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Alternative zum Umgraben

Gründüngung – der Energie-Booster fürs Beet

Gründüngung: Schmalblättrige Lupine: Die Pflanze hat schmale, längliche Blätter und blaue Blüten
Die Blaue Lupine bildet lange Wurzeln, an denen sich Wurzelknöllchen-Bakterien ansammeln und Stickstoff bindenFoto: Getty Images

Das Gemüse-Beet ist abgeerntet, das Blumen-Beet verblüht. Spätestens jetzt braucht die Erde im Garten einen letzten Energie-Kick! Eine Gründüngung mit speziellen Pflanzen macht ausgelaugte Böden wieder fit für das nächste Frühjahr. myHOMEBOOK erklärt, was Sie jetzt noch aussähen können und wie die Gründüngung funktioniert!

Spätestens im Herbst, nachdem das letzte Gemüse geerntet wurde, sollten Hobby-Gärtner eine Gründüngung auf dem Gemüse- oder Blumenbeet aussähen. Mit den geeigneten Pflanzen gönnen Sie auf diese Weise dem Boden eine Nährstoff-Kur und so die Erde fruchtbar und locker halten.

Mit Gründüngung Nährstoffe binden

Die Pflanzen, die zur Gründüngung auf dem Beet wachsen, werden nicht geerntet, sondern auf dem Beet gelassen. Später werden diese abgeschnitten und untergearbeitet. So wird der Boden mit organischer Masse angereichert. Kleinlebewesen in der Erde werden aktiv, Regenwürmer finden ausreichend Nahrung – das ist die beste Garantie für nährstoffreichen Humus.

Gründüngung: Die Pflanze Phacelia mit dichtem, grünen Blätterwerk
Phacelia bildet ein dichtes Blätterwerk und eignet sich gut für die GründüngungFoto: Getty Images

Um den Unterboden gut zu lockern, eignen sich Pflanzen mit tief wachsenden Wurzeln. Dazu zählen beispielsweise Sonnenblumen, Ölrettich und Blaue Bitterlupine.

Bakterien an Pflanzenwurzeln binden Stickstoff bei Gründüngung

Die eigentliche Düngung des Bodens vollbringt jedoch eine ganz spezielle Gattung von Pflanzen und deren kleine Mitbewohner: Die Hülsenfrüchtler. An ihren Wurzeln leben bestimmte Bakterien, die Stickstoff binden. Dieser lagert sich in kleinen Knöllchen an der Wurzel ab.

Obwohl sie in selbst extrem nährstoffarmen Böden gedeihen, bilden die Hülsenfrüchtler auf diese Weise viele Mineralien, Vitamine und Proteine. Zu diesen Pflanzen, die auch als Leguminosen bezeichnet werden, zählen beispielsweise Erbsen, Bohnen und Linsen. Unter den Zierpflanzen finden sich Lupinen, Goldregen, Klee und Wicke.

Gründüngung: Wurzeln einer Lupine mit kleinen Knöllchen
Lupine sind Leguminosen: An den Wurzeln bilden sich kleine Knöllchen, darin sammelt sich nährstoffreicher StickstoffFoto: dpa picture alliance

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Wie wird grüngedüngt?

Vor der Aussaat sollten Sie das Beet mit einem Rechen oder einer Handegge von Steinen und Unkraut befreien. Die Pflanzensamen können Sie dann breitwürfig und gleichmäßig auf dem Beet verstreuen. Danach die Samen mit dem Rechen leicht in die Erde einarbeiten. Zum Abschluss die Erde gut begießen und diese während der Keimphase feucht halten. Schnell wachsende Gründünger-Pflanzen können bereits nach einigen Wochen abgeschnitten und in die Erde eingegraben werden.

Eine nichtwinterharte Gründüngung friert ab – falls der Winter nicht ausfällt. Lassen Sie diese einfach auf dem Beet liegen. Die Mulchfläche schützt den Boden zusätzlich vor Kälte, Austrocknung und Erosion. Winterharte Gründüngung können Sie im Frühjahr abschneiden oder abmähen. Auch den Grünschnitt können Sie noch einige Tage auf dem Beet liegen lassen, dieser lässt sich dann besser eingraben. Zu lange und holzige Pflanzen sollten Sie besser auf dem Kompost entsorgen.

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Wurzeln in der Erde lassen

Stickstoff ist ein leicht löslicher Nährstoff und überlebenswichtig für jeden Organismus. Ohne die Bindung durch die Leguminosen wird Stickstoff, wie auch Schwefel, im Boden schnell ins Grundwasser gewaschen. Damit stünde der Nährstoff nicht mehr für das nächste Pflanzenwachstum zur Verfügung. Damit das nicht passiert, lassen Sie die Wurzeln in der Erde, während Sie die Pflanzen abschneiden und untergraben.

Bienenweide durch Blumensamen

Mit diesem Tipp vom Naturschutzbund (Nabu) verwandeln Sie Ihre Gründüngung in eine Bienenweide: Einfach die Samen von Ringelblumen, Studentenblumen, Borretsch und Büschelschön auf das abgeerntete Beet aussäen. Verzichten Sie aber auf sogenannte Kreuzblütler wie Kresse, Senf oder Raps. Diese ziehen Kohlkrankheiten wie die Kohlhernie an.