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Fieser Schädling

Weiße Fliege auf Pflanzen – Befall erkennen und bekämpfen

Weiße Fliege: Larven und ausgewachsene weiße Fliegen befallen ein Pflanzenblatt
Die Weiße Fliege befällt mit ihren Larven die Blattunterseite ihres Opfers – Tomaten-Pflanzen stehen dabei ganz oben auf der Speisekarte des SchädlingsFoto: Getty Images

Die Weiße Fliege wird zunehmend zu einer Plage in vielen heimischen Gärten oder Gewächshäusern. Dort richtet sie große Schäden an. Aber auch vor Zierpflanzen auf dem Balkon oder in der Wohnung macht der Schädling nicht halt. myHOMEBOOK gibt Tipps, wie man die Weiße Fliege mit natürlichen Mitteln bekämpfen kann.

Feucht und warm – dieses Klima mag die Weiße Fliege besonders gern. Deshalb mottet sich der Schädling, der ursprünglich aus den Tropen eingewandert ist, gern in Gewächshäusern mit hoher Luftfeuchtigkeit ein. Dort befällt der ungebetene Gast die dort angebauten Pflanzen.

Wie schädigt die Weiße Fliege befallene Pflanzen?

Dabei stechen die Larven des Schädlings die Unterseite der befallenen Blätter an. Anschließend saugen sie den Pflanzensaft ab, was die befallenen Pflanzen schwächt. Zusätzlich können durch den Speichel der Weißen Fliege Virus-Erkrankungen auf die Pflanze übertragen werden.

Die Folge: Deformationen der Pflanze und zusätzlicher Pilz-Befall. Der sogenannte Ruß-Pilz macht sich durch schwarze Flecke zumeist auf der Blatt-Oberseite bemerkbar. Letztlich kann die erkrankte Pflanze keine Photosynthese mehr betreiben und stirbt unbehandelt ab.

Welche Gemüse-Sorten befällt die Weiße Fliege?

. Kurz: Ein Befall durch die Weiße Fliege ist der schiere Albtraum für jeden Hobby-Gärtner!

Auch Zierpflanzen stehen auf dem Speiseplan der Motten-Schildlaus

Bei zunehmenden Temperaturen fühlt sich der fiese Schädling auch außerhalb von Gewächshäusern wohl. Die Weiße Fliege lässt es sich nicht nur im Gartenbeet, sondern auch im Balkonkasten oder im Blumentopf in der Wohnung schmecken.

Weiße Fliege: Petunien werden besonders gerne vom Schädling befallen
Die Weiße Fliege befällt mit Vorliebe auch PetunienFoto: Getty Images

Auf dem Speiseplan stehen dabei auch viele Zier- und Zimmerpflanzen, darunter Azaleen, Fuchsien, Geranien, Hibiskus, Petunien, Primeln oder Weihnachtsstern.

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Schädling mit Schlupfwespen bekämpfen

Hobby-Gärtner, die bei der Bekämpfung der Weißen Fliege auf die Chemie-Keule verzichten wollen, können es mit dem Einsatz von Nützlingen versuchen. Gerade in geschlossenen Räumen und Gewächshäusern helfen Schlupfwespen sehr gut gegen den Schädling.

So funktioniert es: Eine weibliche Schlupfwespe sticht die Weiße Fliege mit ihrem Legestachel an. Anschließend spritzt sie ihre Eier in den Schädling. Dieser wird nun zum Wirt ihrer Eier, in dem die Larven der Schlupfwespe heranwachsen. Nichts für schwache Nerven: Die Larven der Schlupfwespe fressen ihren Wirt von innen her auf – bis diese gesättigt und gestärkt schließlich schlüpfen.

Weiße Fliege: Schwarze Schlupfwespen fressen die Larven der Weißen Fliege
Kampfplatz Pflanzenblatt: Die schwarzen Larven der Schlupfwespe fressen die Larven der Weißen FliegeFoto: dpa picture alliance

Wo kann man Schlupfwespen kaufen?

Wie auch viele andere Nützlinge kann man Schlupfwespen im Online-Handel erwerben. Aber auch einige Garten-Center, Tierhandlungen oder Baumärkte bieten die Schädlingsbekämpfer an. Bestellen oder kaufen sollte man jedoch nur so viele Schlupfwespen oder andere Nützlinge, wie man sie aktuell braucht. Nach Lieferung sollten sie nach spätestens zwei Tagen zum Einsatz kommen, sonst verhungern die lebenden Nützlinge.

Wie geht man bei der Bekämpfung vor?

In der Regel werden die Puppen der Schlupfwespen auf kleinen Papp-Kärtchen angeboten oder ausgeliefert. Diese hängt man in die betroffenen Pflanzen. Laut dem Umweltbundesamt benötigen Schlupfwespen eine Temperatur von mindestens 17 Grad, um sich zu entwickeln. Ideal sind jedoch 22 bis 27 Grad. Empfohlen wird, nach zwei Wochen erneut Karten mit Schlupfwespen einzusetzen.

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Was kosten Schlupfwespen im Handel?

200 Puppen der Schlupfwespen gibt es für rund zehn Euro im Handel. Wer fünf Euro mehr berappen will, bekommt auch mehr. Und zwar das Dreifache: Für rund 15 Euro gibt es laut der Experten vom Umweltbundesamt 600 Puppen.

Neben Schlupfwespen helfen gegen die Weiße Fliege auch sogenannte Gelbtafeln. Die gelbe Farbe zieht die Schädlinge magisch an, die dann an den Papp-Täfelchen kleben bleiben und verenden.

Auch Rainfarn hilft gegen Schädlinge

Rainfarn blüht in unseren Breiten generell von Juni bis September. Typisches Merkmal sind seine goldgelben Blüten. Man findet Rainfarn in der freien Natur oftmals am Wegesrand oder am Straßenrand. Hobby-Gärtner können Rainfarn jedoch auch selbst im Garten ziehen.

Weiße Fliege: Rainfarn mit goldgelben Blüten
Dieser natürliche Schädlingsbekämpfer ist kaum zu übersehen: Rainfarn mit seinen goldgelben Blüten Foto: Getty Images

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So wird ein Sud aus Rainfarn hergestellt

Um einen Sud herzustellen, mit dem man befallene Pflanzen bespritzt, muss der gepflückte Rainfarn zuerst getrocknet werden. Gemeinsam mit einem bis zwei Liter Wasser gibt man 100 bis 200 Gramm der kleingeschnittenen Pflanze in einen Topf. Alles einmal aufkochen und danach für rund 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend lässt man den Sud abkühlen und seiht ihn über ein Sieb in ein Einmach- oder Marmeladenglas ab.

Unverdünnt auf die befallenen Pflanzen ausgebracht, würde der hochkonzentrierte Sud mehr Schaden anrichten als helfen. Deshalb sollte man ihn wohldosieren: Auf zehn Teile Wasser kommt ein Teil des Rainfarn-Suds. Das Gemisch in eine Sprüh-Flasche füllen und die Pflanzen sorgsam bespritzen.

Achtung: Rainfarn kann auch für den Menschen in größeren Dosen unangenehme Folgen wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen haben. Deswegen sollte man das Gemüse keinesfalls sofort nach der Spritzung verzehren.