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Bio-Kur für Ihren Boden

Die Vorteile von Gründünger für den Garten

Lupinen als Gründünger
Lupinen verleihen dem Garten Farbe – und gleichzeitig düngen sie den BodenFoto: Getty Images

Pflanzt man im Garten gezielt Pflanzensorten an, die die Bodenqualität verbessern, so nennt man dies gründüngen. Welche Pflanzen sich dafür eignen und welche Vorteile diese Düng-Methode mit sich bringt.

Mithilfe einer Gründüngung können Hobby-Gärtner ihren Boden verbessern. Dafür pflanzt man gezielt verschiedene Pflanzensorten an, durch die der Boden beispielsweise aufgelockert wird. Zusätzlich können Gründünger das Wachsen von Unkraut verhindern oder Schatten spenden. So schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Immerhin nutzen die Pflanzen nicht nur zur Bodenverbesserung, sondern sehen zudem hübsch aus. Welche Pflanzen sich in welcher Jahreszeit und für welchen Boden für diese Düng-Methode eignen.

Warum braucht der Boden Gründünger?

Zusätzlich konservieren einige Gründüngerarten im Boden Stickstoff für die Folgekultur, sodass sie vor verschiedenen Krankheiten und Schädlingen schützen. Außerdem wurzelt junges Gemüse leichter. Er ist zudem ein prima Bodendecker. Seine Blätter schützen und beschatten den ansonsten offenen Boden.

Hinzu kommt, dass Gründünger die unteren Bodenschichten auflockert und die Bodenqualität verbessert. Die Bodenerosion wird verringert und leichte Böden speichern besser Wasser. Auch schwere Böden nehmen durch die Pflanzendünger besser Wasser auf, da dieser den Boden durchlässiger macht.

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Welche Gründüngerarten gibt es?

Es gibt viele verschiedene Gründüngerarten mit unterschiedlicher Wurzeltiefe. Sonnenblumen lockern den Boden beispielsweise bis in drei Meter Tiefe auf. Auch der nicht winterharte Buchweizen wurzelt tief und löst Verdichtungen im Boden. Hingegen eignen sich Lupinen besonders gut für leichte Böden. Erbsen sind für jeden Boden ein Gewinn.

Viele Gründüngersorten wie Gelbsenf, Studentenblumen und Ölrettich sind gute Schädlingsbekämpfer. Sie helfen zum Beispiel bei Fadenwürmern. Das Deutsche Weidelgras setzt man am besten ein, wenn Pflanzen von Rettichschwärze oder Kohlhernie befallen sind. Blühender Steinklee vertreibt sogar lästige Wühlmäuse.

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Bakterien an Pflanzenwurzeln binden Stickstoff bei Gründüngung

Die eigentliche Düngung des Bodens vollbringt jedoch eine ganz spezielle Gattung von Pflanzen und deren kleine Mitbewohner: Die Hülsenfrüchtler. An ihren Wurzeln leben bestimmte Bakterien, die Stickstoff binden. Dieser lagert sich in kleinen Knöllchen an der Wurzel ab.

Obwohl sie sogar in Böden mit wenig Nährstoffen gedeihen, bilden die Hülsenfrüchtler auf diese Weise viele Mineralien, Vitamine und Proteine. Zu diesen Pflanzen zählen beispielsweise Erbsen, Bohnen und Linsen. Unter den Zierpflanzen finden sich Lupinen, Goldregen, Klee und Wicke.

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Welcher Gründünger ist winterhart?

Folgende Bodenverbessernden Pflanzen überstehen auch den Winter:

  • Deutsches Weidelgras
  • Esparsette
  • Feldsalat
  • Inkarnatklee
  • Landsberger Gemenge
  • Luzerne
  • Spinat
  • Steinklee
  • Winterraps
  • Winterroggen
  • Winterwicke

Welcher Gründünger ist nicht frosthart?

Eine nichtwinterharte Gründüngung friert ab – falls der Winter nicht ausfällt. Diese kann man einfach auf dem Beet liegen lassen. Die Mulchfläche schützt den Boden zusätzlich vor Kälte, Austrocknung und Erosion. Zu diesen Gründüngerpflanzen zählen:

  • Bienenfreund
  • Buchweizen
  • Gelbsenf (Weißer Senf)
  • Lupinen
  • Ölrettich
  • Perserklee
  • Ringelblumen
  • Seradella
  • Sommerwicken
  • Sonnenblumen
  • Studentenblumen

Wie und wann pflanze ich Gründünger?

Gründünger säet man von März bis Oktober. Vor der Aussaat sollte man das Beet mit einem Rechen oder einer Handegge von Steinen und Unkraut befreien. Die Pflanzensamen kann man dann breitwürfig und gleichmäßig auf dem Beet verstreuen. Danach die Samen mit dem Rechen leicht in die Erde einarbeiten. Zum Abschluss die Erde gut begießen und diese während der Keimphase feucht halten. Schnell wachsende Gründünger-Pflanzen können bereits nach einigen Wochen abgeschnitten und in die Erde eingegraben werden.

Alten Gründüngerpflanzen entfernet man vor der Aussaat. Niedrigere Gründüngerarten graben Hobby-Gärtner einfach unter. Die verrottende Biomasse führt dem Boden zusätzlichen Humus zu.

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Gründünger-Sorten für jede Jahreszeit

Für die Jahreszeiten eignen sich verschiedene Pflanzen, um den Boden zu verbessern.

  • Frühjahr: Ackerbohne, Phacelia, Senf, Spinat
  • Frühsommer/Sommer: Ackerbohne, Alexandrinerklee, Perserklee, Phacelia, Rotenburger Combigemenge, Senf, Spinat
  • Sommer/Herbst: Lupinen, Ölrettich, Perserklee, Phacelia, Platterbsen, Senf, Sommerwicken
  • Herbst/Winter: Landsberger Gemenge, Winterraps, Winterrübe, Zottelwicke

Was sind die Nachteile von Gründünger?

Diese Düng-Methode hat nicht nur Vorteile. Die Samen von blühendem Gründünger haben leider die Neigung, sich überall im Garten auszubreiten. Da hilft dann nur noch ein guter Unkrautstecher.

Bienenweide durch Blumensamen

Mit diesem Tipp vom Naturschutzbund (Nabu) verwandelt man seine Gründüngung in eine Bienenweide. Einfach die Samen von Ringelblumen, Studentenblumen, Borretsch und Büschelschön auf das abgeerntete Beet aussäen. Verzichten sollte man aber auf sogenannte Kreuzblütler wie Kresse, Senf oder Raps. Diese ziehen Kohlkrankheiten wie die Kohlhernie an.

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