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Was tun, wenn der Wasserdruck zu schwach ist?

Wasserdruck zu schwach – was tun?
Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum Wasser mit zu wenig Druck aus dem Hahn kommtFoto: Getty Images

Ein zu geringer Wasserdruck nervt. Ist nur eine Armatur betroffen, ist diese meist verkalkt. Es gibt aber auch andere Gründe dafür, warum Wasser zu sanft aus dem Hahn kommt.

Ob beim Abwaschen oder Duschen – ist der Wasserdruck zu schwach und das Wasser plätschert deshalb zu schwach aus dem Hahn, liegen die Nerven erst mal blank. Es erfordert aber nicht immer gleich einen Experten, um das Problem zu beheben.

Erste Handgriffe, wenn der Wasserdruck zu schwach ist

In der Dusche

Man hat sich gerade unter der Dusche eingeseift, plötzlich kommt nur noch ein müdes Rinnsal aus dem Duschkopf. Läuft das Wasser bei anderen Armaturen normal durch, sollte der Brausekopf abgeschraubt und mit einem Kalklöser gereinigt werden.

In der Toilette

Noch fieser ist eine zu schwache Toilettenspülung. Auch hier kann es am abgelagerten Kalk liegen. Ist der Wasserdruck aus dem Hahn zu schwach, ist oft der Strahlregler verkalkt. Aber auch die Ventile unter dem Waschbecken können mit Kalk zugesetzt sein.

Was, wenn der Wasserdruck im ganzen Haus zu schwach ist?

Tritt das Problem im ganzen Haus auf, liegt es womöglich am sogenannten KFR-Ventil (nicht erschrecken: Kombiniertes Freistromventil mit Rückflussverhinderer). Dieses Ventil verhindert, dass Wasser aus dem Hausnetz zurück ins Versorgungsnetz fließt. Das KFR-Ventil befindet sich hinter der Wasseruhr. Einmal im Jahr sollte der Rückflussverhinderer überprüft werden. Bei akut schwachem Wasserdruck dreht man das grüne Rad des Ventils mehrmals auf und zu. Die Bewegung reicht meist schon, um das Problem zu beheben.

Auch Kerzenfilter können verstopfen

Eine weitere Ursache für schwachen Wasserdruck könnte ein verdreckter Kerzenfilter sein. Dieser Feinfilter wird installiert, wenn man Schmutzpartikel und Schadstoffe aus dem Wasser filtern will. Der Filtereinsatz ist dann in der Regel verstopft. Das erkennt man leicht, weil der Filter mit einer durchsichtigen Glocke aus Glas ummantelt ist. Ist diese gelblich oder dunkel verfärbt, muss die Kerze ausgetauscht werden. Achtung: Beim Austausch das KFR-Ventil zudrehen und einen Eimer unter den Kerzenfilter stellen. Sonst droht eine Überschwemmung im Keller.

Muss sich der Vermieter um die Filter kümmern?

Ja. Die Wasserwerke sind nur bis zum Hausanschluss für Probleme rund um den Wasserdruck zuständig. Von da an ist es Sache des Vermieters. Kommt es in einer Mietwohnung zu einem schwachen Wasserdruck, sollte man den Vermieter informieren. Generell muss dieser dafür sorgen, dass rückspülbare Filter alle zwei Monate durchgespült werden. Filter, die nicht rückspülen, müssen alle sechs Monate gereinigt werden. Die Wartung kann der Vermieter selbst übernehmen oder aber einen Installateur damit beauftragen.

Zwei Methoden, um den Wasserdruck zu messen

Mit einem Manometer

Auf dem Druckminderventil im Keller kann man den Wasserdruck für den Hausanschluss ablesen. Um den Druck in einer Wohnung zu bestimmen, eignet sich ein Manometer mit einem sogenannten Doppelnippel. Dieses Messgerät schraubt man vor den Wasserhahn. Anschließend dreht man den Hahn voll auf. Auf dem Manometer wird dann der Wasserdruck angezeigt. Ein Manometer bekommt man in jedem Baumarkt. Wer das Messgerät nur einmalig einsetzen will, kann es auch ausleihen.

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Mit der Eimer-Methode

Die einfachste und günstigste Methode, den Druck des Wasserzulaufs zu messen, ist die Eimer-Methode. Allerdings funktioniert die nicht bei vielen Waschbecken. Denn bei dieser Methode stellt man einen Zehn-Liter-Eimer unter den Wasserhahn. Anschließend wird dieser voll aufgedreht und der Eimer mit Wasser vollständig gefüllt. Dabei misst man die Füllzeit mit dem Smartphone oder old-fashion mit einer Stoppuhr. Ist der Eimer nach 25 Sekunden voll, sind rund fünf bar Wasserdruck auf der Leitung. Bei 38 Sekunden sind es nur noch 3,5 bar.

Im Ortsnetz beträgt der Wasserdruck der Trinkwasserleitung zwischen zwei und acht bar. Der Mindestwasserdruck muss bei Erdgeschossgebäuden zwei bar betragen. Pro Etage rechnet man bei Neubauten 0,50 bar hinzu. Bei Altbauten sind es pro Etage 0,35 bar.

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