29. Oktober 2026, 13:14 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Der Herbst ist die Zeit im Jahr, in der wir uns gerne zurückziehen und es uns in unseren warmen Wohnungen gemütlich machen. Auch für Tiere beginnt im Herbst eine Phase des Rückzugs. Nicht selten wählen sie unser Zuhause als Winterquartier aus.
Ob Insekten, Spinnen oder Säugetiere – sie alle eint eine Gemeinsamkeit: Sobald die Temperaturen sinken, suchen sie einen Unterschlupf, der sie vor Nässe und Kälte schützt. Neben Verstecken in freier Natur nutzen manche Tiere dafür auch Wohnungen und Häuser von Menschen. myHOMEBOOK zeigt, welche Tiere jetzt öfter in unserem Zuhause auftauchen und sprach mit dem Nabu darüber, wie man mit den Besuchern am besten umgeht.
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Welche Tiere im Herbst vermehrt in Wohnungen kommen
Im Herbst suchen die unterschiedlichsten Tiere in unseren Häusern und Wohnungen Unterschlupf. Wie Helge May vom Naturschutzbund erklärt, begegnen dabei jedoch nicht alle Kälte und Frost mit derselben Strategie: „Manche suchen nur etwas Schutz, andere ziehen sich ganz zurück und reduzieren ihre Körperfunktionen, um Energie zu sparen. Wieder andere sterben sogar jetzt im Herbst und nur ihre Nachkommen überwintern in Form von Eiern oder Larven.“
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Stinkwanzen und Baumwanzen
Sobald die Temperaturen sinken, suchen Wanzen Unterschlupf in warmen Räumen. Dazu zählen vor allem die Stinkwanze und die Baumwanze. Der Weg ins Haus gelingt ihnen durch (halb-)offene Fenster und Türen sowie Dachspalten, schildert Helge May. Stink- und Baumwanzen sind für Menschen und Haustiere harmlos. Die Tiere besitzen kein Gift, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.
Spinnen
Auch wenn sie bei vielen Menschen Unbehagen hervorrufen, suchen sich Spinnen in unserem Zuhause einen Rückzugsort. Ganz oben auf der Liste stehen die Hauswinkelspinne und die Große Zitterspinne. Beide Arten besitzen ein Gift, sind für Menschen aber völlig harmlos.
Die tierischen Mitbewohner sind im Herbst jedoch gar nicht so neu, wie es auf den ersten Blick scheint. May erklärt dazu: „Viele Menschen [unterschätzen], wie viele Tiere ohnehin das ganze Jahr über in der Wohnung, im Keller oder im Dachgeschoss mit uns zusammenleben, vor allem Spinnen und Kleinstinsekten.“
Mäuse
Unser Zuhause bietet Mäusen ideale Bedingungen zur Überwinterung. Da die kleinen Nagetiere gut klettern können, gelangen sie über Fassaden einfach ins Haus. Der Hausmaus reicht sogar eine sechs Millimeter winzige Öffnung, um in Gebäude zu gelangen. Besonders gerne halten sich Mäuse in Garagen, Dachböden und Kellern auf. Dort ist es nicht nur warm; die Räumlichkeiten bieten den Tierchen auch die unterschiedlichsten Nahrungsquellen.
Siebenschläfer
Wer es in den kälteren Monaten auf dem Dachboden häufiger mal rumoren hört, hat es vermutlich mit Siebenschläfern zu tun. Das Nagetier hält typischerweise von Oktober bis Mai Winterschlaf und nistet sich dafür gerne auf warmen Dachböden ein. Sein niedliches Aussehen täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass Siebenschläfer sehr laut werden und mitunter teure Schäden an der Gebäudedämmung hinterlassen können.
Aber Achtung: Der Siebenschläfer steht nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz. Es ist verboten, die Tiere zu fangen, zu töten, zu verletzen oder ihre Nester zu zerstören. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Wer Schäden entdeckt, sollte die Tiere also nicht eigenmächtig vertreiben, sondern sich an eine fachkundige Stelle wenden.
Marienkäfer
Auch Marienkäfer suchen einen warmen Unterschlupf, wenn es draußen zunehmend kalt wird. Sie halten sich gerne an warmen Stellen wie Hausfassaden und Balkongeländern auf und gelangen schließlich beim Lüften in die Wohnung. Wie Helge May erläutert, verhalten sich die Tiere aber weitgehend unauffällig. „Die meisten Tiere machen keine Probleme. Das gilt für Schmetterlinge und Marienkäfer, die im Keller sitzend still den Winter verbringen“, so der Experte.
Im Gegensatz zu anderen tierischen Mitbewohnern halten Marienkäfer keinen Winterschlaf. Sie verfallen lediglich in Winterstarre und fahren dabei ihre Körperfunktionen herunter.
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Der kommende Winterschlaf ist nicht der einzige Grund, weshalb Insekten und Co. vermehrt in unseren Wohnungen auftreten. Neben den sinkenden Temperaturen ist vor allem das knappe Nahrungsangebot ein Problem, wie Helge May erklärt.
Auch an ihr Winterquartier stellen die Tiere unterschiedliche Ansprüche. „Wer die Winter aktiv verbringt, freut sich über möglichst viel Wärme, wer den Winter über ruht, will es eher kühl haben“, so der Experte.
Wie man die Tierchen wieder loswerden kann
May empfiehlt grundsätzlich, die tierischen Mitbewohner nicht als Störenfriede, sondern als Verbündete zu sehen, deren Anwesenheit auch Vorteile mit sich bringen kann: „Gerade Spinnen sorgen dafür, dass Milben, Fliegen und anderes Getier im Haus nicht überhandnehmen.“
Wer sich dennoch an Insekten wie Wanzen und Marienkäfern stört, kann sie vorsichtig mit einem Glas oder einem Stück Papier einfangen. Doch wohin mit den Tieren? Der Experte rät dazu, sie nicht einfach nach außen zu befördern, sondern an einen frostsicheren Unterschlupf zu bringen. „Das kann je nach Tierart ein Gartenschuppen sein, ein Holzhaufen oder ein großer Laubhaufen“, so May.