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Bau­ern­re­geln im Check

Wie wirkt sich das September-Wetter auf die Ernte aus?

Bauernregeln September
In alten Bauernregeln steckt oft ein Fünkchen Wahrheit – welche sind im September aktuell?Foto: Getty Images

Alte Bauernregeln geben Hinweise zum Wetter. Doch was nützen die alten Weissagungen für den September wirklich? Stimmt es, dass ein sonniger erster Tag im Monat warmes Wetter für den restlichen September verspricht?

Bauernregeln für den September helfen Hobbygärtnern bei der Gartenarbeit. Weiß man, wie das Wetter wird, kann man den Garten entsprechend darauf vorbereiten und pflegen. Eine Regel lautet: „Ist der September lind, ist der Winter ein Kind.“ Sie besagt somit, dass nach einem milden September mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein ebenfalls milder Winter folgen soll. Weitere Bauernregeln im September im Überblick.

Bauernregeln im September – vom Ägidien- bis zum Michaelitag

Bauernregeln werden meist mündlich über Jahrhunderte hinweg überliefert. In vielen steckt dabei ein wahrer Kern. Welche Bauernregeln sind im September für Hobbygärtner relevant?

1. September: „Wie Sankt Ägidientag, so der ganze Monat mag“

Der 1. September ist der Tag des heiligen Ägidius. Der Einsiedler lebte um 680 in der heutigen Provence. Dort gründete er die Benediktiner-Abtei Gilles, deren Abt er wurde. Die ersten Septembertage geben ähnlich wie der Siebenschläfer am 27. Juni die Richtung für die Wetterlage an. Ist es zu Beginn des Monats eher kalt und regnerisch besteht eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass auch der Rest des Monats viel Regen und wenig Sonne bringt. Anders sieht es bei trockener Wetterlage Anfang September aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Rest des Monats wenig Regen sieht, liegt sogar bei 80 Prozent.

„Das besagt auch eine andere Regel: ‚Schönes Wetter hat noch auf Wochen des Ägidius Sonnenschein versprochen‘ – und das zurecht“, weiß Wetterexperte Jörg Riemann. „Einen guten Hinweis auf den Witterungscharakter des gesamten Septembers erlauben in der Tat die Wetterverhältnisse um den Ägidientag.“ Einem zu warmen und trockenem Monatswechsel folge je zu 60 beziehungsweise 80 Prozent ein insgesamt zu warmer und trockener September. Entsprechend ist es für Hobbygärtner ratsam ihre Pflanzen regelmäßig zu gießen. „Staunässe sollte man aber natürlich vermeiden“, ergänzt Riemann. Zudem tut viel Sonne den Früchten gut, die man noch im September ernten kann, zum Beispiel Weintrauben.

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6. September: „Wie das Wetter am Magnustag, es vier Wochen lang bleiben mag“

Der 6. September ist dem heiligen Magnus gewidmet, der im 8. Jahrhundert eine Klostergemeinschaft im Allgäu gründete. Diese Bauerregeln bestätigt noch einmal, was für den 1. September gilt: ist der Tag warm, wird der Rest des Monats ebenfalls eher trocken bleiben.

7. September: „Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig“

Ist es an diesem Gedenktag im September warm und sonnig, werden nach den Bauernregeln auch die kommenden Wochen angenehm warm bleiben.

8. September: „Wie sich das Wetter an Mariä Geburt verhält, so ist’s noch weitere vier Wochen bestellt“

Der Geburtstag der Gottesmutter Maria wird am 8. September gefeiert. Auch dieser Tag gilt als Wegweiser für die kommende Wetterentwicklung. Ist es an diesem Tag also sehr trocken, besteht zu 80 Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass die kommenden vier Wochen trocken bleiben.

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9. September: „Bringt Sankt Gorgon Regen, folgt ein Herbst mit bösen Wegen“

Gedenktag an den heiligen Gorgonius ist der 9. September. Der Märtyrer kam Anfang des 4. Jahrhunderts in Rom ums Leben. Ist das Wetter an diesem Tag schlecht, soll der ganze Herbst schlechtes Wetter bekommen.

14. September: „Ist’s hell am Kreuzerhöhungstag, so folgt ein strenger Winter nach“

Am 14. September wird nach dem Kirchenkalender das Fest der Kreuzerhöhung gefeiert. Die Bauernregeln nennen diesen Tag im September als Zeichengeber für den Winter. Herrscht rund um den 14. September eine sonnige Hochdruckwetterlage, so ist in drei von fünf Jahren mit strengem Frost im Januar und Februar zu rechnen.

Auch diese Bauernregel ist laut Jörg Riemann wahr: „Einem übernormal sonnigen Kreuzerhöhungstag folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent ein Winter, in dem im Januar und Februar die Zahl der Tage mit Frost überdurchschnittlich hoch ist.“ Für Hobbygärtner bedeutet das, den Garten auf den Frost richtig vorzubereiten. Kübelpflanzen kann man mit Vlies, Jute oder alten Decken umwickeln. Pflanzen im Beet kann man mithilfe einer Laub- oder Mulchschicht vor Frost schützen.

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17. September: „Auf Lambert hell und klar, folgt ein trockenes Jahr“

Der Gedenktag an den heiligen Lambert fällt auf den 17. September. Ist das Wetter um diesen Gedenktag sonnig, folgt in zwei Dritteln aller Fälle ein trocknes Frühjahr. Regnet es an diesem Tag, ist auch ein verregnetes Frühjahr zu erwarten.

21. September: „Tritt Matthäus stürmisch ein, wird’s bis Ostern Winter sein“

Der 21. September ist dem heiligen Apostel Matthäus gewidmet. Laut Bauernregel folgen meist weitere vier Wochen Sonnenschein, wenn es an diesem Tag im September sonnig ist. Regnet es an diesem Tag, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schlechtwetterperiode lange anhält. „Diese Regel basiert auf der Erhaltungsneigung des Wetters“, erklärt der Wetterexperte. Dabei geht es um die höhere Wahrscheinlichkeit, dass auf eine warme Phase eine weitere warme Phase folgt. „Keinen Zusammenhang gibt es mit dem Winterwetter bis Ostern“, meint Riemann.

29. September: „Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so gehen“

Herrscht am Michaelistag, dem 29. September, eine stabile Hochdrucklage, ein sogenannter Altweibersommer, besagt die Bauernregel, dass das milde Wetter mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln erhalten bleibt. Endet der September dagegen mit Regenwetter, ist ein eher milder Winter zu erwarten.

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