30. Juli 2025, 5:39 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Während viele Insekten keinen guten Ruf genießen, sind Schmetterlinge gemeinhin gerne gesehen. Dabei sollten Gartenbesitzer jedoch nicht nur an die beliebtere Verwandlung denken, sondern auch an das Raupenstadium.
Schmetterlinge im heimischen Garten
Hat man als Kind noch zahlreiche Schmetterlinge im Garten beobachten können, fliegen heutzutage scheinbar weniger von ihnen von Blüte zu Blüte. Der Eindruck täuscht nicht. Die Falterzählaktion 2024 des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) deutet an, dass es immer weniger Schmetterlinge gibt. Laut des Schmetterlingsexperten des Nabu NRW Karl-Heinz Jelinek sei der Artenschwund auf Überdüngung und Pestizideinsatz sowie den Klimawandel zurückzuführen.
Ein naturnaher, pestizidfreier Garten ist somit ideal, um Schmetterlinge zu unterstützen und anzulocken. Zudem sollte man auf verschiedene nektarreiche Pflanzen setzen. Bei Schmetterlingen sind insbesondere Buddleja und Nektar beliebt. An die Raupen sollte man ebenso denken. Tagpfauenaugen benötigen etwa Brennnesseln. Auch Wilde Möhre ist bei einigen Arten beliebt.
Kohlweißling
Die Falterzählung 2024 des Nabu hat ergeben, dass der Kohlweißling in hiesigen Gärten am häufigsten vorkommt. Zu unterscheiden gilt es dabei zwischen dem Großen (Pieris brassicae) und dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Bereits im zeitigen Frühjahr kann man die Arten im Garten beobachten. Bis in den Herbst hinein fliegen sie von Blume zu Blume. Besonders beliebt sind Lavendel, Disteln oder Sommerflieder.
Im Raupenstadium sorgt der Kohlweißling hingegen oft für Ärger im Garten. Ganz oben auf der Speisekarte stehen nämlich verschiedenste Kohlsorten. Aber auch die Kapuzinerkresse wird gerne gesehen und gefressen.
Tagpfauenauge (Aglais io)
Besonders spektakuläre Flügel besitzt das Tagpfauenauge. Die Augen erfüllen eine Funktion: Sie sollen Fressfeinde abschrecken. Abhängig von den Umweltbedingungen können Tagpfauenaugen bis zu zwei Jahre alt werden. Als Nahrungsquelle sind Nektarpflanzen für die Edelfalter wichtig. Disteln, Huflattich und Schmetterlingsflieder sind besonders beliebt.
Im Spätsommer legen die Weibchen ihre Eier gezielt auf Brennnesselpflanzen. Die Pflanzen dienen dabei nicht nur als Futterquelle für die Raupen, sondern schützen sie auch vor Fressfeinden. In der Regel findet man die Raupen in kleinen Gruppen vor.
Admiral (Vanessa atalanta)
Der Admiral verdankt seinen Militärsnamen der Zeichnung seiner Flügel. Diese erinnert an die Uniformen früherer Admirale. Die weißen Punkte sehen fast aus wie Schulterabzeichen. Ähnlich wie ein Admiral auf hoher See legt auch der Schmetterling weite Strecken zurück. Für den Wanderfalter sind insbesondere Wasserdost, Phlox, Thymian und Sonnenröschen attraktiv.
Im Gegensatz zum Tagpfauenauge sind die Raupen des Admirals echte Einzelgänger. Man findet sie also allein auf Brennnesseln vor. Die Blätter der Brennnessel werden von den Raupen zum Verpuppen genutzt. Sie spinnen sich in ein Blatt ein, wodurch sich dieses wie eine Tüte zusammenzieht.
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Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Woher der Name des Schwalbenschwanzes kommt, wird schnell deutlich, wenn man die Hinterflügel genauer betrachtet. Dort finden sich spitz zulaufende Enden, die an den Schwanz einer Schwalbe erinnern. Mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimetern ist er zudem einer der größten Schmetterlinge in hiesigen Breitengraden. Er zählt zu der Familie der Ritterfalter und ernährt sich besonders gerne von Löwenzahn, Gundermann, Wiesen-Witwenblume, Natternkopf, Schmetterlingsflieder, Rot-Klee und Distelarten.
Wilde Möhre, Pastinak, Dill, Fenchel, Petersilie und Wiesenkümmel sind hingegen die Pflanzen, die für die Raupe des Falters wichtig sind. Frisch geschlüpft dient die Färbung der Raupen als besonders raffinierte Tarnung: Sie geben vor, Vogelkot zu sein. Später ändert sich die Farbe zu Grün mit orangen und schwarzen Flecken.
Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata)
Eine der größten Familien der Schmetterlinge ist die der sogenannten Spanner. Der Stachelbeerspanner ist ein Mitglied dieser Familie. Die Falter sind in der Regel nachtaktiv. Tagsüber tarnen sie sich mit ihren gemusterten Flügeln. Im Falle des Stachelbeerspanners sind die Flügel auffällig schwarz-weiß-gelb gemustert. In Gärten und an Waldrändern kann man ihn von Juni bis August beobachten.
