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Besonders groß

Die Hauswinkelspinne kommt wieder in die Wohnungen – wie gefährlich ist sie?

Die Hauswinkelspinne ist im Herbst besonders aktiv und auch
Die Hauswinkelspinne ist im Herbst besonders aktivFoto: dpa picture alliance

Mit Beginn der kalten Jahreszeit bekommen wir oft neue Mitbewohner, in diesem Fall ein eher unbeliebtes Exemplar mit acht Beinen. Aber warum tritt die Hauswinkelspinne im September besonders oft auf? myHOMEBOOK hat sich bei einem Arachnologen erkundigt und gefragt, wie gefährlich die Spinne wirklich ist und was man dagegen tun kann.

Spinnen sind bei vielen zwar nicht sonderlich beliebt, dafür aber umso nützlicher. Das gilt auch für die relativ große Hauswinkelspinne, die sich im Herbst gerne ein Plätzchen im Warmen sucht. Man findet sie im Keller und Dachboden, aber auch in Wohn- und Schlafzimmern. Da sie aufgrund ihrer Körpergröße und den langen Beinen recht auffällig ist, ekeln sich viele vor ihr. Ihr Körper ist bis zu zwei Zentimeter dick. Mit einer gesamten Körperlänge von rund sieben bis acht Zentimetern bei ausgestreckten Beinen ist die Hauswinkelspinne eine der größten heimischen Arten. Warum die Spinnen genau jetzt besonders aktiv sind und ob sie gefährlich sind, verrät der Spinnenforscher Dr. Jason Dunlop vom Museum für Naturkunde in Berlin im Gespräch mit myHOMEBOOK.

Warum tritt die Hauswinkelspinne im Herbst besonders häufig auf?

„Es ist ganz einfach“, antwortet der Arachnologe. „Das Verhalten ist typisch für sie, denn jetzt beginnt für sie die Paarungszeit.“ Die Männchen sind während dieser Phase auf der Suche nach einem paarungswilligen Weibchen und überqueren dabei schon mal den Zimmerboden. „Manche fallen auch in die Badewanne, wo sie nicht mehr alleine herauskommen,“ sagt Dunlop. Üblicherweise verkriechen sich die Spinne – wie der Name schon sagt – in Winkeln im Haus und fallen deshalb kaum auf.

Die Hauswinkelspinne kann bis zu acht Zentimeter groß werden
Die Hauswinkelspinne kann bis zu acht Zentimeter groß werdenFoto: dpa picture alliance

Die Hauswinkelspinne spannt übrigens kein Radnetz, wie man es von vielen Spinnenarten kennt. Stattdessen fängt sie ihre Beute, vor allem kleinere Insekten, mit einem trichterförmigen Netz.

Auch interessant: Stimmt die Bauernregel „Wenn Spinnen im September kriechen, sie bereits den Winter riechen?“

Ist der Biss der Hauswinkelspinne gefährlich?

Die Hauswinkelspinne kann zwar beißen, ist aber nicht giftig, im Gegensatz zum Ammen-Dornfinger, der sich immer mehr auch hierzulande ausbreitet. Außerdem wehren sich Hauswinkelspinnen nur, wenn unausweichliche Gefahr droht. „Die Spinnen beißen nur, wenn sie nicht mehr weglaufen können,“ weiß Dunlop. „Von ihnen geht keine Gefahr für Menschen aus“. Sie haben nämlich viel mehr Angst vor Menschen, als andersherum. Lediglich der Paarungstrieb zwingt die scheuen Tiere dazu, ihre Schlupflöcher zu verlassen.

Wie kann man die Hauswinkelspinne bekämpfen?

„Am besten lässt man das Tier in Ruhe, denn es läuft von alleine weg“, rät Dunlop. Falls man die Spinne aus der Wohnung befördern will, empfiehlt er, ein Glas darüber zu stülpen und ein Papier darunter zu schieben. Dann kann man sie ganz einfach nach draußen transportieren.

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