Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Gemüse Pflanzen A-Z Alle Themen
Beliebtes Gemüse

Das sollte man beachten, wenn man Gurken anpflanzen möchte

Gurken anbauen ist nicht schwer – wer aber eine ertragreiche Ernte möchte, sollte einige Tipps beherzigen
Gurken anbauen ist nicht schwer – wer aber eine ertragreiche Ernte möchte, sollte einige Tipps beherzigen Foto: Getty Images
Artikel teilen
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

29. April 2026, 13:04 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Gurken gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im Garten und sind aus der Küche kaum wegzudenken. Ob als Salat, Snack oder verarbeitet – die wasserreichen Früchte sind vielseitig nutzbar. Der Anbau gelingt sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland, erfordert jedoch etwas Aufmerksamkeit bei Standort, Wasser- und Nährstoffversorgung. Besonders wichtig sind hohe Temperaturen und gleichmäßige Bedingungen, da Gurken empfindlich auf Stress reagieren können. Unter passenden Voraussetzungen lassen sich über mehrere Wochen hinweg kontinuierlich Früchte ernten.

Die Gurke (Cucumis sativus) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Botanisch zählen ihre Früchte zu den Beeren, da die Samen im Fruchtfleisch eingebettet sind. Ursprünglich stammt sie aus Indien und wird seit über 3000 Jahren kultiviert. Heute ist sie weltweit verbreitet. Man unterscheidet vor allem zwischen Salatgurken (Schlangengurken), Einlegegurken und Schälgurken. Während Salatgurken meist im Gewächshaus wachsen, eignen sich Einlege- und Schälgurken besser für den Freilandanbau.

Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp 

Gurken pflanzen

Gurken werden aus Samen gezogen, entweder durch Vorzucht oder Direktsaat. Die Vorzucht erfolgt ab Mitte März im Gewächshaus oder ab April auf der Fensterbank. Die Samen werden etwa 2–3 cm tief in einzelne Töpfe gesät, da Gurken empfindlich auf Umpflanzen reagieren. Für eine schnelle Keimung sind Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius erforderlich. Ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten, kann man die Jungpflanzen ins Freiland setzen. Eine Direktsaat ist je nach Witterung ab Anfang Mai bis Juli möglich.

Standort und Boden

Gurken benötigen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet. Gleichzeitig ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig. Als Starkzehrer – also Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf – profitieren Gurken von gut vorbereiteten Böden, die mit Kompost oder organischem Material angereichert wurden.

Aussehen und Wuchs

Gurken sind einjährige, krautige Pflanzen mit kriechendem oder kletterndem Wuchs. Je nach Sorte können die Triebe ein bis vier Meter lang werden. Die großen, herzförmigen Blätter haben eine raue Oberfläche und sorgen für eine hohe Verdunstung. Charakteristisch für Gurken sind die gelben Blüten. Bei vielen modernen Sorten entwickeln sich Früchte auch ohne Bestäubung (parthenokarp). Die Früchte variieren stark in Form und Größe: von langen, glatten Schlangengurken bis zu kürzeren, dickeren Varianten.

Sorten

Gurken werden nach Verwendung und Anbauform unterschieden:

  • Salatgurken (Schlangengurken): Lange, gerade Früchte (bis etwa 30–35 cm), meist im Gewächshaus angebaut.
  • Einlegegurken: Kürzer, oft unregelmäßig geformt, besonders für das Einlegen geeignet und robust im Freiland.
  • Schälgurken: Größer und mit dicker Schale, die vor dem Verzehr entfernt wird.
  • Minigurken: Kleine Sorten für Snack oder Topfkultur.

Moderne Sorten sind häufig resistenter gegen Krankheiten und teilweise bitterstofffrei gezüchtet.

Gurken pflegen

Gurken gelten als anspruchsvoller als viele andere Gemüsepflanzen, vor allem wegen ihres hohen Wasser- und Nährstoffbedarfs. Mit regelmäßiger Pflege sind sie jedoch auch für Hobbygärtner geeignet.

