13. Februar 2026, 16:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Multitopfplatten sind eine gute Lösung für Gärtner, die Gemüse und Blumen auf wenig Raum vorziehen wollen. Was bei der Verwendung der Platten zu beachten ist, wo ihre Vor- und Nachteile liegen und welche Topfgrößen sich für welche Pflanzen eignen, erfahren Sie hier bei myHOMEBOOK.
Was sind Multitopfplatten?
Während es draußen noch kalt ist, stapelt sich der Frühling auf der Fensterbank. Erst stehen da fünf Joghurtbecher, dann 15, und dann dauert es nicht mehr lange, bis die ganze Fensterbank vollgestellt ist mit Jungpflanzen in Plastikbechern, Tetra-Packs oder Eierkartons.
Eine Lösung, die Ordnung und Übersicht verspricht, sind Multitopfplatten, auch Anzuchtplatten genannt: ein Verbund aus zusammenhängenden Pflanztöpfen, die im professionellen Bereich, aber auch von Hobbygärtnern zur Anzucht von Gemüse und Blumen verwendet werden.
Die Bandbreite der Platten ist groß. Manche Platten sind eng unterteilt und enthalten über 200 Töpfchen, andere haben nur 15 oder noch weniger und entsprechend mehr Platz pro Pflanze. Am Boden eines jeden Töpfchens befindet sich ein Loch, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
Wie werden Multitopfplatten verwendet?
Multitopfplatten lassen sich in einem Schwung mit Erde befüllen. Die Anzuchterde wird auf die Platte gegeben und mit den Händen so verteilt, dass sich alle Töpfchen füllen. Danach wird die Erde leicht angedrückt und bei Bedarf noch einmal nachgefüllt, bis eine gleichmäßige Oberfläche entsteht. So sackt später beim Gießen weniger nach.
Anschließend kann gesät werden. Solange die Saat noch nicht aufgegangen ist, wird vorsichtig von oben mit einer Sprühflasche oder einer Ballbrause gewässert. Sind die Jungpflanzen aufgelaufen, kann die Bewässerung auch von unten erfolgen, weil die Platten auf Untersetzern stehen.
Vorteile von Multitopfplatten
- Multitopfplatten sparen Platz, weil viele Jungpflanzen dicht beieinander in einer einzigen Platte stehen.
- Sie lassen sich mit einem Griff bewegen, drehen oder umhertragen. Spätestens bei Abhärten zeigt sich der Unterschied, wenn statt massenhaft einzelner Becher nur eine oder ein paar Platten nach draußen und wieder nach drinnen geschafft werden müssen.
- Weil jede Pflanze in ihrem eigenen Töpfchen wächst, verheddern sich die Wurzeln deutlich weniger.
- Umpflanzen ist leichter, weil sich die Wurzelballen meist sauber und leicht von unten herausdrücken lassen. Für manche Platten gibt es spezielle Ausheber, die es möglich machen, alle Jungpflanzen einer Platte auf einmal hochzudrücken.
- Die Anzucht bleibt übersichtlich, weil jede Sorte ihren festen Platz hat und Beschriftungen nicht so leicht durcheinandergeraten.
- Viele Modelle sind langlebig und über viele Jahre wiederverwendbar.
Nachteile von Multitopfplatten
- In Multitopfplatten trocknen die Randtöpfchen oft schneller aus als die mittleren Töpfchen.
- Paprika keimt am zuverlässigsten ab etwa 22 Grad, während Salate es deutlich kühler mögen. Wenn man solche Ansprüche nicht beachtet und unpassende Kulturen auf einer Platte mischt, ist Frust vorprogrammiert.
- Viele Multitopfplatten sind relativ groß, sodass sie auf schmalen Fensterbänken nicht ausreichend Platz finden.
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Drei bekannte Multitopfplatten
Auf der Suche nach Multitopfplatten stößt man vor allem auf drei Marken.
- Romberg richtet sich hauptsächlich an Einsteiger. Die grünen Platten sind oft Teil von Komplettsets und in vielen Baumärkten und Gartencentern zu haben.
- QuickPot-Platten gelten als Königsklasse unter den Anzuchtplatten. Während sie zunächst in Gärtnereien verwendet wurden, finden sie seit einigen Jahren auch im Hobbygartenbereich großen Anklang. Bei guter Pflege halten die in vielen Varianten erhältlichen Platten mehr als zehn Jahre. Man findet sie vor allem in Onlineshops rund um den Biogarten, aber auch bei großen Online-Versandhäusern.
- Für Gelegenheitsgärtner bietet zudem Windhager eine kleine Auswahl, die in vielen Baumärkten erhältlich ist.
Wie teuer sind Multitopfplatten?
Je nach Hersteller kosten Anzuchtplatten zwischen 3 und 6 Euro. Auch Zubehör wie Untersetzer, Hauben oder Aushebeplatten ist keine große Investition.
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Topfgrößen und die passenden Pflanzen
- Kleine Töpfchen: Multitopfplatten mit kleinen Töpfchen ab etwa 3 cm Durchmesser sind für eine eher kurze Anzuchtdauer von Pflanzen geeignet, von denen man viele Setzlinge auf wenig Raum vorziehen möchte, wie Lauchzwiebeln, Feldsalat, Schnittlauch oder Winterpostelein.
- Mittlere Töpfchen: Multitopfplatten mit mittelgroßen Töpfchen ab etwa 4–5 cm Durchmesser eignen sich u. a. für die Aussaat von Salat, Rote Bete, Fenchel, Staudensellerie, die horstweise Anzucht von Kräutern oder das Pikieren von Sommerblumen.
- Große Töpfchen: Multitopfplatten mit größeren Töpfchen ab etwa 8 cm Durchmesser bieten das Volumen, das Starkzehrer für eine gesunde Entwicklung benötigen. Tomaten, Paprika und Chili ziehen hier am besten ein, wenn sie in ihren Aussaatschalen die ersten Laubblätter entwickelt haben. Kürbis, Zucchini, Melone und Gurke wachsen am besten von Anfang an einzeln in diesen Töpfen.
Alternativen zu Multitopfplatten
Neben den Multitopfplatten gibt es viele weitere Methoden, um Gemüse und Blumen an den Start zu bringen.
- Aussaatschalen: Sie eignen sich gut für die erste Phase der Anzucht. Die Samen werden hier flächig gesät und später in größere einzelne Töpfe pikiert.
- Erdballenpressen: Mit diesen Geräten presst man aus angefeuchteter Anzuchterde stabile quadratische Erdblöcke, die ohne Topf auskommen.
- Papiertopfpressen: Mit diesem Holzwerkzeug lassen sich aus Zeitungs- oder Packpapier kleine Töpfchen herstellen. Da das Papier schnell verrottet, können die Jungpflanzen samt Topf arbeitsarm ausgepflanzt werden.
Extra-Tipp
„Auch bei Multitopfplatten verhindert eine Beschriftung, dass Sorten durcheinandergeraten. Einzelne Töpfchen lassen sich mit beschrifteten Eisstielen markieren. Für ganze Reihen eignen sich u. a. Papierschildchen, die mit Klebeband am Plattenrand fixiert werden.“

