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Zeigerpflanzen

Diese Pflanzen verraten, wo Speisepilze wachsen

Im Wald sollte man nicht nur auf den Boden sehen, wenn man Pilze sammelt
Im Wald sollte man nicht nur auf den Boden sehen, wenn man Pilze sammelt Foto: Getty Images
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

21. Oktober 2026, 6:47 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer im Herbst mit dem Korb in den Wald zieht, verlässt sich oft auf Erfahrung, Wetterkenntnisse und ein wenig Glück. Doch erfahrene Pilzsucher achten noch auf etwas anderes: die Vegetation. Bestimmte Pflanzen, Bäume und Standortmerkmale können Hinweise darauf geben, welche Pilzarten in einem Gebiet vorkommen könnten. Warum sogenannte Zeigerpflanzen bei der Suche hilfreich sind und worauf Sammler außerdem achten sollten, hat myHOMEBOOK von Pilzexperte Gerhard Schuster erfahren.

Was Zeigerpflanzen über Pilzvorkommen verraten

Sogenannte Zeigerpflanzen können wertvolle Hinweise auf geeignete Pilzstandorte liefern. Nach Angaben von Gerhard Schuster von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zeigen sie unter anderem die Beschaffenheit des Bodens an. „Zeigerpflanzen zeigen einerseits einen geeigneten Chemismus des Bodens für bestimmte Pilzarten“, erklärt der Experte.

Daneben spielen auch enge Lebensgemeinschaften zwischen Pflanzen und Pilzen eine wichtige Rolle. Viele Pilzarten gehen eine Symbiose mit bestimmten Bäumen oder anderen Pflanzen ein. „Man findet sie nur bei diesen Partnern“, so Schuster.

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Diese Pflanzen geben Hinweise auf den Boden

Wer die Vegetation im Wald genauer betrachtet, kann Rückschlüsse auf die Bodenverhältnisse ziehen. Ginster und Heidelbeeren wachsen bevorzugt auf eher sauren Böden. Leberblümchen und Schlüsselblumen deuten dagegen auf basischere Standorte hin.

Auch bestimmte Baumarten sind für Pilzsucher interessant. „Eichen und Birken haben sehr viele Symbiosepartner“, sagt Schuster. Entsprechend lohnt es sich, deren Umgebung besonders aufmerksam abzusuchen.

Warum erfahrene Pilzsucher zuerst auf die Bäume schauen

Mit zunehmender Erfahrung richtet sich der Blick vieler Sammler zunächst weniger auf den Waldboden als auf die Umgebung. „Für eine erfolgreiche Suche nach bestimmten Pilzarten schaut man automatisch bei den passenden Bäumen, sobald erst einmal ein wenig Erfahrungen gesammelt wurden“, erklärt Schuster.

Bäume und Sträucher sind deshalb oft ein besserer erster Anhaltspunkt als die eigentlichen Pilze, die zwischen Laub, Moos und Gras leicht übersehen werden können.

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Manche Speisepilze wachsen nur bei bestimmten Bäumen

Für einige beliebte Speisepilze sind bestimmte Bäume sogar eine Voraussetzung. So findet man Maronen-Röhrlinge laut Schuster ausschließlich bei Fichten oder Kiefern. Birken-Rotkappen wachsen wiederum nur in der Nähe von Birken. Und laut Waldwissen.net wachsen Goldröhrlinge bevorzugt unter Lärchen.

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Zeigerpflanzen sind kein Garant für einen Fund

Trotzdem sollten Pilzsucher ihre Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Denn selbst wenn alle Anzeichen auf einen geeigneten Standort hindeuten, bedeutet das nicht automatisch, dass die gesuchten Pilze dort tatsächlich wachsen.

„Zeigerpflanzen sind notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für das Vorkommen bestimmter Pilzarten“, sagt Schuster. Pilzsucher sollten daher nicht enttäuscht sein, wenn an einem vielversprechenden Ort dennoch keine Funde gelingen.

Auch Boden und Totholz liefern wichtige Hinweise

Neben Pflanzen und Bäumen gibt es weitere Merkmale, auf die erfahrene Pilzsucher achten. So mögen viele Pilze keine verdichteten Böden. Auch die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, spielt für ihr Wachstum eine wichtige Rolle.

Ein weiteres gutes Zeichen ist laut Schuster viel Totholz am Waldboden. Wo abgestorbene Äste und Holzreste liegenbleiben dürfen, finden Pilze oft besonders günstige Bedingungen. „Viel Totholz am Waldboden ist ein gutes Zeichen für reiche Pilzvorkommen“, sagt der DGfM-Experte.

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