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Gepflegte Grünfläche

Rasen richtig vertikutieren, ohne ihn zu beschädigen

Vertikutierer auf dem Rasen
Ein Vertikutierer ist wichtig für die Rasenpflege – wenn man ihn richtig verwendetFoto: iStock / MagMos

Neben dem Rasenmäher ist der Vertikutierer ein wichtiges Gerät zur Rasenpflege. Während der Mäher die Halme kürzt, befreit der Vertikutierer die Pflanzendecke von lästigen Verwachsungen. myHOMEBOOK erklärt, wie man dabei richtig vorgeht und wann der beste Zeitpunkt ist.

Mit der Zeit sammeln sich an der Grasnarbe festgetretene Mährückstände, Mulchreste, Moosverflechtungen und Unkraut an. Vor allem zu Beginn der Gartensaison im Frühjahr kommt der Rasenfilz zum Vorschein. Dieser verhindert eine ausreichende Nährstoffversorgung der Grünfläche und hemmt die Wasserzufuhr. Das kann den Wachstumsprozess des Rasens gerade in regenarmen Monaten erheblich einschränken. Durch das Vertikutieren des Rasens kann man dem vorbeugen.

Vertikutieren – was ist das eigentlich?

Bei ungünstiger Witterung passiert es schnell, dass der Rasen verfilzt und gelbe Flecken bekommt. In solchen Fällen muss man das Übel an der Wurzel packen und zum Vertikutierer greifen. Vertikutieren bedeutet dabei so viel wie „vertikales Schneiden“, konkret ritzt man dabei die Grasnarbe vertikal an und befreit sie damit von Mulch, Rasenfilz und Moos.

Ist Vertikutieren unbedingt notwendig?

Viele Hobbygärtner, die Wert auf eine gepflegte Grünfläche legen, schwören auf das Vertikutieren. Diese Technik haben sich viele von Fußball- oder Golfplätzen abgeschaut. Manche sagen jedoch auch, dass man dem Rasen mit der Behandlung mehr Schaden zufügen würde als ohne – zumindest dann, wenn man es falsch macht. Fakt ist jedoch, dass bei korrekter Herangehensweise Rasenfilz und Moos nachhaltig bekämpft werden. Denn dadurch kommen Nährstoffe und Wasser besser an die Wurzeln, was zu einer gleichmäßig grünen Rasenfläche führt.

Kritiker des Vertikutierens sehen die Ursache der verfilzten Rasenfläche eher bei der Moosbildung. Diese weißt oft auf einen Nährstoffmangel hin, beispielsweise durch fehlendes Düngen. Wenn man nun die ohnehin kränkelnde Grasnarbe mit dem Vertikutierer behandelt, könne man das Wachstum weiter einbremsen und zudem Unkraut im Rasen fördern. Die Lösung: Mähen, Düngen und Vertikutieren sind gleichermaßen wichtig, um ein ansprechendes Rasenbild zu erhalten. Allerdings kommt es dabei auch auf den richtigen Zeitpunkt an.

Auch wenn man den Rasen regelmäßig pflegt und er auf den ersten Blick nicht stark vermoost oder verwuchert zu sein scheint, sollte man gegebenenfalls tätig werden. Testen Sie mit einem einfachen Trick, ob Sie die Grünfläche mit einem Vertikutierer bearbeiten sollten: Fahren Sie mit einer Harke leicht durch die obere Bodenschicht und schauen Sie, ob die Grasnarbe auch wirklich moos- und unkrautfrei ist. Bleiben Rückstände an den Zinken hängen, ist das in der Regel ein Anzeichen dafür, dass man vertikutieren sollte.

Passend dazu: 6 Tipps, um den Rasen richtig zu kalken

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren?

An sich kann man die Grasnarbe der Rasenfläche das ganze Jahr über anritzen, allerdings funktioniert es am besten, wenn der Boden nicht allzu feucht ist. Die Deutsche Rasengesellschaft empfiehlt, dem Rasen mindestens einmal pro Jahr im März oder April sowie ein weiteres Mal im August oder September mehr Luft zu verschaffen. Achtung: Vor der ersten Vertikutier-Kur sollte die Grünfläche mindestens drei Jahre alt sein. Zudem gilt die Faustregel: Mindestens einmal, höchstens zweimal pro Jahr vertikutieren.

Welche Vertikutierer-Typen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Geräten: Bei der einen ritzt eine mit Messern besetzte Spindel, bei vielen Modellen motorbetrieben, den Boden wenige Millimeter ein. Beim Handvertikutierer sitzen eine Reihe von Klingen wie bei einer Harke an einer Querstrebe. Hier muss man deutlich mehr Kraft aufwenden, um Verfilzungen zu entfernen.

Tipp: Da man Vertikutierer nur einige Male pro Jahr braucht, muss man nicht gleich einen kaufen. In vielen Baumärkten und Gartencentern kann man die Geräte auch ausleihen. Hier lesen Sie, auf was es dabei ankommt.

Was ist beim Vertikutieren wichtig?

Vertikutiergeräte verfügen über sehr scharfe Messer, die dem Rasen bei falscher Anwendung schaden, wenn sie Rasenwurzeln in Massen herausreißen. Folgende Tipps sollten Hobbygärtner deshalb beachten:

  • Vorher prüfen, ob die Messer des Vertikutierers scharf sind. Unsaubere Schnitte schaden dem Rasen, er wächst dann nicht mehr gut nach.
  • Rasen vor dem Vertikutieren auf rund zwei bis drei Zentimeter heruntermähen.
  • Die Grünfläche sollte beim Vertikutieren möglichst trocken sein.
  • Vertikutierhöhe so einstellen, dass das Gerät die Grasnarbe lediglich zwei bis drei Millimeter einritzt. Die Messer sollten nur leichten Bodenkontakt haben. Ein zu tiefes Vertikutieren schädigt nicht nur den Rasen, sondern führt gleichzeitig zu einem schnellen Geräteverschleiß.
  • Den Vertikutierer möglichst zügig in Längs- und Querbahnen über das Grün führen, sodass ein geradliniges Schachbrettmuster entsteht. Wer zu lange die gleiche Stelle bearbeitet, erhöht die Gefahr, den Rasen zu ramponieren.
  • Nach dem Vertikutieren sollte man den Rasen bewässern und mit Dünger versorgen, damit er sich schnell wieder erholt.

Passend dazu: Zu welcher Uhrzeit darf ich Rasen mähen?

Kann der Rasen beim Vertikutieren Schaden nehmen?

Es ist normal, dass die Grünfläche nach dem Vertikutieren ein wenig mitgenommen aussieht. Kahle Stellen sollten im Regelfall aber nicht auftreten. Wenn doch, sollten Sie hier sofort Rasensamen ausbringen. Schon nach wenigen Wochen wächst das Gras umso üppiger, und die Arbeitsspuren sind bald wieder verschwunden.

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