13. Mai 2026, 8:20 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Eine ebenmäßige Rasenfläche bedarf viel Pflege. Umso ärgerlicher ist es, wenn man zwischen den Grashalmen wild wachsende Kräuter entdeckt. Oftmals ist Unkraut ein Zeichen dafür, dass der Rasen Pflege bedarf. Denn je dichter und gesünder die Grasnarbe ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Unkraut festsetzen kann. Die richtige Pflege ist also der Schlüssel, um Unkraut im Rasen loszuwerden und auch vorzubeugen.
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Übersicht
- Welches Unkraut wächst in meinem Rasen?
- Wie kann man Unkraut im Rasen vorbeugen?
- Darauf kommt es beim Rasenmähen an
- Welcher Dünger ist am besten, um den Rasen zu stärken?
- Den Rasen ausreichend gießen
- Hilft Vertikutieren gegen Unkraut im Rasen?
- Wellness für den Rasen – richtig lüften
- Wie wird man Klee im Rasen wieder los?
- Unkraut beseitigen
Welches Unkraut wächst in meinem Rasen?
Für die einen ist es lästiges Unkraut, für andere sind es Wildkräuter, die den Insekten helfen. Wenn man den Wildwuchs jedoch eindämmen möchte, sollte man jedenfalls zunächst wissen, womit man es zu tun hat. Folgende Rasenunkräuter kommen hierzulande besonders häufig vor:
- Giersch
- Quecke
- Moose
- Gänseblümchen
- Kriechender Hahnenfuß
- Wegerich
- Löwenzahn
- Ehrenpreis
- Schafgarbe
- Klee
- Frauenmantel
- Hornkraut
- Günsel
Passend dazu: Helfen diese Hausmittel wirklich gegen Unkraut?
Wie kann man Unkraut im Rasen vorbeugen?
Bei der Rasenpflege sei Konsequenz der Schlüssel, so Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft (DRG) auf Nachfrage von myHOMEBOOK. Grundlegende Pflegeschritte seien demnach:
- Mähen
- Düngen
- Gießen
- Vertikutieren
- Lüften
- Unkraut und Moos beseitigen
Darauf kommt es beim Rasenmähen an
Die richtige Rasenpflege beginnt also bereits beim Rasenmähen: Viele machen den Fehler und verpassen der Grünfläche einen zu kurzen Schnitt. Das mag einem vielleicht Arbeit ersparen, weil man seltener zum Mäher greifen muss, lädt aber auch Moos, Klee, Hahnenfuß, Giersch oder Quecke dazu ein, sich auszubreiten und die Grashalme zu verdrängen. Zudem haben viele Unkräuter einen so niedrigen Wuchs, dass ihnen der Rasenmäher nichts ausmacht.
Tipp: Wenn man den Rasen zwischen dreieinhalb und fünf Zentimeter heruntermäht, werfen die Halme genügend Schatten und hemmen den Keimungsprozess des Unkrauts. Welche weiteren Fehler beim Rasenmähen passieren, erfahren Sie hier.
Außerdem: „Regelmäßiges Mähen fördert die Dichte des Rasens“, so der Experte. Die Gräser würden neue Seitentriebe, Blätter und Ausläufe bilden. Wilde Kräuter haben dadurch weniger Chancen, sich auszubreiten.
Ein Extratipp des Profis zum Thema Mulchen: Das Rasenmulchen mit eigenem Schnittgut dient als natürlicher Dünger. Die Nährstoffe können beim Zersetzen zurück in den Boden gelangen und so die Rasenfläche stärken. Das schützt vor Austrocknung und fördert ein gesundes Bodenleben. Nonn betont: „Der Rasen sollte dafür möglichst trocken sein. Zudem darf das Schnittgut nicht zu lang sein und sollte auf der Fläche gleichmäßig verteilt werden.“
Welcher Dünger ist am besten, um den Rasen zu stärken?
