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Weniger Vögel im Garten? Das steckt dahinter

Was kann man machen, wenn im Garten zu wenig Vögel sind?
Was kann man machen, wenn im Garten zu wenig Vögel sind? Foto: Getty Images
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

26. August 2026, 13:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: In unseren Gärten wird es leiser. Was Sie in Ihrem Garten tun können, um Gartenvögeln einen attraktiven Lebensraum zu bieten, verraten wir Ihnen hier. Spoiler: Viele der Maßnahmen sind superbequem.

Die Beete sind gut gepflegt, Futterhäuschen und Vogeltränken sind gefüllt, und ein paar Nistkästen hängen im Baum. Ein vorbildlicher Garten, könnte man meinen. Trotzdem finden sich darin heute weniger Vögel als noch vor wenigen Jahren. Dieses Gefühl haben viele Gärtner, und die Zahlen bestätigen es.

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Wie stark ist der Rückgang der Gartenvögel wirklich?

28 Vögel pro Garten im Schnitt. Das ist das Ergebnis der „Stunde der Gartenvögel“ 2026. Acht Jahre zuvor waren es noch 34. Gezählt wird bei dieser jährlichen Aktion bundesweit eine Stunde lang im Mai, von Zehntausenden Freiwilligen im eigenen Garten. Eine Momentaufnahme also, kein ganzjähriges wissenschaftliches Monitoring. Nicht jede Vogelart verliert dabei gleichermaßen. Kohlmeisen und Rotkehlchen zum Beispiel haben im Vergleich zum Vorjahr sogar zugelegt.

Anders sieht es beim Haussperling aus, dem häufigsten Gartenvogel in Deutschland: Er verlor bei dieser Zählung neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Feldsperling ging zurück. NABU-Sprecherin Silvia Teich ordnet das so ein: „Es ist tatsächlich so, dass wir über die vielen Jahre, die wir schon unsere Vogelzählungen machen, einen leichten, aber kontinuierlichen Abwärtstrend bei den Vögeln sehen, die in unsere Gärten kommen, auch wenn der Rückgang bei Feldvögeln deutlich dramatischer ist.“

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Hilft Füttern den Gartenvögeln wirklich?

Ein volles Futterhäuschen wirkt wie die naheliegendste Hilfe für Gartenvögel. Unter Fachleuten ist trotzdem umstritten, ob insbesondere die ganzjährige Fütterung wirklich hilft. Während die einen bessere Bruterfolge sehen, meinen die anderen, dass Futterstellen meist nur zehn bis fünfzehn Arten erreichen, deren Bestände ohnehin relativ stabil sind. Unumstritten ist aber, dass Insekten für Jungvögel durch nichts zu ersetzen sind. Und die werden immer weniger.

Die im Jahr 2017 veröffentlichte und vielzitierte „Krefelder Studie“ wies nach, dass die Biomasse flugaktiver Insekten in deutschen Naturschutzgebieten zwischen 1989 und 2016 um mehr als 75 Prozent zurückgegangen ist. Fast alle heimischen Singvögel füttern ihre Jungen zumindest in den ersten Lebenstagen mit Insekten, unabhängig davon, was die erwachsenen Vögel sonst fressen. Körner und Fettfutter aus dem Häuschen ersetzen das nicht. Insekten jedoch fühlen sich nicht in jedem Garten wohl.

Löwenzahn – für uns Unkraut, für Insekten ein Hit: Bei uns gelten Brennnesseln, Giersch, Löwenzahn und viele andere Wildpflanzen als Unkraut. Doch für Insekten sind sie eine ergiebige Nahrungsquelle. Allein den Löwenzahn steuern mehr als 100 Wildbienenarten, und etwa noch einmal so viele Raupen- und Schwebfliegenarten an, um Nektar und Pollen zu tanken.

Weniger eingreifen, mehr zulassen

Die meisten Vögel kommen nicht wegen schöner Blüten in den Garten, sondern wegen der Blütenbesucher. Ausgenommen sind Körnerfresser wie Haussperling oder Stieglitz, die es eher auf die Samen abgesehen haben. Schottergärten sind für Insekten so nutzlos wie ein Parkdeck. Thuja- und Zypressenhecken stehen ihnen in nichts nach. Aber auch Pflanzen, die in erster Linie auf Optik getrimmt sind und beispielsweise gefüllte Blüten haben, bringen Insekten kaum was. Selbst Rasen hilft wenig, wenn Gänseblümchen und Klee nicht zur Blüte kommen dürfen, weil Rasenmäher oder Mähroboter schneller mähen, als die Pflanzen wachsen können.

Ein Prinzip zieht sich durch fast jede wirksame Maßnahme, um Insekten und damit auch Vögel zu fördern: weniger eingreifen! Ein Streifen Rasen, der seltener gemäht wird. Unkraut, das erst mal wachsen darf, bevor es gejätet wird. Verblühte Stauden, die über den Winter stehen bleiben. Herbstlaub, das auf Beeten oder unter Bäumen und Sträuchern liegen bleibt. Totholz, das gestapelt statt entsorgt wird. Und natürlich der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel oder synthetischen Dünger.

Dieses Weglass-Prinzip schafft vor allem Nahrung. Vögel brauchen aber mehr als das: Deckung vor Fressfeinden und sichere Nistplätze. Nistkästen können Letztere ergänzen, vor allem dort, wo natürliche Nischen fehlen. Einen naturnahen Garten drumherum ersetzen sie aber nicht. Wer zusätzlich eine gemischte Hecke mit heimischen Pflanzen anlegt, etwa mit Weißdorn, Schlehe und Holunder, bietet Vögeln das Rundum-glücklich-Paket: Futter, Rückzugsort und Nistmöglichkeiten. Eine flache, regelmäßig gereinigte Wasserstelle rundet das ab.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Spatzen in meinem Garten

Bei mir im Garten sind Sperlinge nicht wegzudenken. Meist kommen sie als Großfamilie und pendeln lautstark zwischen Futterstelle und Gebüsch. Genauso oft sitzen sie aber auch mitten im Beet und picken die Samen der Wildkräuter weg.

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