Dazu passend: 3 typische Fehler beim Gießen von Gurken

Bewässerung

Der Wasserbedarf ist hoch, insbesondere während der Fruchtbildung. Der Boden sollte stets gleichmäßig feucht sein. Gegossen wird idealerweise morgens mit lauwarmem Wasser, da kaltes Wasser Wachstumsstörungen verursachen kann. Unregelmäßige Wasserversorgung kann zur Bildung von Bitterstoffen führen.

Düngung

Als Starkzehrer benötigen Gurken eine kontinuierliche Nährstoffzufuhr. Zur Pflanzung wird Kompost oder gut verrotteter Mist in den Boden eingearbeitet. Während der Wachstumsphase kann zusätzlich mit organischen Düngern wie Brennnessel- oder Beinwelljauche nachgedüngt werden. Alternativ eignen sich organische Gemüsedünger. Zu hohe Salzkonzentrationen im Boden sollten vermieden werden.

Schnitt

Ein Rückschnitt ist nicht zwingend notwendig, kann aber je nach Anbaumethode sinnvoll sein. Bei rankenden Gurken werden Seitentriebe teilweise gekürzt, um die Fruchtbildung zu fördern. Im Freiland kann der Haupttrieb nach dem fünften oder sechsten Blatt eingekürzt werden. Abgestorbene oder kranke Pflanzenteile sollten regelmäßig entfernt werden.

Winterhärte

Gurken sind nicht winterhart. Temperaturen unter etwa 10 Grad Celsius werden schlecht vertragen, Frost führt zum Absterben der Pflanze.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt über Samen. Diese keimen bei Temperaturen ab etwa 20 Grad Celsius innerhalb weniger Tage. Bei der eigenen Saatgutgewinnung ist Vorsicht geboten, da Kreuzungen mit anderen Kürbisgewächsen zu bitteren und ungenießbaren Früchten führen können.

Krankheiten und Schädlinge

Typische Probleme im Gurkenanbau sind:

  • Falscher Mehltau: Gelb-braune Flecken auf Blättern bei feuchter Witterung; gute Belüftung und trockene Blätter wirken vorbeugend.
  • Echter Mehltau: Weißer Belag bei trockener Wärme; resistente Sorten können helfen.
  • Gurkenmosaikvirus: Mosaikartige Verfärbungen; Übertragung durch Blattläuse, befallene Pflanzen entfernen.
  • Blattläuse: Schwächen die Pflanze und übertragen Krankheiten; Nützlinge fördern.
  • Spinnmilben: Gelbliche Sprenkel und feine Gespinste bei trockener Hitze; Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Giftigkeit

Gurken sind grundsätzlich ungiftig. Allerdings können unter Stressbedingungen Bitterstoffe (Cucurbitacine) entstehen, die gesundheitsschädlich sein können. Bitter schmeckende Früchte sollten nicht verzehrt werden.

Dazu passend: Warum Gurken aus dem Garten bitter werden können

Alternativen

Ähnliche Gemüsepflanzen sind:

  • Zucchini (Cucurbita pepo) – ebenfalls aus der Familie der Kürbisgewächse.
  • Melone (Cucumis melo) – nahe verwandt, jedoch süß und wärmeliebend.
  • Kürbis (Cucurbita spp.) – vielfältig in Form und Nutzung.
Mehr zum Thema

Ernte und Verwendung

Die ersten Gurken kann man nach etwa acht bis neun Wochen nach der Aussaat ernten. Je nach Sorte erfolgt die Ernte von Juli bis Oktober. Regelmäßiges Pflücken fördert die Bildung neuer Früchte. Gurken werden roh, eingelegt oder gekocht verwendet. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts kann man sie leider nur begrenzt lagern. Man sollte sie bei Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad Celsius aufbewahren.

Bienenfreundlichkeit

Gurkenblüten werden von Insekten besucht. Bei Sorten mit männlichen und weiblichen Blüten ist Bestäubung durch Insekten notwendig, wodurch Gurken zur Förderung von Bestäubern beitragen können.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.