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Farben, Materialien, Konzepte

Interior Designerin verrät die Wohntrends für 2022

Eine Frau sitzt auf dem Tisch, im Hintergrund ist eine dunkelblaue Wand zu sehen.
Keine Angst vor kräftigen Farben! Dunkelblau zählt schon jetzt zu den Wohntrends 2022Foto: Getty Images

Traditionell werfen wir gegen Ende des Jahres einen Blick in die Kristallkugel des Interior Designs. Dabei werden auch relevante Themen der Gegenwart analysiert. Was ist, was bleibt, was kommt? Die Einrichtungstrends für 2022 verraten es.

Das Jahr 2021 befindet sich bereits in den letzten Zügen, es darf also schon mutig in Richtung 2022 geschaut werden. Fakt ist: Die Welt steckt in massiven Veränderungen, fundamentaler Wandel steht bevor. Neue Lebensformen entwickeln sich bereits und auch Wohnen wird künftig, so wie wir es bisher kennen, nicht mehr sein. Eng geknüpft sind alle diese Strömungen an wichtige, zeitgenössische Themen wie mentale Gesundheit und dem Schutz des Klimas. Und so konzentrieren sich die kommenden Wohntrends für 2022 spürbar weniger auf Materielles wie neue Produkte oder Farben, sondern vielmehr auf Komfort, und zwar auf physischer, aber auch psychischer Ebene.

Nachfrage nach mehr Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Wohntrend für 2022. Das Thema ist schlichtweg aus sämtlichen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Auch in puncto Wohnen haben sich Designer so ihre Gedanken gemacht und zahlreiche Innovationen entwickelt. Entscheidend ist ganz klar die Wahl der passenden Materialien. Bestenfalls sind diese aus Naturfasern und damit nachwachsend oder im Fall von Plastik und Metall recycelbar.

Auch Transparenz spielt zunehmend eine relevante Rolle und so haben entsprechende Zertifizierungen und Gütesiegel eine große Bedeutsamkeit. Vintageprodukte sind schon seit Jahren vor allem bei jüngeren Generationen sehr beliebt. Doch das gesteigerte Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit lässt die Nachfrage nach Produkten aus Second Hand-Läden oder Haushaltsauflösungen künftig noch mehr steigen. Nachhaltiger Konsum sowie Dingen im DIY-Verfahren ein neues Leben zu geben wird auch 2022 weiter in den Fokus rücken.

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Holz und andere Naturmaterialien

Eine Duftkerze und eine Minivase auf einem Keramik-Tablett
Accessoires aus Glas, Keramik oder Kork werden 2022 oft zu sehen seinFoto: Getty Images

Wohnen ohne Holz ist 2022 kaum mehr vorstellbar. Zu gemütlich, charismatisch, aber vor allem nachhaltig ist der nachwachsende Rohstoff. In Form von Möbeln tritt das besondere Material vor allem als Massivholz immer mehr in Erscheinung. Dieses stammt bevorzugt aus nahegelegenen, ökologisch bewirtschaften Wäldern. Aber auch andere Naturmaterialien wie Leinen, Kork oder Jute rücken mehr und mehr in den Fokus des Einrichtens. Besonders Hanf ist hier aktuell auf dem Vormarsch und wird diese Position als Wohntrend im Jahr 2022 weiter ausbauen.

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Mehr Minimalismus wagen

Spätestens seit Pandemie-Beginn im Jahr 2020 rückte das Thema Minimalismus zunehmend ins Visier der Interior-interessierten Öffentlichkeit. Was mit Ausmisten im Stile der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo begann, weitete sich mit der Zeit immer weiter auf andere Bereiche aus. So sollen 2022 nicht nur Kleider- und Küchenschrank nach dem Prinzip des Minimalismus eingerichtet sein, sondern besser noch das ganze Leben.

Wohnformen werden überdacht und das Leben auf kleinem Raum wie in einem Tiny House in Erwägung gezogen. Unabhängigkeit und individuelle Entfaltung rücken in den Vordergrund. Das Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens und mehr Bewusstsein für Hab und Gut sind Aspekte dieser Entwicklung. In weiten Teilen Skandinaviens, aber auch Fernost werden diese als Wohntrends deklarierten Strömungen bereits erfolgreich praktiziert, mehr noch, gelebt!

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Design, Handwerk und DIY

Do-it-yourself-Projekte mit Textilien wie Nähen, Stricken oder Häkeln erleben schon seit Jahren einen Hype. Doch aktuell, aber vor allem im Jahr 2022 ist das Handwerk mehr denn je en vogue. Es wird mit Holz gewerkelt oder das nächste Geschirr getöpfert. Denn damit fertigt man nicht nur ein Unikat, sondern auch etwas für alle Sinne.

Gezeichnet von rauen Texturen und nach natürlichen Aromen duftend, machen entsprechend kunstvoll gefertigte Dinge außerdem auch den Weg frei für Imperfektion. Statt seidig glatter, makelloser Oberfläche, darf auch mal eine Keramiktasse mit leicht krummem Griff im Küchenschrank stehen. Diese neue Sicht auf derartige Dinge lässt auch im persönlichen Rahmen mehr Milde walten. Es muss nicht alles perfekt sein – schließlich sind wir es auch nicht.

