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Zeit für die Anzucht

Gemüse und Obst, das man jetzt schon vorziehen sollte

Gemüse vorziehen: Mehrere Keimlinge im Anzuchttopf
Zur Anzucht bietet der Handel verschiedene Saatschalen oder Anzuchttöpfe an, man kann die Behälter aber auch aus Joghurtbechern oder Plastikschalen selbst herstellenFoto: Getty Images

Wer Gemüse vorziehen möchte, muss rechtzeitig mit der Aussaat starten. Sechs beliebte Nutzpflanzen brauchen besonders viel Zeit, bevor sie ins Gemüsebeet ausgepflanzt werden können.

Viele wärmeliebende Gemüse- und Obstarten kann man im zeitigen Frühjahr anzüchten. Gemüse wie zum Beispiel Aubergine, Chili, Tomate oder Paprika lassen sich zudem gut an einem geschützten Standort vorziehen. Für die erfolgreiche Vorkultur sollten man jedoch einige Dinge beachten.

Gemüse vorziehen mit der richtigen Erde

Viele nutzen für die Aussaat herkömmliche Blumenerde, womöglich sogar alte Erde aus dem Vorjahr. Der Versuch ist meistens mit eher mäßigem Erfolg gekrönt. Denn diese Erde enthält in der Regel zu viel Dünger, den die feinen Wurzeln der Jungpflanzen nicht gut vertragen. Im Handel gibt es jedoch Aussaaterde, die speziell für die Vorkultur geeignet ist. Dieses Substrat ist nährstoffarm, was wiederum das Pflanzenwachstum im frühen Stadium fördert.

Tipp: Aussaat- oder Anzuchterde lässt sich jedoch auch leicht selbst herstellen. Ein wichtiger Schritt dabei ist das Sterilisieren der Erde im Backofen oder in der Mikrowelle. Wie das genau funktioniert, erklärt myHOMEBOOK in diesem Artikel.

Nur saubere Anzuchttöpfe verwenden

Ausgediente Plastikverpackungen eignen sich hervorragend zum Vorziehen von Gemüse und Obst. Die Behälter aus Kunststoff dürfen später selbstverständlich nicht mitsamt der Jungpflanze ins Gemüsebeet wandern. Anzuchtbehälter lassen sich mit ein wenig Geschick auch aus altem Zeitungspapier oder aus Pappe und Klorollen basteln. Im Handel sind zudem nachhaltige Anzuchttöpfchen erhältlich, die sich mit der Zeit in der Erde selbst auflösen und keinen Schaden anrichten.

Selbst hergestellte Anzuchttöpfe müssen an der Unterseite mit mehreren Löchern versehen sein, damit es nicht zu Staunässe beim Gießen kommt. Die Behälter sollten zudem unbedingt sauber sein, sonst droht Pilzbefall. Um ein feuchtes Mikroklima zu erzeugen, kann man die Anzuchttöpfe nach der Aussaat mit Klarsichtfolie, durchsichtigem Plastikdeckel oder einem Glasteller bedecken. Ab und zu muss das Mini-Gewächshaus gelüftet werden.

Steht das geeignete Anzuchttöpfchen bereit, kann es losgehen. Behälter mit Anzuchterde füllen und Saatgut darin aussäen. myHOME hat hier weitere Tipps parat, wie man beim Aussäen Schritt für Schritt vorgeht.

Gut für das Vorziehen von Gemüse: mehr Licht

Nach der Aussaat stellt man den Anzuchttopf am besten an einen warmen Ort. Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, kann das Gefäß ruhig an einen etwas kühleren Standort platziert werden. Wichtig ist jedoch ausreichendes Licht. In unseren Breiten ist es jedoch im Februar und März tagsüber noch nicht ausreichend und lange hell, vor allem nicht in Innenräumen. Mit einer Pflanzenlampe kann man dunklen Tagen erfolgreich gegensteuern. Das Pflanzenlicht sollte wenigstens mit Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux strahlen.

Für etwa 20 Euro bekommt man im Handel zudem Pflanzenleuchten mit rotem und blauem LED-Licht. Die Geräte strahlen jedoch meist mit weniger als den empfohlenen 1000 Lux. Vor allem bei diesen schwächeren Leuchten sollte der Anzuchttopf stets auf einer tageshellen Fensterbank stehen. Zusätzlich versorgt man die Keimlinge dann mit dem Pflanzenlicht.

Welche Gemüse man jetzt vorziehen kann

Im späten Winter und Vorfrühling beginnt man mit der Vorkultur bei Gemüse- und Obstarten, die mehr Zeit bei der Anzucht und Schutz vor kalter Witterung benötigen. Für fünf Gemüse und ein Obst ist es jetzt Zeit zur Aussaat:

Tomate

Das Vorziehen von Tomaten ist etwas tricky. Hobbygärtner sollten vor allem eine große Portion Geduld mitbringen. Mindestens eineinhalb Monate sollten verstrichen sein, bevor man vorgezogene Tomaten ins Gemüsebeet auspflanzt. Bester Zeitpunkt zur Aussaat und zum Vorziehen ist für das beliebte Gemüse Mitte bis Ende März. Tomaten benötigen eine Keimtemperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Übrigens: Früher noch, nämlich Anfang März, kann Aubergine im Anzuchttopf vorgezogen werden. Auberginen gedeihen nach der Aussaat gut bei 21 Grad Celsius.

Auch interessant: 5 Gründe, warum Tomatensamen nicht keimen

Chili und Paprika

Diese beiden Gemüse brauchen einige Zeit zum Vorziehen. Chili sollte drei Monate, Paprika rund zweieinhalb Monate vor dem Auspflanzen angezüchtet werden. Anfang bis Mitte Februar ist der ideale Startpunkt zum Vorziehen. Die Keimlinge beider Gemüse wachsen besonders gut bei einer hohen Keimtemperatur zwischen 22 und 28 Grad Celsius. Bester Platz zur Anzucht ist die Heizung. Um die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu halten, eignet sich zudem ein Mini-Gewächshaus.

Kohlrabi und Physalis

Streng genommen ist Physalis kein Gemüse, sondern eine leckere, vitaminreiche Frucht. Die auch als Andenbeere bezeichnete Frucht ist gesund, lecker und beliebt. Sie wird wie auch Kohlrabi Mitte bis Ende Februar im Anzuchttopf ausgesät. Beide Pflanzen brauchen es nicht ganz so warm wie Chili oder Paprika. 19 bis 25 Grad sind ideal für Physalis. Kohlrabi kommt auch gut mit einer Keimtemperatur zwischen 18 und 20 Grad zurecht.

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