Leiden Rasenflächen unter Nährstoffmangel, hat Unkraut ein leichtes Spiel. Ohne Nahrung ist der Rasen geschwächt – ganz ähnlich wie beim Hobbygärtner. Die wichtigsten Nährstoffe für den Rasen sind laut Nonn:
- Stickstoff: verbessert Wachstum, trägt zur besseren Grünfärbung bei
- Phosphor: fördert das Wurzelwachstum (Energieträger)
- Kalium: stärkt die Belastbarkeit der Pflanzen (gegen Trockenheit, Kälte, Krankheiten)
Entscheidend ist dabei auch, dass die Nährstoffe in der richtigen Form und Menge zur Verfügung gestellt werden. Nonn verweist daher auf spezielle Rasenlangzeitdünger. Rasenlangzeitdünger oder organisch-mineralische Rasendünger. Zudem: „Landwirtschaftliche oder gärtnerische Dünger haben für die Belange des Rasens eine falsche Nährstoffzusammensetzung.“ Auch organische Düngemittel seien laut Rasenexperte ungeeignet. „Sie besitzen zu geringe Nährstoffgehalte und die Wirkung ist nicht kontrollierbar.“
Den Rasen ausreichend gießen
„Rasengräser bestehen zu fast 80 Prozent aus Wasser“, informiert Nonn. Daher gilt die Devise für einen gesunden, starken Rasen: „Klotzen, nicht kleckern.“ Bei Trockenheit den Rasen ein- bis zweimal wöchentlich gründlich beregnen. Am besten eignen sich hierfür die Morgen- und Abendstunden, um Verbrennungen der Grashalme zu vermeiden.
Extratipp des Experten: „Bitte daran denken, dass Gräser unter Bäumen häufiger Wasser benötigen.“
Hilft Vertikutieren gegen Unkraut im Rasen?
Vermooster Rasen ist oft auch ein Anzeichen für zu viel Bodenfeuchtigkeit. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, das Gras mindestens einmal im Jahr zu vertikutieren. Idealerweise befreit man die Grünfläche im Herbst und im Frühjahr von sogenanntem Rasenfilz, sodass die Graswurzeln Wasser, Luft sowie wichtige Nährstoffe besser aufnehmen.
Kahle Stellen anschließend nachsäen und größere Löcher mit Sand oder Blumenerde befüllen. Das sorgt für ein gleichmäßiges Wachstum und zieht zudem Regenwürmer an, die den Boden auflockern. Selbst in schattigen Abschnitten fühlt sich das Unkraut dann nicht länger wohl.
Tipp: Angrenzende Hecken, Bäume und Sträucher so stutzen, dass genügend Licht auf den Rasen fällt. Wie man beim Schneiden der Hecke vorgeht und wann es überhaupt erlaubt ist, erfahren Sie hier.
Wellness für den Rasen – richtig lüften
„Beim Lüften kämmen rotierende Federn den Zwischenraum zwischen den Rasenpflanzen durch“, erklärt der Profi. Dieser zusätzliche Pflegeschritt ist kein Muss, tut dem Rasen aber gut. Durch die luftigere Grasnarbe können Nährstoffe und Wasser besser an die Wurzeln gelangen. „Es empfiehlt sich, das Lüften besonders vor dem Düngen und während der Sommersaison, wenn der Rasen Wasser benötigt.“
Was ist der Unterschied zwischen Rasenlüfter und Vertikutierer?
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Wie wird man Klee im Rasen wieder los?
Jeder Boden ist anders, und selbst die gepflegteste Grünfläche ist nicht vor einem Unkrautbefall sicher. Während sich Moos in der Regel relativ einfach durch Jäten, Ausstechen oder Vertikutieren beseitigen lässt, erweist sich die Bekämpfung von Klee im Rasen als etwas schwieriger. Der widerspenstige Wildwuchs lässt sich oft nur mit viel Aufwand und mühevoller Kleinarbeit wieder entfernen.
Tipp: Wie auch schon bei der Moosentfernung sollte man Klee im ersten Schritt zunächst mit einem Vertikutierer oder Rasenrechen entgegenwirken. Wichtig ist hier, dass man das Übel auch wirklich an der Wurzel packt und nicht bloß oberflächlich abschneidet. Hierfür eignet sich besonders gut ein Unkrautstecher, mit dem man die ganze Unkrautpflanze aus dem Boden holen kann. Anschließend sollte man den Rasen gut düngen.
Unkraut beseitigen
Die richtige Pflege ist das A und O, um Unkraut und Moos im Rasen zu verhindern. Wichtig ist zudem, die Ursachen von Moos und Unkraut gezielt herauszufinden.
Moos
Moos entsteht unter anderem durch zu tiefes Mähen und Nährstoffmangel. Auch Schatten und Staunässe können mögliche Ursachen sein. Um ihn zu beseitigen, sind eine Anpassung der Schnitthöhe beim Mähen sowie die richtige Düngung erforderlich. Zudem kann es helfen, den Boden zu verbessern.
Unkraut
Wildkräuter wachsen in der Regel bei lückigem oder schlecht gedüngtem Rasen. Eine dichte Grasnarbe ist also essenziell, um Unkraut zu vermeiden und loszuwerden. Zudem empfiehlt sich das manuelle Entfernen der Kräuter, etwa durch spezielle Unkrautstecher. Bei einem starken Befall sind Vertikutieren und Nachsäen ratsam.