18. Dezember 2025, 12:46 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ob frisch geerntet, als Beilage, im Eintopf oder in Salaten – Gartenbohnen gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten und sind aus vielen Küchen kaum wegzudenken. Umso überraschender ist es, dass man ausgerechnet sie zur Giftpflanze des Jahres 2026 gewählt hat. myHOMEBOOK erklärt, warum die Gartenbohne das Rennen zur Giftpflanze des Jahres 2026 gemacht hat.
Das steckt hinter der Wahl zur Giftpflanze des Jahres
Seit 2005 kürt der Botanische Sondergarten in Hamburg-Wandsbek jährlich die Giftpflanze des Jahres. Vorab kann jeder an der öffentlichen Abstimmung teilnehmen. „Sie soll über die giftige Wirkung einiger Pflanzen auf Mensch und Tier informieren, ohne diese Pflanzen aus Gärten und Natur zu verbannen“, schreibt der botanische Garten zur Erklärung der Wahl auf seiner Internetseite. Bereits kurz nach der Wahl kann jeder Vorschläge für die kommende Wahl einreichen.
Warum die Gartenbohne zur Giftpflanze des Jahres 2026 gewählt wurde
Rohe Gartenbohnen sind stark giftig. Sie enthalten das Pflanzentoxin Phasin, ein Eiweiß, das die roten Blutkörperchen verklumpen lässt und schwere Vergiftungen auslösen kann. Das Gefährliche daran: Viele Menschen wissen nicht, dass bereits wenige rohe Bohnen bei Erwachsenen – und noch schneller bei Kindern sowie Haustieren – zu akuten Beschwerden führen können.
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Die Symptome treten meist wenige Stunden nach dem Verzehr auf: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und in schweren Fällen sogar Fieber, Schock und Krampfanfälle. Die gute Nachricht ist, dass Phasin beim Kochen vollständig zerstört wird. Erst nach mindestens 10 bis 15 Minuten bei 100 Grad sind Bohnen unbedenklich genießbar.
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Der Blauregen ist die Giftpflanze des Jahres 2024
Giftpflanzen der vergangenen Jahre
| Jahr | Name | Hauptwirkstoffe |
| 2005 | Blauer Eisenhut | Aconitin |
| 2006 | Pfaffenhütchen | Evonin, Herzglykoside |
| 2007 | Roter Fingerhut | Digitoxin |
| 2008 | Herkulesstaude | Furocumarine, Psoralen |
| 2009 | Tabak | Nikotin |
| 2010 | Herbstzeitlose | Colchizin |
| 2011 | Eibe | Taxin |
| 2012 | Gemeiner Goldregen | Cytisin |
| 2013 | Kirschlorbeer | Prunasin |
| 2014 | Maiglöckchen | Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid, Desglucocheirrotoxin |
| 2015 | Rittersporn | Diterpenoide, häufig Methyllycaconitin |
| 2016 | Kalifornischer Mohn | Alkaloide |
| 2017 | Tränendes Herz | Isochinolin-Alkaloide, Protopin, Sanuinarin, Chelerythrin, Cularin |
| 2018 | Wunderbaum | Rizin |
| 2019 | Aronstab | Oxalat, Saponin, Coniin |
| 2020 | Schwarze Tollkirsche | Hyoscyamin, Scopolamin |
| 2021 | Schlafmohn | Morphin, Codein |
| 2022 | Kartoffel | Solanin |
| 2023 | Petersilie | Apiol |
| 2024 | Blauregen | Lectine, Wistarin |
| 2025 | Gartenbohne | Phasin |
Das sollte man bei der Zubereitung der Gartenbohne beachten
Damit man die Gartenbohne gefahrlos verzehren kann, ist eine gründliche Zubereitung entscheidend. Der Botanische Sondergarten Hamburg weist darauf hin, dass das in rohen Bohnen enthaltene Gift Phasin erst durch ausreichend langes Erhitzen vollständig zerstört wird.
Experten empfehlen, die Bohnen mindestens 10 bis 15 Minuten sprudelnd zu kochen – erst dann sind sie unbedenklich. Kurzes Blanchieren oder Dampfgaren reicht nicht aus, da dabei oft ein Teil des Toxins erhalten bleibt. Auch das Koch- und Blanchierwasser sollte anschließend weggegossen werden. Wer diese Hinweise beachtet, kann Gartenbohnen ohne Risiko genießen.