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Neue Farbwelten: Beige, Grün und Blau

Besonders oft wird man 2022 auf verschiedenste Beige-Töne in Wohnräumen stoßen. Von Creme über Sand bis hin zu Greige – die Beige-Palette kleidet Wände, Möbel und auch Accessoires geschmackvoll, aber gediegen ein. Dieser Trend kommt nicht von ungefähr, denn  in intensiven und kräftezehrenden Zeiten sehnt man sich nach Wärme und Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden.

Gewissermaßen versteht sich Beige als das neue Grau, das sich auch in jeder Menge Naturmaterialien wiederfindet und deswegen gut kombinieren lässt. Ebenso häufig wird man auch diverse Grün- und Blautöne antreffen, allerdings mal gedeckt und ein anderes Mal eher knallig. Genau wie Beige stellen beide Farbpaletten einen deutlichen Bezug zur Natur her. So werden vor allem Khaki und Classic Blue gern gewählte Farben beim Einrichten sein. Aber auch eine gewisse Tendenz zum Color Blocking im Stil von Bauhaus zeichnet sich schon jetzt ab. Hier und da treffen kraftvolle Gelb-, Orange- und Rottöne aufeinander.

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Multifunktionsmöbel und Statement-Pieces

Im Bereich der Möbel sind für 2022 zwei Entwicklungen erkennbar. Beide sind bereits bekannt, doch kommen immer mehr zum Tragen. Denn sie stehen im engen Zusammenhang mit künftigen Lebensweisen. So werden Multifunktionsmöbel immer ausgefallener und raffinierter konzipiert, sodass aus einem Tisch-Stuhl-Set mit wenigen Handgriffen ein Bett wird. Interessant ist dies vor allem für Liebhaber eines minimalistischen Lebensstils, die auf kleinem Raum wie in einem Tiny House wohnen.

Auch Küchen treten zunehmend in deutlich abgespeckter Form auf. Nachdem sich bereits in einigen Haushalten erfolgreich von den Oberschränken verabschiedet wurde, verstecken sich künftige Mini-Modelle hinter Schränken oder kommen als moderne Form der Pantryküche zurück.

Eine andere Entwicklung ist die der Statement-Pieces, also Möbel mit besonderer Wirkung. Ikonisch im Design ist etwa die Form eines Sessels zunehmend grafisch anmutend und erinnert einmal mehr an den bis heute beliebten Bauhausstil.

Produkte für mehr Achtsamkeit

Ob sanft-geschwungene Loungemöbel oder flache Poufs zum Meditieren – Hauptsache, es wird genügend Komfort geboten. Künftig soll es außerdem Spiegel mit LEDs geben, die ihre Farbtemperatur der jeweiligen Tageszeit anpassen können. Gemütlichkeit definiert sich 2022 auch noch auf anderem Weg, nämlich audiovisuell. Holzpaneele für die Wand, die Decke oder als Raumteiler machen nicht nur optisch viel her, sie sollen vornehmlich die Akustik eines Raumes regulieren. Das macht vor allem in Zeiten von Homeoffice und im Zusammenleben mit Kindern einiges angenehmer.

Und weil sich offene Wohnräume großer Beliebtheit erfreuen, werden sich 2022 sogenannte Lofttüren und -elemente immer mehr durchsetzen. Das stilvoll in einen Eisenrahmen gefasste Glas verschafft mehr (sichtbare) Privatsphäre und ist damit ebenfalls optimal für ein Homeoffice.

Ein helles, natürlich gehaltenes Ambiente mit einer bestückten Vase im Fokus, die sich hinter einer Sofalehne befindet
Handgefertigte Accessoires aus Naturmaterialien, eine ausdrucksstarke Formensprache und Gemütlichkeit auf allen Ebenen gehören zu den Wohntrends 2022 Foto: Getty Images

Accessoires neu gedacht

Auch auf Accessoires schwappt die Welle der Nachhaltigkeit über – und so werden auch im Jahr 2022 Wohnaccessoires wie Kissen, Decken oder Vorhänge aus Naturfasern wie Leinen, Wolle, Jute oder Hanf gefertigt werden. Vasen, Schalen und Geschirr sind im kommenden Jahr mehr denn je aus Keramik, Tonware oder Glas gefertigt.

Insbesondere Form und Funktion der Accessoires werden einen bleibenden Eindruck hinterlassen: moderne Wandspiegel sieht man bereits jetzt mit stark organisch geschwungener Silhouette. Auch Leuchten jeder Art verlieren sich weniger in schnörkeligen Details, sondern konzentrieren sich vielmehr auf eigenwillige Designs. Statt Pendelleuchte findet sich über dem Tisch Wandleuchten mit großem Schwenkarm oder einer entsprechenden Bogenleuchte.

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