Dass aus den Raupen des Stachelbeerspanners später einmal ein Falter mit diesen Flügeln wird, kann man gut erkennen. Denn auch die Raupen besitzen eine auffällige Musterung in Schwarz, Weiß und Gelb. Warum der Stachelbeerspanner seinen Namen trägt, wird deutlich, wenn man sich die Speiseliste der Raupe ansieht: Hier findet man nämlich Johannisbeere, Stachelbeere und andere Sträucher.
Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
Sieht man im Garten einen Schmetterling mit leuchtend orangen Flügeln, die von schwarzen und blauen Flecken übersät sind, könnte es sich um den Kleinen Fuchs handeln. Er zählt zu den häufigsten und bekanntesten Tagfaltern Europas. Da er als Falter überwintert, kann man ihn bereits im Frühling sehen. Sommerflieder, Wasserdorst und Schafgabe mag der Falter besonders gerne.
Findet man hingegen kleine Gruppen von dunklen Raupen mit gelben Streifen und Stacheln im Garten vor, sind dies die Raupen des Schmetterlings. Ähnlich wie andere Artgenossen leben und ernähren sich die Raupen bevorzugt von Brennnesseln.
Distelfalter (Vanessa cardui)
Wer nicht genau hinsieht, könnte den Distelfalter schnell mit dem Kleinen Fuchs verwechseln. Immerhin ähneln sich die Farben sehr – nur ohne die blauen Flecken. Dabei ist die Musterung jedoch eine vollkommen andere. Besonders interessant: Beim Distelfalter handelt es sich um einen Wanderfalter. Er fliegt im Frühjahr aus Afrika nach Europa.
Die Raupen des Distelfalters fressen am liebsten Disteln und Brennnesseln. Im Juni und Juli kann man sie sehen. Die zweite Generation kann man dann im August und September beobachten.
Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
Ein häufig gesehener Geselle ist der Zitronenfalter. Da der Falter bereits früh im Jahr aktiv ist, benötigt er auch Pflanzen, die früh blühen. Dazu zählen Salweide, Lungenkraut und Huflattich. Die Männchen und Weibchen kann man gut an der Flügelfarbe unterscheiden. Zitronengelb sind die männlichen Vertreter, die Weibchen erscheinen in einem hellgrünlich-weißen Kleid.
Die Raupen des Zitronenfalters sind gut getarnt. Sie sind grün und besitzen einen hellen Seitenstreifen und fallen so auf Blättern kaum auf. Als Nahrungsquelle bevorzugen sie die Blätter des Faulbaums. Aber auch Kreuzdorngewächse stehen auf der Speisekarte.
Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
Auch die Männchen und Weibchen des Aurorafalters kann man gut voneinander unterscheiden. Die Männchen besitzen auffällig orange Flügelspitzen. Die Falter kann man bereits im April im Garten beobachten. Voraussetzung ist, dass man Pflanzen wie Wiesen-Schaumkraut, Knoblauchsrauke oder Natternkopf im Beet hat.
Die Raupen des Aurorafalters sind zunächst gelblich und werden später grün mit hellen Seitenrändern. So sind sie besonders gut getarnt. In der Regel handelt es sich um Einzelgänger, die sich am liebsten von Kreuzblütlern wie Wiesen-Schaumkraut oder Knoblauchsrauke ernähren.
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Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
Der Name des Schachbrettfalters stammt von seinen schwarz-weiß gefärbten Flügeln, die an ein Schachbrett erinnern. In der Regel kann man ihn von Juni bis August im Garten beobachten. Als Wiesenfalter bevorzugt er Pflanzen wie Margerite, Schafgabe und Skabiose.
Mit ihrem braun-grünen Erscheinungsbild sind die Raupen des Schachbrettfalters recht schlicht. Nur der Kopf ist hellbraun. Die Raupen fressen verschiedene Gräser. Dazu zählen Aufrechte Trespe, Wiesen-Rispengras, Rot-Straußgras, Gewöhnliches Knäuelgras und Blaues Pfeifengras.
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
Während die Weibchen des Hauhechel-Bläulings braun mit orangefarbenen Flecken sind, sind die Männchen leuchtend blau. Der Falter ist insbesondere in offenen Landschaften zu finden. Zwischen Mai und September fliegt er auch durch den Garten, speziell wenn Lavendel, Thymian und Glockenblumen in den Beeten blühen.
Die Raupen des Falters sind klein, grün und mit vielen feinen Härchen überzogen. Man findet sie in der Regel an Klee, Luzerne und Hauhechel – daher der ungewöhnliche Name. Eine Besonderheit: Die Raupen geben Zuckertropfen ab und werden daher oft von Ameisen betreut und beschützt.