12. Dezember 2025, 17:08 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Der Weihnachtsstern gehört für viele zur Adventszeit wie Plätzchen und Kerzenschein – doch nachhaltig ist die Pflanze nicht. Wer sich in diesem Jahr bewusster mit seiner Weihnachtsdekoration beschäftigen möchte, stellt schnell fest: Es gibt zahlreiche Pflanzen, die mindestens genauso festlich wirken und deutlich länger Freude bereiten. myHOMEBOOK-Pflanzenexpertin Franka Kruse-Gering nennt vier Alternativen zum Weihnachtsstern, die auch nach den Feiertagen weiterleben dürfen.
Warum es sinnvoll ist, Alternativen zum Weihnachtsstern zu wählen
Viele Pflanzenfreunde – mich eingeschlossen – stellen zunehmend infrage, ob der klassische Weihnachtsstern noch zeitgemäß ist. Die Pflanze gilt inzwischen als typisches Saisonprodukt. Sie sieht zwar für kurze Zeit beeindruckend aus, verliert jedoch schnell an Schönheit und landet oft bereits nach wenigen Wochen im Müll. Das zeigt auch eine Umfrage von myHOMEBOOK, in der rund 75 Prozent von etwa 10.000 Teilnehmern angegeben haben, bereits einen Weihnachtsstern weggeworfen zu haben. Zudem wird der Weihnachtsstern unter warmen, tropischen Bedingungen kultiviert und anschließend in unsere kalten Winter exportiert – ein enormer Energie- und Ressourcenaufwand für eine Pflanze mit so begrenzter Lebensdauer. Wer nachhaltiger dekorieren und Pflanzen langfristig nutzen möchte, findet in robusten Alternativen daher die deutlich bessere Wahl.
1. Alpenveilchen
Das Alpenveilchen (Cyclamen persicum) bringt mit seinen filigranen Blüten Leichtigkeit in die dunkle Jahreszeit und ist eine schöne Alternative zum Weihnachtsstern. Die Art stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und ist nicht in Deutschland heimisch, hat sich aber seit vielen Jahrzehnten als winterliche Zimmerpflanze bewährt. Nach der Weihnachtszeit lässt man Cyclamen persicum ganz normal in die Ruhephase übergehen: Sobald die Blätter sich einziehen, wird das Gießen stark reduziert, bis die Knolle nahezu trocken ruht. Während der Sommermonate bleibt der Topf an einem schattigen, warmen Ort stehen. Im Frühherbst beginnt die neue Wachstumsperiode, indem man langsam wieder mit dem Gießen startet. Dann treibt die Pflanze erneut aus und blüht oft im folgenden Winter wieder – ein klarer Vorteil in puncto Nachhaltigkeit.
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2. Christrose
Die Christrose (Helleborus niger) blüht mitten im Winter, wenn kaum eine andere Pflanze Farbe zeigt, und wirkt dadurch besonders edel. Sie ist in Mitteleuropa mit teilweise natürlichem Vorkommen vertreten und absolut winterhart. Nach Weihnachten wird Helleborus niger am besten zeitnah ins Freiland gepflanzt. Dort bevorzugt sie halbschattige, humose Standorte und kommt über viele Jahrzehnte wieder. Die Pflanze bildet im Laufe der Jahre kräftige Horste, die zuverlässig ab Spätwinter neue Blüten hervorbringen. Wichtig: Christrosen mögen keine regelmäßigen Standortwechsel und danken einen festen Platz im Garten mit langer Lebensdauer.
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3. Ilex – Stechpalme
Der Ilex (Ilex aquifolium), bei uns besser bekannt als Stechpalme, wirkt mit seinen glänzenden, dunkelgrünen Blättern und – je nach Sorte – auffälligen roten Beeren besonders weihnachtlich und dekorativ. Die Europäische Stechpalme ist in großen Teilen Deutschlands heimisch und spielt eine wichtige Rolle in naturnahen Gärten. Nach Weihnachten kann ein im Topf kultivierter Ilex problemlos weiterverwendet werden: Er lässt sich im Frühjahr in den Garten pflanzen oder dauerhaft als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse halten. Ilex aquifolium ist äußerst langlebig, wächst langsam und benötigt nur wenig Pflege. Als immergrünes Gehölz behält es auch im Winter sein Laub und bietet Vögeln wertvolle Nahrung – eine nachhaltige Alternative, die weit über die Adventszeit hinaus Freude bereitet.
4. Weihnachtskaktus
Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera x buckleyi und andere Schlumbergera-Hybriden) ist bekannt für seine farbenprächtigen Blüten, die zuverlässig zur Adventszeit erscheinen. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus den subtropischen Feuchtwäldern Brasiliens und sind nicht winterhart, haben sich aber als langlebige, robuste Zimmerpflanzen etabliert. Nach der Blüte legt der Weihnachtskaktus keine strikte Ruhepause ein, braucht aber einige Wochen mit etwas weniger Wasser und ohne Dünger, um neue Kraft zu sammeln. Ab dem Frühjahr kann man Schlumbergera an einen schattigen, warmen Platz ins Freie stellen, was das Wachstum fördert. Im Herbst sorgt eine Kombination aus kühleren Temperaturen und kürzeren Tageslängen dafür, dass sich neue Knospen bilden. Mit dieser einfachen Pflege blüht der Weihnachtskaktus Jahr für Jahr zuverlässig – häufig über Jahrzehnte.
Darum ist eine Amaryllis für mich keine Alternative zum Weihnachtsstern
„Auch die Amaryllis (Hippeastrum) ist für mich keine überzeugende Alternative zum Weihnachtsstern. Zwar hält ihre Blüte etwas länger und sie lässt sich theoretisch über mehrere Jahre kultivieren, doch in der Praxis funktioniert das bei vielen Menschen – mich eingeschlossen – kaum, weil die Pflanze sehr spezifische Bedingungen braucht: erst eine intensive Wachstumsphase, dann eine streng eingehaltene Ruhezeit, damit sie überhaupt wieder Knospen ansetzt. Dazu kommt, dass auch die Amaryllis nicht heimisch ist und unter warmen Bedingungen in Übersee produziert wird, bevor sie in unsere Wohnzimmer reist – ein ähnliches Ressourcenproblem wie beim Weihnachtsstern. Wenn ich wirklich nachhaltiger dekorieren möchte, suche ich nach Pflanzen, die sich langfristig und mit überschaubarem Aufwand in unseren Alltag integrieren lassen. Genau das bietet die Amaryllis trotz ihrer Schönheit nicht.“