15. August 2025, 5:51 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ein sattgrüner Garten mit kräftigen Pflanzen und reichlich Blüten – das wünschen sich viele Hobbygärtner. Doch beim Gießen im Garten werden oft Fehler gemacht, die das Pflanzenwachstum hemmen und sogar Krankheiten fördern können. myHOMEBOOK erklärt, wie man seinen Garten richtig bewässert, welche typischen Fehler beim Gießen passieren und wie es besser geht.
Übersicht
- 1. Fehler beim Gartengießen: Zu häufig, aber zu wenig gießen
- 2. Zur falschen Tageszeit bewässern
- 3. Kalt aus dem Hahn gießen
- 4. Blätter statt Wurzeln gießen
- 5. Nur einseitig gießen
- 6. Mulchen vergessen
- 7. Fehler beim Gartengießen: Wasserbedarf falsch einschätzen
- Häufige Gieß-Mythen im Garten – was stimmt wirklich?
1. Fehler beim Gartengießen: Zu häufig, aber zu wenig gießen
Ein häufiger Fehler ist, täglich nur wenig Wasser zu geben. Dadurch wird nur die obere Erdschicht befeuchtet, während die Wurzeln trocken bleiben. Pflanzen entwickeln so ein oberflächliches Wurzelwerk und sind anfälliger für Trockenheit.
Besser: Weniger oft, dafür gründlich gießen. So kann das Wasser tief in den Boden eindringen und die Pflanzen bilden starke Wurzeln. Das macht sie auch bei Hitze und Trockenheit weniger anfällig für oberflächliche Austrocknung der Erde.
2. Zur falschen Tageszeit bewässern
Viele gießen mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint. Das Wasser verdunstet dann aber rasant und erreicht die Wurzeln kaum. Zudem können Wassertropfen auf den Blättern von empfindlichen Pflanzen bei intensiver Sonneneinstrahlung wie kleine Lupen wirken und Verbrennungen verursachen.
Besser: Frühmorgens oder abends gießen. So bleibt das Wasser länger im Boden und die Pflanzen können es optimal aufnehmen.
3. Kalt aus dem Hahn gießen
Sehr kaltes Leitungswasser kann die Wurzeln stressen und das Pflanzenwachstum hemmen.
Besser: Wasser in der Gießkanne oder Regentonne aufwärmen lassen. Regenwasser ist zudem kalkarm und daher ideal für die meisten Pflanzen. Leitungswasser vertragen viele Pflanzen weniger gut, wenn sie zum Beispiel auch einen kalkarmen Boden bevorzugen (zum Beispiel Hortensien, die bei einem leicht sauren Bodenmilieu besser gedeihen).
4. Blätter statt Wurzeln gießen
Viele Hobbygärtner benetzen beim Gießen vorwiegend die Blätter. Das ist nicht nur ineffektiv, sondern kann auch Pilzkrankheiten wie Mehltau fördern. Dieser fühlt sich unter feuchten Bedingungen nämlich besonders wohl.
Besser: Immer direkt am Boden gießen und den Wurzelbereich anpeilen. Tropfbewässerungen oder Gießringe helfen, das Wasser gezielt dort zu verteilen, wo es auch hin soll.
5. Nur einseitig gießen
Bei größeren Pflanzen oder Sträuchern wird oft nur auf einer Seite gegossen – meist auch, weil es einfach bequemer ist. Das kann zu ungleichmäßigem Wurzelwachstum führen und schwächt die Pflanze.
Besser: Gleichmäßig rund um die Pflanze bewässern, damit alle Wurzeln Wasser bekommen. Wer mit der schweren Gießkanne Probleme hat, kann sich selbst in der Wohnung einen Gartenschlauch am Küchen- oder Badezimmerhahn anbringen. Oder die Gießkanne wird nur halb gefüllt und man geht einfach mehrmals, um sie wieder aufzufüllen.
6. Mulchen vergessen
Unbedeckter Boden verliert schnell Feuchtigkeit, sodass häufiger gegossen werden muss.
Besser: Den Boden mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Stroh abdecken. Das reduziert die Verdunstung und hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Hierbei darauf achten, welchen Nährstoffbedarf eine Pflanze hat. Rasenschnitt eignet sich bei Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf, bei anderen ist Stroh die bessere Alternative. Rindenmulch passt gut bei Pflanzen, die einen leicht sauren Boden benötigen (Rhododendron, Hortensien etc.).
3 typische Fehler beim Gießen, die den Pflanzen schaden
Experten-Tipps, um Pflanzen richtig zu gießen
7. Fehler beim Gartengießen: Wasserbedarf falsch einschätzen
Nicht jede Pflanze benötigt gleich viel Wasser. Mediterrane Kräuter wie Lavendel oder Thymian mögen es eher trocken, während Tomaten oder Gurken viel Feuchtigkeit benötigen.
Besser: Den individuellen Wasserbedarf kennen und darauf achten, dass es nicht zu Staunässe kommt. Diese kann Wurzelfäule und Krankheiten begünstigen.
Häufige Gieß-Mythen im Garten – was stimmt wirklich?
- „Wasser auf Blättern verbrennt bei Sonne immer“ : Stimmt nur teilweise. Verbrennungen entstehen nur bei sehr feinen, behaarten Blättern und starker Sonne. Trotzdem ist Gießen morgens oder abends besser, um den Brennglaseffekt der Wassertropfen zu vermeiden.
- „Täglich gießen ist Pflicht“ : Besser sind je nach Pflanze weniger, dafür reichliche Wassergaben pro Woche, damit der Boden tief durchfeuchtet wird.
- „Braune Blattspitzen = Wassermangel“ : Häufig sind Staunässe oder ein Nährstoffmangel die Ursache. Wird wegen falscher Ursachenannahme noch mehr gegossen, kann dies die braunen Blattspitzen sogar verschlimmern.
- „Nur im Sommer gießen“ : Auch bei kühlem Wetter kann der Boden austrocknen, besonders bei windigen Bedingungen oder sandigen Böden. Deshalb vertrocknen im Winter gerade Kübelpflanzen viel häufiger, als dass sie erfrieren.
Mit Fingerspitzengefühl gießen
„Mit dem Finger-Test prüfen, ob gegossen werden muss: Finger ein paar Zentimeter tief in die Erde stecken – ist sie noch feucht, kann das Gießen warten. Praktisch sind auch Bodenfeuchtemesser oder smarte Bewässerungssysteme, die das Gießen automatisch anpassen.“

