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Zeit für die Anzucht

Dieses Obst und Gemüse kann man bereits im Februar vorziehen

Zur Anzucht bietet der Handel verschiedene Saatschalen oder Anzuchttöpfe an. Man kann die Behälter aber auch aus Joghurtbechern oder Plastikschalen selbst herstellen.
Zur Anzucht bietet der Handel verschiedene Saatschalen oder Anzuchttöpfe an. Man kann die Behälter aber auch aus Joghurtbechern oder Plastikschalen selbst herstellen Foto: Getty Images
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Christian Glass
Christian Glass Redakteur

4. Februar 2026, 16:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Im Februar können viele Hobbygärtner den Frühling kaum abwarten. Endlich wieder im Garten oder auf dem Balkon aktiv werden. Diese Zeit kann man bereits Ende Februar vorbereiten, indem man gezielt Obst- und Gemüsesorten vorzieht. Welche Sorten sich eignen.

Zieht man Gemüsepflanzen bereits im Spätwinter auf der Fensterbank vor, kann man die Jungpflanzen im späten Frühling ins Beet setzen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Ernte können dadurch steigen. Was man beim Vorziehen von Gemüse im Februar beachten sollte.

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Gemüse im Februar säen und vorziehen – aber nur mit der richtigen Erde

Viele nutzen für die Aussaat herkömmliche Blumenerde, womöglich sogar alte Erde aus dem Vorjahr. Der Versuch ist meistens mit eher mäßigem Erfolg gekrönt. Denn diese Erde enthält in der Regel zu viel Dünger, den die feinen Wurzeln der Jungpflanzen nicht gut vertragen. Im Handel gibt es jedoch Aussaaterde, die speziell für die Vorkultur geeignet ist. Dieses Substrat ist nährstoffarm, was wiederum das Pflanzenwachstum im frühen Stadium fördert.

Tipp: Aussaat- oder Anzuchterde lässt sich jedoch auch leicht selbst herstellen. Ein wichtiger Schritt dabei ist das Sterilisieren der Erde im Backofen oder in der Mikrowelle. Wie das genau funktioniert, erklärt myHOMEBOOK in diesem Artikel.

Nur saubere Anzuchttöpfe verwenden

Ausgediente Plastikverpackungen eignen sich hervorragend zum Vorziehen von Gemüse und Obst. Die Behälter aus Kunststoff dürfen später selbstverständlich nicht mitsamt der Jungpflanze ins Gemüsebeet wandern. Anzuchtbehälter lassen sich mit ein wenig Geschick auch aus altem Zeitungspapier oder aus Pappe und Toilettenpapierrollen basteln. Im Handel sind zudem nachhaltige Anzuchttöpfchen erhältlich, die sich mit der Zeit in der Erde selbst auflösen und keinen Schaden anrichten.

Selbst hergestellte Anzuchttöpfe müssen an der Unterseite mit mehreren Löchern versehen sein, damit es nicht zu Staunässe beim Gießen kommt. Die Behälter sollten zudem unbedingt sauber sein, sonst droht Pilzbefall. Um ein feuchtes Mikroklima zu erzeugen, kann man die Anzuchttöpfe nach der Aussaat mit Klarsichtfolie, durchsichtigem Plastikdeckel oder einem Glasteller bedecken. Gelegentlich muss das Mini-Gewächshaus gelüftet werden. Steht das geeignete Anzuchttöpfchen bereit, kann es losgehen. Behälter mit Anzuchterde füllen und Saatgut darin aussäen.

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Licht ist gut für das Vorziehen von Gemüse

Nach der Aussaat stellt man den Anzuchttopf am besten an einen warmen Ort. Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, kann das Gefäß ruhig an einem etwas kühleren Standort platziert werden. Wichtig ist jedoch ausreichendes Licht. In unseren Breiten ist es im Februar und März tagsüber noch nicht ausreichend und lange hell, vor allem nicht in Innenräumen. Mit einer Pflanzenlampe kann man dunklen Tagen erfolgreich gegensteuern. Das Pflanzenlicht sollte wenigstens mit Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux strahlen.

Für etwa 20 Euro bekommt man im Handel zudem Pflanzenleuchten mit rotem und blauem LED-Licht. Die Geräte strahlen jedoch meist mit weniger als den empfohlenen 1000 Lux. Vor allem bei diesen schwächeren Leuchten sollte der Anzuchttopf stets auf einer tageshellen Fensterbank stehen. Zusätzlich versorgt man die Keimlinge dann mit dem Pflanzenlicht.

Welche Pfanzen man im Februar vorziehen kann

Im späten Winter und Vorfrühling beginnt man mit der Vorkultur bei Gemüse- und Obstarten, die mehr Zeit bei der Anzucht und Schutz vor kalter Witterung benötigen. Diese fünf Gemüse- und Obstpflanzen kann man bereits im Februar vorziehen.

Franka Kruse-Gering
Redakteurin

Extra-Tipp

„Es ist ratsam, sich auf Gemüse und Obst zu beschränken, welche eine etwas längere Keimdauer haben. In der Regel pflanzt man vorgezogenes Gemüse erst nach den Eisheiligen nach draußen. Sät man diese nun schon im Februar, kann es passieren, dass sie nicht optimal gedeihen und weniger Ertrag liefern, da sie zu lange in der Anzuchterde gesteckt haben.“

Tomate

Das Vorziehen von Tomaten ist etwas knifflig. Hobbygärtner sollten vor allem eine große Portion Geduld mitbringen. Mindestens eineinhalb Monate sollten verstrichen sein, bevor man vorgezogene Tomaten ins Gemüsebeet auspflanzt. Bester Zeitpunkt zur Aussaat und zum Vorziehen für das beliebte Gemüse ist eigentlich Mitte bis Ende März. Unter gewissen Umständen kann man diese aber auch schon Ende Februar säen. Tomaten benötigen eine Keimtemperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius.

Auch interessant: 5 Gründe, warum Tomatensamen nicht keimen

Chili und Paprika

Diese beiden Gemüse benötigen einige Zeit zum Vorziehen. Chili sollte drei Monate, Paprika rund zweieinhalb Monate vor dem Auspflanzen angezüchtet werden. Anfang bis Mitte Februar ist der ideale Startpunkt zum Vorziehen. Die Keimlinge beider Gemüse wachsen besonders gut bei einer hohen Keimtemperatur zwischen 22 und 28 Grad Celsius. Der beste Platz zur Anzucht ist die Heizung. Um die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu halten, eignet sich zudem ein Mini-Gewächshaus.

Kohlrabi und Physalis

Die auch als Andenbeere bezeichnete Physalis ist gesund, lecker und beliebt. Sie wird wie auch Kohlrabi Mitte bis Ende Februar im Anzuchttopf ausgesät. Beide Pflanzen brauchen es nicht ganz so warm wie Chili oder Paprika. 19 bis 25 Grad sind ideal für Physalis. Kohlrabi kommt auch gut mit einer Keimtemperatur zwischen 18 und 20 Grad zurecht.

Erdbeeren

Je nach Sorte können Hobbygärtner bereits ab Mitte Februar Erdbeeren vorziehen. Dafür sollte man die Samen nur leicht mit Erde bedecken. Ein warmer, heller Platz auf der Fensterbank mit Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius wäre ideal. Gegebenenfalls ist es nötig, die Keimlinge zu pikieren. Das bedeutet, dass man die jungen Pflanzen mit einem größeren Abstand oder gar in eigenen Töpfen umpflanzt. So behindern sich die Keimlinge nicht gegenseitig.

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