23. Februar 2026, 15:21 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Mit dem Februar kündigt sich langsam der Frühling an: Erste Knospen bilden sich an den Zweigen, vereinzelt sind sogar schon Blüten zu entdecken. Für Gartenbesitzer markiert dieser Monat jedoch vor allem eine entscheidende Übergangsphase. Noch dürfen Hecken, Sträucher und andere Gehölze kräftig zurückgeschnitten werden – denn ab dem 1. März beginnt die gesetzliche Schonzeit. Aber auch Obstbäume sollten jetzt einen Pflegeschnitt erhalten, um gesund zu wachsen und eine reiche Ernte zu tragen.
Übersicht
- Hecken im Februar schneiden
- Tipps zum Heckenschnitt
- Beerensträucher im Februar schneiden
- Pflanzenschnitt im Februar bei Gräsern
- Sommerblüher im Februar zurückschneiden
- Pflanzenschnitt bei Zimmer- und Balkonpflanzen
- Tipps für den Pflanzenschnitt im Februar
- 3 Bäume, die man im Februar schneiden sollte
- 3 Pflanzen, die nicht geschnitten werden sollten
Hecken im Februar schneiden
Wer seine Hecke in eine neue Form bringen oder stark zurückschneiden möchte, sollte dies unbedingt noch im Februar erledigen. Denn vom 1. März bis 30. September gilt Bestandsschutz. Dies soll verhindern, dass brütende Vögel in den Hecken gestört oder Nester gar zerstört werden.
Den richtigen Zeitpunkt für den Heckenschnitt zu finden, kann mitunter zur Herausforderung werden. Denn bei Minusgraden kann das Beschneiden zu Frostschäden an den Heckenpflanzen führen. Ideal ist also ein milder Februartag. Ein Vorteil des frühen Schnitts im Februar ist außerdem, dass die Triebe noch wenig Saft enthalten und die Heckenpflanze den Rückschnitt so besser verträgt.
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Tipps zum Heckenschnitt
Die wichtigste Regel beim Heckenschnitt im Februar: Die Hecke unten auf keinen Fall schmaler schneiden als oben. Dies kann dafür sorgen, dass sich die Hecke von oben nach unten selbst beschattet – auch weil sie im oberen Teil in der Regel stärker wächst. Der untere Teil der Hecke könnte als Folge schnell verkahlen. Ideal ist für die meisten Heckenpflanzen eine Trapezform, wobei der schmalere Teil oben verbleibt.
Um die Heckenkrone, also den obersten Teil der Hecke, waagerecht zu schneiden, können Hilfsmittel genutzt werden. Dafür vor dem Schnitt zwei Bambusstäbe senkrecht auf beiden Seiten der Hecke aufstellen und dazwischen einen geraden Faden spannen. Dieser dient als Orientierung für einen geraden Schnitt.
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Beerensträucher im Februar schneiden
Spätestens im Februar sollten auch Beerensträucher beschnitten werden, hier insbesondere die Brombeere – ferner auch Stachelbeere und Herbsthimbeere. Nur durch das Schneiden der Pflanze im Februar trägt der Strauch im folgenden Sommer wieder reichlich Beeren. Hierbei die Triebe bodennah zurückschneiden, die im vergangenen Sommer Früchte getragen haben. Neue Triebe, die bisher nicht getragen haben, bleiben hingegen stehen.
Wer sich für den Rückschnitt im folgenden Jahr vorbereiten möchte, befestigt diese neuen Triebe an einer Rankhilfe. Brombeersträucher können mitunter stark wuchern, und so fällt beim nächsten Rückschnitt die Unterscheidung der zu schneidenden Triebe leichter.
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Pflanzenschnitt im Februar bei Gräsern
Ziergräser können die verwelkten und vertrockneten Halme den ganzen Herbst und Winter über behalten. Erstens werden so die Wurzelballen der Gräser besser vor Eis, Nässe und Kälte geschützt und zweitens können mit Raureif überzogene Gräser im Winter für einen echten Blickfang im Garten sorgen. Im Februar ist die Zeit gekommen, auch die Gräser stark zurückzuschneiden, damit sie im Frühjahr kräftig und dekorativ nachwachsen können. Als Faustregel gilt: Alles ab zwei Handbreit über dem Boden gerade abschneiden.
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Sommerblüher im Februar zurückschneiden
Sommerblühende Pflanzen wie Sommerflieder, Hortensie und Hibiskus vertragen im Februar auch einen kräftigen Rückschnitt um zwei Drittel ihrer Gesamtgröße, um kräftig neu auszutreiben. Auch die Triebe von Fuchsien sollten jetzt um die Hälfte gekürzt werden.
