken, bedeutet nicht, dass man ihn anschließend ausgraben und mit nach Hause nehmen darf.
Schuster verweist auf die gesetzlichen Vorgaben: „Alle Arten der Gattung Tuber hat der Gesetzgeber in der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unter besonderen Schutz gestellt.“ Deshalb dürften sie nicht „entnommen, gesammelt oder ihr Lebensraum zerstört oder manipuliert werden“.
Für einige andere geschützte Speisepilze gibt es dagegen ausdrücklich eine Ausnahme. So dürfen etwa Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze und Rotkappen sowie Morcheln in geringen Mengen für den eigenen Bedarf aus der Natur entnommen werden. Auch die Positivliste der DGfM unterscheidet entsprechend zwischen besonders geschützten Pilzen, für die eine Ausnahme für geringe Mengen zum Eigenbedarf gilt, und geschützten Arten ohne eine solche Ausnahme.
Wo ist das Sammeln von Trüffeln erlaubt?
Ganz verzichten müssen Interessierte auf das Trüffelsammeln trotzdem nicht. Dafür kommt es darauf an, wo die Pilze wachsen. Schuster weist auf eine Möglichkeit hin: „Es gibt inzwischen wieder viele private Trüffelplantagen. Dort ist das Sammeln von Trüffeln erlaubt.“
Eine weitere Möglichkeit gibt es zu wissenschaftlichen Zwecken. Nach Angaben des Experten haben sich einige Mitglieder der Forschungsgruppe Hypogäen Ausnahmegenehmigungen für die Entnahme von Trüffeln erteilen lassen.
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