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Die „Giftpflanze des Jahres 2023“ hat bestimmt jeder schon einmal gegessen

Gekürt

Überraschend! Petersilie ist Giftpflanze des Jahres 2023 

Die Petersilie wird von vielen gern gegessen, aber man sollte aufpassen, nach der Blüte wird sie giftig. Sie ist zur Giftpflanze 2023 gewählt
Die Petersilie wird von vielen gern gegessen, aber man sollte aufpassen, nach der Blüte wird sie giftig. Sie ist zur Giftpflanze 2023 gewählt Foto: Getty Images

Ob als Gewürz in einer Suppe, als Pesto oder zum Abrunden von Kartoffeln – Petersilie ist in aller Munde. Doch aufgepasst, das schmackhafte Küchenkraut ist unter Umständen giftig.

Bereits seit 2005 wird jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek die Giftpflanze des Jahres gewählt. In diesem Jahr haben die Experten zum 19. Mal abgestimmt. „Gewonnen“ hat die Petersilie – sie ist die Giftpflanze 2023. Die Würzpflanze wird von vielen gern gegessen, in manchen Kulturen ist sie sogar fester Bestandteil bei der Zubereitung von Gerichten. Wie kann sie dann giftig sein? Die Wahl zur Giftpflanze des Jahres 2023 hat einen bestimmten Grund.

Darum ist die Petersilie die Giftpflanze des Jahres 2023 geworden

Petersilie wird von vielen gern gegessen oder verarbeitet, aber sie hat eine dunkle Seite. In ihrem ersten Jahr bilden sich die Rosetten, die wir essen. Im zweiten Jahr entwickeln sie ihre Blüten. Sind diese verblüht, entstehen Saatkörner und genau dieser natürliche Vorgang macht die Petersilie für bestimmte Menschen gefährlich.

Die Saatkörner enthalten Petersilienöl und darin befindet sich Apiol. Dieses Apiol wirkt auf die glatten Muskelfasern der Blase, des Darms und besonders des Uterus. Im letzteren Fall kann der Giftstoff sogar eine Kontraktion der Gebärmutter auslösen. Des Weiteren kann Apiol allergische Reaktionen verursachen. Eine zu hohe Dosierung kann zudem zu Nieren- und Leberschäden führen.

Dazu passend: Überraschend! Kartoffel ist Giftpflanze des Jahres 2022

Aber nicht nur die Samen sind giftig, auch die Blätter der Pflanze haben einen gewissen Anteil Apiol inne, dieser Anteil verstärkt sich nach der Blüte massiv. Während oder nach der Blüte sollte die Petersilie also auf keinen Fall verzehrt werden, auch sollten die Blätter sollte man nicht mehr als Dekoration von Speisen benutzen.  

Hinweis: Früher wurde Petersilienöl und die Samen häufig für Schwangerschaftsabbrüche verwendet. Diese Nutzung verlief für Frauen leider nicht immer positiv, daran erinnert auch dieser Merksatz: „Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd.“ Petersilie selbst wird zudem nachgesagt, eine aphrodisierende Wirkung zu haben.

Wie man eine blühende Petersilie noch verwenden kann

Wenn die Pflanze erst einmal blüht, ist es bedauerlicherweise zu spät, sie zu essen oder zu verarbeiten. Man sollte sie aber auch noch nicht ausreißen. Besser ist es, sie noch eine Weile blühen zu lassen. Die Samen, die sich in dieser Zeit entwickeln, kann man prima im kommenden Jahr nutzen, um eine neue Pflanze zu ziehen. Beachten sollte man jedoch, dass die Petersilie nicht jedes Jahr an derselben Stelle gedeiht. Man sollte sie also jedes Jahr an einen anderen Standort pflanzen, für mindestens drei Jahre.

Petersilie ist vor der Blüte sehr gesund

Bevor die Petersilie blüht, ist sie sehr gesund, sie besitzt viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. In einigen Ländern wird sie sogar schon lange als Heilpflanze angesehen. Man verwendet Teile der Petersilie beispielsweise bei der Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck oder bei Nierenleiden. Wie viele andere grüne Gemüsesorten ist die Petersilie reich an Chlorophyll. Dieser Stoff soll dabei helfen, den Körper zu entgiften und zum Beispiel Schwermetalle wie Quecksilber ausleiten.

Auch bei Mückenstichen kann die Petersilie zum Einsatz kommen. Wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt und es dann auf den Stich legt, sorgen die ätherischen Öle für eine Linderung des Juckreizes.

Die Giftpflanzen der vergangenen Jahre

JahrNameHauptwirkstoffe
2005Blauer EisenhutAconitin
2006PfaffenhütchenEvonin, Herzglykoside
2007Roter FingerhutDigitoxin
2008HerkulesstaudeFurocumarine, Psoralen
2009TabakNikotin
2010HerbstzeitloseColchizin
2011EibeTaxin
2012Gemeiner GoldregenCytisin
2013KirschlorbeerPrunasin
2014MaiglöckchenConvallatoxin, Convallatoxol, Convallosid, Desglucocheirrotoxin
2015RitterspornDiterpenoide, häufig Methyllycaconitin
2016Kalifornischer MohnAlkaloide
2017Tränendes HerzIsochinolin-Alkaloide, Protopin, Sanuinarin, Chelerythrin, Cularin
2018WunderbaumRizin
2019AronstabOxalat, Saponin, Coniin
2020Schwarze TollkirscheHyoscyamin, Scopolamin
2021SchlafmohnMorphin, Codein
2022KartoffelSolanin
2023Petersilie Apiol
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