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Die Purpurrote Taubnessel ist ein häufiges Unkraut im Frühjahr

Bestimmt hat jeder von uns schon einmal in einem Beet aus Purpurroten Taubnesseln gestanden
Bestimmt hat jeder von uns schon einmal in einem Beet aus Purpurroten Taubnesseln gestanden Foto: Getty Images
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

12. April 2026, 13:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Purpurrote Taubnessel ist schneller als viele andere Pflanzen. Sie besetzt offen Stellen im Garten, bietet Insekten Nahrung und ist sogar essbar. Am falschen Platz kann sie trotzdem lästig werden.

Keine Angst, sie beißt nicht. Auch wenn ihr Name sofort an die Brennnessel denken lässt, ist die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) völlig harmlos. Weil sie keine Brennhaare hat, kann man sie bedenkenlos anfassen. Dass sie im frühen Frühjahr so reichlich auftaucht, macht sie für viele zu einem lästigen Unkraut. Wer sie aber voreilig jätet, lässt ihr Potenzial ungenutzt.

Wie sieht die Purpurrote Taubnessel aus?

Die Pflanze bleibt mit 10 bis maximal 35 Zentimetern relativ klein. Die fein behaarten Blätter sind herzförmig und an den Rändern ungleichmäßig gekerbt. Anfangs sind sie rötlich überlaufen, später werden sie dunkelgrün. Die Blüten erscheinen etagenartig in Quirlen und liegen farblich zwischen dunkelrosa, purpurrot und violett.

Frühstarter mit langem Atem

Die Purpurrote Taubnessel keimt oft schon im Herbst und überwintert als unscheinbare Jungpflanze. Im Frühjahr ist sie daher anderen Arten ein Stück voraus, nutzt ihren Wachstumsvorsprung und blüht meist schon ab März. Die einzelnen Pflanzen sind relativ kurzlebig, doch es kommen immer wieder neue Pflanzen nach. So zieht sich die Blütezeit bis in den Oktober, auch wenn ihr Höhepunkt klar im Frühjahr liegt und spätere Nachzügler meist weniger auffallen.

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Insektenweide und essbares Wildkraut

Die frühe Blütezeit macht die Purpurrote Taubnessel besonders interessant – vor allem für Insekten. Wenn im frühen Frühjahr das Blüten- und damit Nahrungsangebot noch vergleichsweise gering ist, liefert die Pflanze schon Pollen und Nektar. Mehr als 40 Wildbienenarten nutzen dieses Angebot.

Nicht nur für Insekten ist die Purpurrote Taubnessel ein Gewinn, auch für Küche und Hausapotheke lässt sie sich vielseitig nutzen. Die milden, leicht pilzartig schmeckenden jungen Blätter und Triebspitzen machen sich gut als Salatbeigabe, im Pesto oder fein gehackt in einer Wildkräutersuppe. Die Blüten lassen sich wunderbar als essbare Deko verwenden. Dass die Pflanze gleichzeitig bei Atemwegserkrankungen, Harnwegsentzündungen sowie leichten Verbrennungen helfen soll, liegt an Inhaltsstoffen wie Gerbstoffe, ätherische Öle, Vitamin C, Zink und Kalium.

Purpurrote Taubnessel jäten oder wachsen lassen?

Ob man die Pflanzen entfernen sollte oder nicht, hängt vor allem von ihrem Standort ab. Im Gemüse- oder Blumenbeet kann sie lästig werden. Unter Gehölzen oder auch in wilden Ecken kann sie dagegen eine attraktive Bereicherung sein. Man kann sie im Garten also durchaus dulden oder sogar bewusst stehen lassen. Gut aufgehoben ist sie auf naturnah gehaltenen Flächen, unter lichten Sträuchern oder in Randzonen, die nicht so geschniegelt aussehen müssen. Dort bringt sie früh Farbe in den Garten, dient als Insektenweide und besetzt Flächen, die in der Natur ohnehin nicht lange offen bleiben. Als klassische Beetpflanze taugt sie trotzdem nicht unbedingt, denn dafür ist sie zu ausbreitungsfreudig.

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Wie man die Purpurrote Taubnessel loswird

Wo die Pflanze stört, kann sie relativ leicht entfernt werden. Am einfachsten ist es, wenn man die Pflanzen früh entfernt, um die Samenbildung zu verhindern. In lockerem Boden lassen sich Pflanzen meist gut herausziehen. Außerdem hilft alles, was freie Bodenstellen reduziert. Dicht bepflanzte Beete, Bodendecker oder Mulch nehmen ihr genau den Raum, den sie normalerweise nutzt.

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Schon gewusst? Die Purpurrote Taubnessel fährt Taxi

An den Samen der Purpurroten Taubnessel sitzen kleine, nährstoffreiche Anhängsel, die bei Ameisen hoch im Kurs stehen. Die Ameisen verschleppen die Samen in ihre Nester, fressen den Anhang und lassen die eigentlichen Samen einfach liegen. So helfen sie der Pflanze bei der Eroberung neuer Standorte.

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