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Wie die Meister der Renaissance die heutige Architektur beeinflussten

Stil-Epoche

Wie die Meister der Renaissance die heutige Architektur beeinflussten

Kathedrale in Florenz
Die Kathedrale in Florenz ist ein Beispiel für die Architektur der alten Renaissance-Meister, unter anderem Filippo BrunelleschiFoto: Getty Images

Das Goldene Zeitalter der europäischen Geschichte war geprägt von einer Wiederbelebung der Kunst, Kultur und Architektur. Der Mensch rückte dabei immer mehr in den Vordergrund. Noch heute ist der Einfluss der Renaissance deutlich zu spüren – vor allem auf dem Gebiet der Architektur.

Die Architektur der Renaissance konzentrierte sich sehr stark auf die Kreation von vollkommener Schönheit. Dabei spielten Symmetrie und natürliche Proportionen eine große Rolle. Für die Meister der Renaissance war die römische Antike ein großes Vorbild. Die antiken Gestaltungsprinzipien wurden studiert, weitergedacht und perfektioniert. Auch heute werden diese architektonischen Mittel in der Architektur gelehrt.

Die Ästhetik der Renaissance-Architektur

Die Darstellung von vollkommener Schönheit spielte in der Renaissance eine wichtige Rolle. Vor allem in der Architektur. So entdeckte man Bauformen antiker Meister wieder, die dem neuen Geist der Renaissance entsprachen. Man suchte nach einer Ausgewogenheit, die durch klare geometrische Kompositionen, Symmetrie und mathematisch berechnete Proportionen eine ausgewogene Balance erzeugten. Man glaubte dies ansatzweise in der römischen Antike gefunden zu haben. Ein intensives Studium der römischen Antike war daher für die Künstler der Renaissance unumgänglich und führte zu einer Erweiterung des Wissens und neuer Ideen.

Da die Grundrisse der Renaissance-Architektur dem Aufbau der Antike folgten, hatten die Pläne vorwiegend einen quadratischen und symmetrischen Aufbau mit Kreisen. Andere klassische Elemente wie Kuppeln, Säulen, Bögen oder Türstürze wurden zudem aufgegriffen und waren signifikante Design-Element der Renaissance-Architektur. Wussten Sie, dass der Petersdom in Rom eines der größten und bekanntesten Bauwerke der Renaissance-Architektur ist? Der Petersdom folgt einem klassischen geometrischen Aufbau.

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Die Bau-Ornamentik der Renaissance

Aber nicht nur die Design-Elemente der architektonischen Gestaltung waren für diese Zeit ein besonderes Augenmerk, sondern auch die Fülle an Ornamenten und Fresken, die den Gesamteindruck vervollständigten. In der Renaissance war das Ornament ein wichtiges Gestaltungsmerkmal. Denn das Ornament vervollständigte den Gedanken an die perfekte Schönheit. Obwohl diese detaillierten Verzierungen in der Architektur im Frührationalismus im 19. Jahrhundert verhöhnt und als nicht mehr zeitgemäß angesehen wurden, feierten sie immer wieder ihr Revival in der Architektur.

In der Renaissance studierte man die Ornamente römischer Bauruinen und war davon inspiriert. Insbesondere der Architekt und Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti (1404 bis 1472) war dieser detaillierten Baukunst verfallen. Denn für ihn war die Ornamentierung der Inbegriff der Schönheit. Er beschrieb seine Gedanken dazu folgendermaßen: „Die Schönheit ist ein idealer Zustand, in dem dem Gebäude nichts entfernt oder hinzugefügt werden kann, ohne dass die Schönheit dadurch gemindert würde.“

Die Säule spielt für Battista eine ganz besondere Rolle. Sie war nicht nur als dekorativer Zusatz in der Architektur zu verstehen, sondern war ein „zentrales Element seiner Architekturästhetik“. Die Säule diente laut Battista nicht nur als Stützelement, sondern war sogar das „ranghöchste Bauornament“.

Fresken als Stilmittel der Renaissance

Fresken, in Fachkreisen auch als „Buon-Fresco“ bekannt, waren ein besonderes Stilmittel der Renaissance. Man denke nur an Raffaels Stanzen im Vatikan oder aber auch die legendären Fresken von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Die Fresken-Maler der Renaissance mussten nicht nur flink und geschickt sein, sondern ein enormes Wissen über Materialien mitbringen. Denn einige Pigmente veränderten den Farbton, wenn auf nassen Putz aufgetragen. Grund dafür war eine chemische Reaktion. Wie man sehen kann, waren die Anforderungen der Fresken-Malerei sehr hoch. Die Schönheit, die damit verbunden wurde, machte die Fresken jedoch zu einer hoch angesehenen Kunstform in der Renaissance.

Die Zentralperspektive – Wegbereiter der modernen Perspektivdarstellung 

Die Renaissance ist eine entscheidende Epoche für die Architektur, denn sie verhalf zu einem heute nicht mehr wegzudenkenden räumlichen Werkzeug in der Architektur. Es geht um die Zentralperspektive – auch als Fluchtperspektive bekannt. Dabei spielten Linien, die in einem Fluchtpunkt zusammenlaufen, eine entscheidende Rolle bei der Komposition und Anordnung. Mit der Zentralperspektive war es letztendlich möglich, räumliche Tiefe und dreidimensionalen Raum darzustellen. Ein bahnbrechendes Werkzeug für die Architektur, wie wir sie heute kennen.

Filippo Brunelleschi – der Entdecker der Zentralperspektive

Die Person, die hinter der Entdeckung der Zentralperspektive steht, war der Architekt und Bildhauer Filippo Brunelleschi (1377 bis 1446). Erst mit der ausführlichen Auseinandersetzung der Antike gelang es Brunelleschi, die Zentralperspektive wiederzuentdecken. Architektonische Ideen konnten nun visuell dargestellt und akkurate Baupläne angefertigt werden. Die Renaissance wird sogar als die „Geburtsstunde des Architekten“ bezeichnet.

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Semperoper ganz im Stil der Renaissance

Ein Blick auf die Bauwerke der Renaissance lässt uns erahnen, dass diese Epoche großartiges Architektur hervorbrachte. Kein Wunder, dass diese Formen der Baukunst noch bis heute studiert und nachgeahmt werden. Rom, Florenz oder Venedig sind voll und profitieren von der virtuosen Baukunst der Renaissance.

Aber auch die Gegenwartsarchitektur hat die Stilmittel der faszinierenden Architektur-Epoche Italiens übernommen. Am Beispiel der Semperoper in Dresden, die 1841 fertiggestellt wurde, ist der Einfluss der Renaissance-Architektur zu sehen. Der Bau folgte streng dem Vorbild der Bauwerke der italienischen Meister. Mit der außergewöhnlichen Fassade wollte man den „Geist des Humanismus“ Ausdruck verleihen – ganz im Sinne der Renaissance.

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