27. Oktober 2026, 14:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Für viele Menschen ist die Toilette zunächst der Ort im Haushalt, der am meisten Bakterien und Schmutz beherbergt. Das mag auf den ersten Blick stimmen, doch bei genauerem Hinsehen ist der Toilettensitz bei weitem nicht so ein Hort für Bakterien und Keime, wie viele glauben. Dann stellt sich jedoch erst recht die Frage: Wie oft sollte man laut Experten den Toilettendeckel wechseln? Reicht es alle paar Jahre oder doch häufiger? myHOMEBOOK hat dazu beim Kompetenzzentrum Hauswirtschaft nachgefragt.
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Toilettendeckel aufgrund von Hygiene häufig wechseln?
Viele wechseln den Toilettendeckel inklusive Sitz meist aus dem Gedanken heraus, dass sich dort über Monate und Jahre hinweg trotz Putzen und Co. zu viele Keime ansammeln. Aber ist das wirklich so? myHOMEBOOK hat das Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft gefragt. „Der Wechsel muss bei guter Pflege eher aus ästhetischen als aus hygienischen Gründen erfolgen. […] Die Angst vor Keimen auf Toilettensitzen ist in unserer Wahrnehmung vorhanden und groß. Aber auf dem Toilettensitz sind weniger Keime als gedacht: Laut einer Studie der University of Arizona sind es 50 Bakterienstämme pro Quadratzentimeter.“
Laut der Expertin gibt es einige andere Gegenstände im Haushalt – von Schwamm bis Geschirrtuch –, an denen sich deutlich mehr Bakterien sammeln. „Auf der glatten und kalten Keramik des Toilettensitzes können Keime nur wenige Minuten überleben. Sollten sich doch Bakterien auf der Brille befinden, schützt uns unsere Haut“, fügt Messerschmidt hinzu. Ein Toilettensitz wird also meist aus hygienischen Bedenken oder ästhetischen Aspekten gewechselt. Weniger, weil wirklich Grund zur Sorge bestehe.
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Wie oft sollte man den Toilettensitz wechseln?
Laut Messerschmidt gibt es dabei keine klaren Empfehlungen. Viele Hersteller raten im Internet dazu, den Sitz nach fünf bis sechs Jahren zu wechseln. Die Expertin selbst erklärt: „Ein Toilettensitz kann auch wesentlich länger als 6 Jahre im Einsatz sein.“ Wichtig sei dafür jedoch, dass er gut gepflegt ist. Bei starken Vergilbungen, beispielsweise an Plastiksitzen, sollte man den Sitz austauschen, aber auch bei Rissen, Brüchen oder anderen Beschädigungen am Sitz. Denn laut Messerschmidt besteht dann nicht nur Verletzungsgefahr, sondern auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich Keime dort festsetzen.
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Die richtige Pflege ist wichtig
Damit ein Toilettensitz möglichst lange im Einsatz bleiben kann, ist es wichtig, ihn mit den richtigen Putzmitteln zu reinigen. Bei WC-Sitzen aus Kunststoffen oder lackiertem Holz könnten durch Scheuermilch Kratzer entstehen. Verwendet man hingegen Säuren wie Essig oder Zitrone und Chlorreiniger, so können laut der Expertin schon nach kurzer Zeit Vergilbungen entstehen.
Wer also bei der Reinigung des Toilettensitzes alles richtig machen möchte, sollte ihn mit neutraler Seife oder einem Allzweckreiniger und einem feuchten Tuch säubern. Anschließend sei es wichtig, die Oberflächen mit klarem Wasser noch einmal abzuwischen, da sich nur so etwaige Rückstände des Putzmittels auf dem Material wirklich entfernen lassen.
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Welches Material ist beim WC-Sitz sinnvoller?
Von bunten Plastiksitzen bis hin zu edlen Exemplaren aus Holz gibt es unzählige Möglichkeiten, die Toilette zu verschönern. Manchmal befinden sich Muster darauf, andere haben einen Plüschüberzug. Doch was rät die Expertin, wenn es darum geht, welches Material am sinnvollsten für den WC-Sitz ist?
Für Elke Messerschmidt kommt es da auf den persönlichen Geschmack an. Holzsitze seien wärmer, Kunststoffsitze deutlich kälter. Dafür sind Letztere leichter zu reinigen. Bei Holz bedarf es deutlich mehr und aufwendigerer Pflege. Kunststoffsitze sind am günstigsten, doch am tiefsten in die Tasche greifen müssen jene, die Kunststein wählen. Wer die preiswerte und leichter zu reinigende Variante bevorzugt, sollte zu einem Sitz aus Plastik greifen. Möchte man auch beim WC-Sitz nicht auf Design verzichten, auch wenn der Reinigungsaufwand höher ist, kann man Holz oder Kunststein wählen.