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Pflanzenschnitt bei Zimmer- und Balkonpflanzen
Wer nicht nur Hobbygärtner, sondern auch Zimmerpflanzenfan ist, kann seinen Schützlingen im Februar ebenfalls einen Verjüngungsschnitt gönnen. Denn auch Pflanzen in Wohnzimmern und Co. befinden sich im Februar kurz vor der neuen Wachstumsperiode. Die Tage werden auch für Zimmerpflanzen spürbar länger. Wer die Blühkraft einiger Zimmerpflanzenarten stärken will, sollte jetzt auf einen Rückschnitt erst recht nicht verzichten, da dieser für eine starke Blütenbildung sorgt. Zu diesen Arten gehören:
Aber auch Birkenfeige, Trendpflanzen wie Dieffenbachie oder auch Zitrusgewächse können in Form und zurückgeschnitten werden.
Tipps für den Pflanzenschnitt im Februar
Neben dem richtigen Zeitpunkt und – bei Gartenpflanzen – der richtigen Witterung, ist auch das Schneidewerkzeug entscheidend, wenn man seine Pflanzen im Februar schneiden möchte. Grundsätzlich sollten stets sehr scharfe Messer verwendet werden, da dickere Zweige sonst gequetscht und unnötig verletzt werden könnten. Nur bei Gräsern oder sehr dünnen Trieben sollte mit einer ebenfalls scharfen Gartenschere gearbeitet werden.
Der Schnitt sollte immer sauber und glatt sein, da sich in einem unsauberen Schnitt auch Krankheitserreger oder Schädlinge einnisten können. Insbesondere für Gartenpflanzen gilt: Den Schnitt am besten in einem Winkel von 45 Grad nach unten ausrichten. So kann Regenwasser ideal ablaufen, ohne dass zu viel Feuchtigkeit in den Trieb eindringt, solange der Schnitt noch frisch ist.
Was beim Pflanzenschnitt im März noch erlaubt ist
Pflanzen und Gehölze, die man im Januar schneiden kann
3 Bäume, die man im Februar schneiden sollte
Generell gilt für die meisten Steinobst- und Beerenbäume, dass zwischen Januar und März ein Schnitt fällig wird. Verpassen Hobbygärtner das Zeitfenster, treiben die Bäume nicht aus und die Ernte fällt geringer aus. Zwei Sorten sind davon aber ausgeschlossen: Pfirsich- und Süßkirschenbäume. Erst nach der Ernte im Sommer sind sie bereit für einen Schnitt.
1. Kopfweiden
Eigentlich handelt es sich hierbei nicht um eine Baumsorte, sondern um eine spezielle Schnittform, die bei Silberweiden, Korbweiden oder Purpurweiden angewandt werden kann. Die Zweige sind so zurechtgeschnitten, dass sie eine kugelige Form ergeben und sogar auf Dauer behalten. Entscheidend hierfür ist der optimale Zeitpunkt. Die Kugelweide gehört zu den Bäumen, die man im Februar schneiden sollte. Hobbygärtner kürzen hierfür alle Zweige bis auf die Aststummel.
2. Birnbäume
Auch die Birne gehört zu den Bäumen, die Hobbygärtner im Februar schneiden sollten. Jedenfalls dann, wenn sie auf einer schwach wachsenden Veredelungsunterlage steht. Bei schnell wachsenden sollte der Schnitt erst im Sommer erfolgen. Veredelungsunterlagen verwendet man beim Veredeln von verholzenden Pflanzen sowie bei Gemüsepflanzen. Sie bestehen sowohl aus dem Wurzelsystem der Pflanze als auch aus einem Teil des Stammes.
Ein regelmäßiger Schnitt beim Birnbaum ist wichtig, denn sonst würden sich die Äste mit der Zeit zum Boden biegen. Damit das nicht passiert, schneidet man direkt hinter dem Trieb die Zweige zurück. Nach zwei Jahren können sich dann dort neue Blüte und damit auch Früchte bilden.
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3. Apfelbäume
Beim Apfelbaum gilt die Faustregel: Je später im Winter der Schnitt erfolgt, desto schwächer treibt der Baum aus. Daher gehört auch er zu den Bäumen, die man im Februar schneiden sollte. Dabei können alle Äste entfernt werden, die über Kreuz oder ins Innere der Baumkrone wachsen. Auch sehr steil nach oben wachsende Äste können abgeschnitten werden.
3 Pflanzen, die nicht geschnitten werden sollten
Wer jetzt im Garten die Schere ansetzt, sollte einige Pflanzenarten außen vor lassen. Zu den Pflanzen, die man nicht im Februar schneiden sollte, zählen zum Beispiel:
- Magnolie: Dieser prächtige Blütenbaum blüht sehr zeitig im Frühjahr. Die schönen Blüten würden bei einem radikalen Schnitt im Februar größtenteils mit abgeschnitten werden. Darüber hinaus treiben die Blütenknospen aus dicken Ästen weniger gut aus. In die gleiche Kategorie fallen Zaubernuss und Glockenhasel.
- Goldregen: Hier verheilen die Wunden eines starken Rückschnitts in der Regel schlecht und können die Pflanze stark schwächen.
- Nadelbäume: Viele Nadelbäume wie Kiefern sollten nur im benadelten Bereich geschnitten werden. Am nadellosen Stamm beispielsweise bilden sich bei den meisten Nadelbäumen keine neuen Triebe, wenn Äste bis hierhin zurückgeschnitten werden.