16. September 2026, 6:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Jedes Jahr neue Samentütchen zu kaufen, ist oft unnötig. Viele Pflanzen säen sich nämlich sehr bereitwillig selbst aus – wenn man sie lässt. Wie das funktioniert und welche Pflanzen besonders gut in der Selbstaussaat sind, erfahren Sie auf myHOMEBOOK.
Der Garten steht noch in voller Blüte, aber der Herbst schummelt sich unübersehbar ins Bild. Während die meisten Blüten der Ringelblumen etwa noch in kräftigen Orangetönen leuchten, sind andere schon verblüht und bilden erste Samen. Wer nicht rechtzeitig zur Schere greift und Verblühtes abschneidet, lässt den Pflanzen die Chance zur Selbstaussaat. Denn wenn die Samenstände trocken und aufgeplatzt sind, fallen die Samen zu Boden oder werden vom Wind mitgenommen.
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Was Selbstaussaat begünstigt und erschwert
Nicht jede Pflanze sät sich selbst aus
Nicht in jedem Garten finden sich selbstaussäende Pflanzen. Manche Arten vermehren sich stattdessen vor allem über Ausläufer, Zwiebeln oder andere Pflanzenteile. Und selbst keimfähige Samen gehen nicht automatisch im nächsten Frühjahr auf. Manche brauchen spezielle Bedingungen, damit ihre Keimhemmung aufgehoben wird, andere sind frostempfindlich oder vertragen die winterliche Nässe schlecht.
Vom Samenkorn zur Jungpflanze
Eine zu dichte Mulchschicht kann bei der Selbstaussaat ein Hindernis sein – und zwar von beiden Seiten. Entweder erreichen die Samen den Boden nur schwer, weil sie im Mulch hängen bleiben, oder sie schaffen es bis zum Boden, haben aber dann entweder nicht genug Licht zum Keimen oder als Jungpflanze nicht genug Kraft zum Durchstoßen der Mulchdecke.
Manche Samen keimen schon im Herbst und überwintern als Jungpflanze, andere keimen erst im Frühjahr. Und nicht immer an der Stelle, an der die Pflanze ursprünglich stand. Manche Samen sind durch Tiere verschleppt worden, andere vom Wind verweht. Beim Unkrautjäten sollten Sie also aufpassen, dass Sie nicht versehentlich die Sämlinge für Unkraut halten und mit entfernen. Zu dicht stehende Sämlinge können Sie gut vereinzeln, damit jede Pflanze den Platz bekommt, den sie benötigt.
Sommerblumen, die typische Selbstaussäer sind
Ringelblume, Kornblume, Klatschmohn, Jungfer im Grünen, Löwenmäulchen, Cosmea und Kapuzinerkresse sind sehr erfolgreich in der Selbstaussaat. Nicht ganz so reichlich und zuverlässig, aber dennoch nicht selten, säen sich auch Sonnenblumen selbst aus.
Wer viele Blüten haben möchte, schneidet Verblühtes normalerweise zügig ab, weil die Pflanzen auf diese Weise zur Bildung neuer Blüten angeregt werden. Sollen sich die Blumen aber selbst aussäen, sollten Sie spätestens zum Saisonende hin auch abgeblühte Blüten stehen lassen, damit die Samen ausreifen und abfallen können.
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Stauden, die sich selbst aussäen
Akelei, Wiesen-Margerite, Wilde Malve, Fingerhut (Achtung: stark giftig), Frauenmantel oder Storchschnabel zählen zu den zuverlässigsten Selbstaussäern unter den Stauden. Manche von ihnen sind zweijährig oder kurzlebig, andere mehrjährig, doch in beiden Fällen gilt: Wird die Selbstaussaat immer wieder verhindert oder wird nicht gezielt nachgesät, können solche Pflanzen mit der Zeit aus dem Beet verschwinden.
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Gemüse und Kräuter mit Eigeninitiative
Manche Gemüse und Kräuter können sich selbst aussäen. Bei Dill, Rucola und Salaten geht das relativ leicht: Lassen Sie einfach ein paar besonders kräftige Pflanzen blühen, statt sie zu ernten. Wenn Sie möchten, dass Feldsalat und Mangold sich selbst aussäen, brauchen Sie ein bisschen mehr Geduld, denn sie bilden meist erst im Folgejahr Blüten, müssen also im Beet überwintern. Auch Thymian kann sich selbst aussäen, sofern Sie nicht alle Blüten abschneiden.
Unkräuter: die ungekrönten Stars der Selbstaussaat
Die Natur braucht keine Gärtner. Während wir Saatgut kaufen, Reihen ziehen und uns überlegen, wo welche Pflanze wachsen soll, erledigen Unkräuter wie Vogelmiere, Löwenzahn, Hirtentäschel, Breit- und Spitzwegerich und Franzosenkraut ihre Aussaat ganz allein. Und das Jahr für Jahr, mit einer Ausdauer, von der sich so manche Gartenpflanze eine Scheibe abschneiden könnte. Ich finde, dafür haben sie eigentlich ein bisschen mehr Anerkennung verdient.